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Kiel Segler ärgern sich über die Stadt Kiel
Kiel Segler ärgern sich über die Stadt Kiel
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10:43 22.06.2018
Von Frank Behling
Die "Sedov" ist der Star der Windjammerparade 2018. Quelle: Frank Behling
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Kiel

„Alle anderen Häfen heißen uns willkommen, Kiel nicht. Genau deshalb sind wir am Wochenende in Flensburg und nicht in Kiel“, sagt Jens Middendorf, Nautik-Vorstand des Großseglers „Alexander von Humboldt“.

Er bemängelt, der „maritime Einfluss“ fehle: „Die Kieler Woche ist eigentlich ein Segelfest. Doch es kümmert sich kaum einer um uns“, sagt Middendorf. „Wir werden wie ein Passagierschiff behandelt, müssen hohe Gebühren zahlen und liegen hinter hohen Zäunen.“ Das sei in anderen Häfen anders.

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Es fehlt an Wertschätzung von Seiten der Stadt

Kritik kommt auch von anderen Schiffen. „Es fehlt allgemein an der Wertschätzung von Seiten der Stadt für uns Traditionsschiffe und Großsegler. Wenn wir zur Hanse Sail nach Rostock fahren, dann werden wir richtig begrüßt“, sagt Kapitän Ulrich Lamprecht von der „Thor Heyerdahl“, die seit dem vergangenen Jahr Patenschiff der Stadt ist. Der Frust habe sich bei vielen Seglern seit Jahren aufgestaut. „In Kiel gibt es keine richtigen Liegeplätze für uns, und alles ist sehr teuer – damit meine ich auch Dinge wie die Müllabgabe.“

Die Stadt gibt an, die Sorgen erkannt zu haben: „Wir werden uns das genau ansehen und schauen, was wir besser machen können. Nach der Kieler Woche ist vor der Kieler Woche“, sagt Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska.

Nur "Sedov" von den größten Windjammern dabei

Seit Donnerstag ist mit der „Sedov“ immerhin der größte Windjammer der Welt in Kiel. Anders als beim Hafengeburtstag in Hamburg oder bei der Hanse Sail kommt die „Sedov“ aber allein. Andere sehr große Segelschiffe fahren schlicht an Kiel vorbei. Die Viermastbark „Kruzenshtern“ wird die Kieler Bucht am Wochenende lediglich passieren, genauso wie die „Mir“, die auf der Reise von Den Helder in die Ostsee ist. Da am 11. Juli das große Tall-Ship-Race mit fast 200 Schiffen in Sunderland beginnt, sammeln sich in diesen Tagen dutzende Windjammer auf Nord- und Ostsee.

Die Zahl der Schiffe bei der Windjammerparade in Kiel ist dagegen seit Jahren rückläufig. In diesem Jahr sind es erstmals weniger als 90 Großsegler, die morgen zur Windjammerparade auslaufen. 2008 waren es noch mehr als 120. Nachdem im vergangenen Jahr kein einziger echter Windjammer dabei war, ist 2018 mit der großen Viermastbark „Sedov“ ein echter Hingucker in der Flotte. 2019 soll auch die „Gorch Fock“ wieder zu bewundern sein. „Wenn es darum geht, die Kieler Woche wieder maritimer zu gestalten, sind wir gern bereit, die Stadt dabei zu unterstützen“, sagt Kapitän Gerald Immens vom Nautischen Verein zu Kiel.

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