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Kiel Umschlag kehrt ins Mittelalter zurück
Kiel Umschlag kehrt ins Mittelalter zurück
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07:32 24.01.2017
Von Martina Drexler
Der Kieler Umschlag bot 2014 noch einen Zug unter Leitung von Asmus Bremer und seiner Frau durch die Innenstadt. Doch kurzfristig stand das Volksfest auch wegen finanzieller Probleme der Veranstalter auf der Kippe. Ein neues Konzept soll ihm wieder eine größere Anziehungskraft verleihen. Quelle: Jan Köhler-Kaeß
Kiel

Die Handwerkszunft, mittelalterliche Kostüme und traditonelle Fertigkeiten sollen zusammen mit dem legendären Alt-Bürgermeister Asmus Bremer und Gefolge dem Umschlag in der Innenstadt vom 2. bis 5. März wieder ihren Stempel aufdrücken und Besucher mit auf eine Zeitreise nehmen.

 An der traditionellen Eröffnung wird nicht gerüttelt: Asmus Bremer und Gattin Dorothea Katharina dürften sich wieder die Augen reiben, wenn sie mit Pauken aus dem Winterschlaf im Warleberger Hof geweckt werden. Als Zeichen des Marktfriedens weht dann von der Nikolaikirche die Stadtfahne „Bürgermeester sin Büx“. Doch auch in diesem Jahr fehlt das früher übliche Umschlags-Hochzeitspaar. Der zunehmende Rummel in den vergangenen Jahren habe dazu geführt, dass die Kirche „sich zunehmend durch den Umschlag vor den Karren gespannt fühlte“, sagte Johannes Hesse, Leiter des Stadt- und City-Managements bei Kiel-Marketing. Hintergrund der Entwicklung in die „falsche Richtung“ war, dass sich Jahrmarkt-Stände mit piependen Kuscheltieren, Winke-Katzen und Jahrmarkt-Greifern (Spielzeug-Automaten) besser rechneten als aufwendigere Handwerksbuden. Es sei schwierig, mit einer Open-air-Veranstaltung im Winter die Kosten hereinzuholen, zeigt Hesse Verständnis für die Probleme externer Veranstalter: „Auch wir werden scharf rechnen müssen. Durch die Unterstützung der Stadt und die kurzen Wege wird sich die Abwicklung aber verschlanken“, verweist Hesse zudem auf eine positive „Gesundschrumpfung“: Das Fest soll sich in Zusammenarbeit mit dem Eventbüro Kiel, das bis 2011 den Umschlag maßgeblich organisierte, nach und nach qualitativ hochwertig entwickeln: „Im ersten Schritt nehmen wir dafür ein kleineres, aber feineres Angebot in Kauf.“

 Konkret bedeutet das weniger Stände und Standorte: Das Handwerkerzelt, das im vergangenen Jahr Besucher erstmalig auf dem Rathausplatz empfing, wandert auf den Holstenplatz. Der Alte Markt bleibe dagegen in vollem Umfang das historische Zentrum, so Hesse als Projektverantwortlicher. Zwischen der Altstadt, Holstenplatz und Asmus-Bremer-Platz sollen mittelalterlich gewandete Handwerker hin- und herpendeln. Dazu kommen weitere Schausteller in authentischen Kostümen, thematisch abgestimmte Verkaufsstände und der Tross der „Fogelvreien“. Angedacht ist auch, dass die „Kölner Piraten“ auf dem Asmus-Bremer-Platz im dortigen Holzhüttendorf ihr Basislager aufschlagen und die Kieler Braukultur ebenfalls gezeigt werden kann. Das Laboer Zelt, das mit traditionell hergestellten Lebensmitteln aus der Probstei Gäste zu Schmaus und Musik anlockte, präsentiert sich zusammen mit dem Handwerker-Zelt auf dem Holstenplatz. Davon profitierten beide, meint Hesse. Geht die Rechnung der Stadtmarketing- und Tourismusbranche auf, dann gelingt es dem Umschlag, die Attraktivität eines Kiels-Besuchs zu steigern und neue Reiseanlässe zu bieten, zumal am letzten Umschlagtag, Sonntag, 5. März, die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr nicht nur in der Innenstadt und in der Holtenauer Straße öffnen, sondern die Türen auch bei Ikea, Karstadt, Sophienhof, Famila Wik und Citti-Park (Motto „Kiel macht auf!“) offen sein werden. Etwa 40000 Gäste täglich erwartet Kiel-Marketing. „Schaffen wir 160000 bis 200000 Besuche, sind wir sehr zufrieden“, sagt Hesse.

In Kiel findet man an 96 Standorten genau 225 Stück: Die Rede ist von Stolpersteinen, dem Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig als Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch Jörg Brüggemann hält sie für „eine brillante Form des Gedenkens. Der 37-Jährige putzt sie deswegen alle - freiwiliig.

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