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Kiel Am Ende profitieren alle davon
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20:28 25.09.2015
Von Alev Doğan
Das könnte passen: Studentin Jakkarat Chuveeradach und Dagmar Mentzel loten aus, wie eine Wohngemeinschaft aussehen könnte. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Kennengelernt haben sich die Beamtin und die 30-jährige Studentin auf einer Informationsveranstaltung des Studentenwerks am Mittwochnachmittag. „Seit drei Jahren gibt es dieses soziale Wohnprojekt bereits“, erzählte Projektleiterin Alexandra Dreibach. „Wir möchten diesen Nachmittag nutzen, um uns bei allen Mitwirkenden zu bedanken und mehr Menschen zum Mitmachen zu motivieren.“ Denn Wohnraum in Kiel ist knapp, und auch für Studenten ist die Situation schwierig. Insgesamt 130 Zimmerangebote seien bisher beim Studentenwerk eingegangen – Tendenz steigend. Trotzdem muss Dreibach festhalten: „Wir haben etwa doppelt so viele Anfragen seitens der Studenten wie Angebote.“

 Auf der Info-Veranstaltung des Studentenwerks tummelten sich Studenten, Familien und Senioren. An ihren Oberteilen klebten rote oder blaue Zettel: „suche“ oder „biete“. Nach einigen Begrüßungsworten, an denen sich unter anderem auch Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer beteiligte, stand ein gemütliches Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen auf dem Programm. Die Gäste konnten sich informieren, Kontakte knüpfen und vielleicht schon den zukünftigen Mitbewohner kennenlernen. So wie Dagmar Mentzel und Jakkarat Chuveeradach: Die Thailänderin studiert Schiffbau an der Fachhochschule Kiel. „Das passt ganz prima, da ich in Wellingdorf wohne“, freute sich Mentzel. Es ging um ein 16-Quadratmeter-Zimmer. Wären 16 Stunden Arbeit für die Studentin in Ordnung? „Absolut!“, antwortete sie begeistert. Ein weiterer Pluspunkt: Chuveeradach hat keine Katzenallergie. „Das ist gut, denn wir haben zwei Katzen“, erklärte Mentzel. Seit ihr älterer Sohn ausgezogen sei, sei das Projekt genau das Richtige für die zweifache Mutter. Im weiteren Verlauf des Gesprächs merken die beiden, wie gut sie zusammenpassen könnten. Denn Dagmar Mentzel hat einen 18-jährigen Sohn, der zu Hause wohnt und das Berufliche Gymnasium im Regionalen Berufsbildungszentrum besucht. Sein Profilfach: Maschinenbautechnik. „Ich könnte ihm bei technischen und mathematischen Fächern sehr gut helfen“, bietet Jakkarat Chuveeradach an. Beide sind begeistert. Der Dreier-WG scheint nichts im Wege zu stehen.

 „Es ist eine klare Win-Win-Situation: Auf der einen Seite haben wir etwa Senioren, die gewisse Alltagserledigungen ohne Hilfe nicht mehr leisten können oder sich einfach einsam fühlen. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Studenten, die keinen Platz im Wohnheim bekommen und denen die Mieten in Kiel zu hoch sind“, erklärte Dreibach.

 Mit „Wohnen für Hilfe“ werden durch das Studentenwerk Wohnpartnerschaften zwischen Familien, Älteren oder Menschen mit Behinderung und Studierenden vermittelt. Dabei wird keine oder nur eine geringe Miete gezahlt, stattdessen wird praktische Hilfe geleistet. Pro Quadratmeter Wohnraum leistet der „Mieter“ eine Stunde Hilfe im Monat. Dazu kommen die Nebenkosten für Heizung und Strom.

Im Hecken-Streit am Pappelweg in Hassee bahnt sich eine Versöhnung an. Nachdem Anwohner gegen die Anordnung der Stadt Widerspruch eingelegt hatten, lenkt die Verwaltung ein und will Alternativen prüfen. Die Behörde hatte zunächst gefordert, dass die Anwohner eine 80 Jahre alte Hecke bis zum 30. September versetzen sollen.

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