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Kiel Wohnlagen und Mieten: So stuft die Stadt Kiel Ihre Straße ein
Kiel Wohnlagen und Mieten: So stuft die Stadt Kiel Ihre Straße ein
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18:21 16.09.2019
Von Heike Stüben
Der Blick aus Richtung Norden über Kiel-Wik in Richtung Innenstadt zeigt eine vielfältige Bebauung. Doch welche Wohnlagen sind am besten eingestuft?
Der Blick aus Richtung Norden über Kiel-Wik in Richtung Innenstadt zeigt eine vielfältige Bebauung. Doch welche Wohnlagen sind am besten eingestuft? Quelle: Frank Peter
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Kiel

Die Wohnlage ist für die Bewohner vor allem eine subjektive Sache. Wie man sie bewertet, hängt wesentlich von der Lebenssituation ab. Ein alleinstehender Berufsanfänger wird eine Wohnung an einer Innenstadt-Kreuzung anders bewerten als eine Familie mit kleinen Kindern. Ein Rentner wird eine Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug eher abschrecken - eine Studentin kaum. 

Im Mietspiegel gibt es drei Lagen

Im Mietspiegel, so heißt es bei der Stadt, habe man dagegen objektive Kriterien herangezogen. Dazu zählen etwa die Infrastruktur, die Nähe zu Grünanlagen und Beeinträchtigungen durch Lärm. Das Ergebnis: Die Straßen wurden in drei Wohnlagenzonen eingeteilt.

Lesen Sie auch: Kiel - So können Sie Ihre Miete überprüfen

Dabei steht die Zone 1 für einfache Lagen, die Zone 2 für normale Lage und die Zone 3 für bessere Lagen. Nicht immer gilt eine Zone für die gesamte Straße und für alle Mietshäuser.

Zonen-Mix in der Eckernförder Straße

Am deutlichsten wird das bei der Eckernförder Straße: Dort gilt je nach Abschnitt mal die Zone 1, die Zone 2 oder die 3. Bei der Kiellinie, Feldstraße und Herzog-Friedrich-Straße gibt es jeweils Abschnitt mit der Kategorie 2 und mit Kategorie 3.

Andere Straße wurden komplett einer Zone zugeordnet. Die 3 bekamen zum Beispiel die Wrangelstraße, Bülowstraße und Gartenstraße. In der Kategorie 1 findet sich - nicht überraschend angesichts der Diskussion um die Luftbelastung - der Theodor-Heuss-Ring.

Wie ist Ihre Straße bewertet?

In dem folgenden alphabetischen Straßenregister können Sie sehen, welche Wohnlagenzone für Ihre Straße gilt. Ist Ihre Straße nicht aufgeführt? Dann wurde sie nicht erfasst, weil dort vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser stehen oder die Straße in einem Gewerbegebiet liegt. Diese Straßen wurden nicht bewertet, weil der Mietspiegel nur für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit mindestens drei Wohnungen gilt.

Die Wohnlageneinstufung ist ein wichtiger Faktor bei der Ermittlung der zulässigen Miethöhe. Denn je nach Wohnlagenzone kann sich die Miete verändern: Für die Wohnzone 1 gibt es einen Abschlag von 8 Prozent. Bei Wohnlagenzone 2 sieht der Mietspiegel weder einen Zu- noch Abschlag vor. In der Zone 3 gibt es einen Aufschlag von 8 Prozent.

Was hat die Wohnlage mit der Miete zu tun?

Die Wohnlage ist ein wichtiger Faktor für den Wert einer Immobilie und damit auch  für die Höhe der Miete.  Das sieht man schon daran, dass sich das Mietniveau in den einzelnen Stadtteilen in Kiel stark unterscheidet - und sich sehr unterschiedlich entwickelt hat. Das zeigen die Mietangebote bei Immoscout von 2012 und 2019 im Vergleich: Danach ist die durchschnittliche Nettokalt-Miete in Düsternbrook um 19 Prozent gestiegen - in Mettenhof aber um 43 Prozent. Ebenfalls überproportional  haben sich die Mieten in der Vorstadt (37 Prozent), in Holtenau (36 Prozent) und in Schilksee (32 Prozent) verteuert.

Dadurch ist der Abstand zwischen dem Hochpreis-Stadtteil Düsternbrook und der Vorstadt um 70 Prozent kleiner geworden.

Auch in der Hitliste der preiswertesten Stadtteile gab es eine Veränderung: 2012 fand man in Mettenhof die preiswerteste Mietwohnung (5,55 €/qm). An zweiter Stelle folgte Gaarden-Ost und dann Ellerbek. Heute ist das anders: Mettenhof ist deutlich teurer geworden und steht nur  noch an achter Stelle der preiswertesten Mieten. Die niedrigsten Mieten gibt es heute in Gaarden-Ost (7,15 €/qm), Ellerbek und in Wellsee.   

Und wo ist die durchschnittliche Angebotsmiete am höchsten? 2012 waren das Düsternbrook (8, 63 €/qm), Blücherplatz und Brunswik. Heute liegt Düsternbrook (10,31 €/qm) weiter auf Platz Eins. Doch dann folgen die Altstadt und die Vorstadt - Möglicherweise hat dort die Neubautätigkeit die Durchschnittsmiete hochgetrieben.

Wie sich die Miete in Ihrem Stadtteil entwickelt hat und was Sie heute dort nettokalt zahlen, wenn Sie eine Wohnung mieten wollen, können Sie hier herausfinden:

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