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Kiel Bauarbeiten sollen 2022 beginnen
Kiel Bauarbeiten sollen 2022 beginnen
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08:08 23.08.2019
Von Karin Jordt
In Meimersdorf und Moorsee – vorn die Straße Radewisch – wird in den kommenden Jahren weiter gebaut. Es entstehen 1600 neue Wohneinheiten, auch das Gewerbegebiet wird erweitert. Quelle: Karin Jordt
Kiel

 Bis die Möbelwagen anrollen, werden aber noch einige Jahre ins Land gehen. Start der Bauarbeiten wird voraussichtlich auf dem ehemaligen Erdbeerfeld zwischen Bustorfer Weg und den Neubauten am Kieler Weg sein. „Dafür muss der Bustorfer Weg ausgebaut werden, damit auch der Radverkehr und die Busse gut durchkommen“, betonte Holger Hoffschröer vom Büro Reicher Haase Assoziierte GmbH (RHA) aus Dortmund im Ortsbeirat Meimersdorf/Moorsee. Außerdem werde eine Baustraße bis zum Solldiekswall angelegt.

Es geht um Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Geschosswohnungen

Das Konzept für ein „Stadt-Dorf“, das in einem kooperativen Gutachterverfahren das Rennen machte, gliedert das Areal in Teilquartiere. „Mehrere Häuser gruppieren sich um Höfe“, erläuterte der Stadtplaner, der die Topografie möglichst wenig verändern möchte. Mehrere Jahre wird es nach seiner Einschätzung dauern, bis alle Quartiere fertig sind – mit insgesamt 254 freistehenden Einfamilienhäusern, 234 Wohneinheiten in Doppelhäusern, 248 in Reihenhäusern und 895 Einheiten im Geschosswohnungsbau. 

Die neue Schule im Kieler Süden soll zentral liegen

Vom Bustorfer Weg und vom Solldiekswall erschließt eine Straße künftig das Neubaugebiet und führt als Ring einmal um das Zentrum herum. Dort könnten sich auch Gastronomie oder kleine Läden ansiedeln. Die neue Schule, eine Sporthalle, ein Kunstrasensportplatz und ein kleiner Bolzplatz sollen ebenfalls zentral liegen. „Die Haupterschließungsstraße bekommt zwei Baumreihen und damit Alleecharakter“, sagte Hoffschröer. Fünf Kindertageseinrichtungen sind auf die einzelnen Teilquartiere verteilt, auch Rad- und Fußwege, drei Bushaltestellen, Kleingärten, Grünzüge, Spielflächen und eine Mobilitätsstation mit Car-Sharing und Lastenrädern zum Ausleihen gehören zum Konzept. „Man soll alle Bereiche gut zu Fuß erreichen können, auch auf Barrierefreiheit haben wir geachtet“, erklärte der Dortmunder Stadtplaner. Das seit Jahren geforderte Gemeinschaftshaus für Meimersdorf wird auf dem ehemaligen Erdbeerfeld am Bustorfer Weg gebaut, damit es auch von Bewohnern des alten Ortsteils gut erreichbar ist. Die Bereichsplanung Kieler Süden ist mit rund 60 Hektar Wohnbauflächen zurzeit das größte Siedlungsvorhaben in der Stadt. 

Stephan Petschallies vom Stadtplanungsamt mochte sich im Ortsbeirat nur ungern auf einen Zeitplan festlegen. Zunächst müssen ein Energiekonzept und ein Leitfaden zur Gestaltung erarbeitet werden. Zwischen der Stadt und den Entwicklungsträgern wird dann ein städtebaulicher Vertrag geschlossen, bevor die Bebauungspläne entstehen. „Wir schätzen, dass wir vielleicht 2022 Planungsrecht haben und dann die Baufirmen loslegen können“, sagte Petschallies. Dass die neue Schule erst gebaut werden soll, wenn etwa 660 Wohneinheiten fertig gestellt sind, stieß auf Kritik im Ortsbeirat. Die benachbarten Grundschulen hätten nicht die Kapazitäten, um die Kinder der neuen Quartiere aufzunehmen, hieß es. Ebenfalls diskutiert wurde über den geplanten Ausbau des Bustorfer Wegs. Auf Höhe der Kindertageseinrichtung am Bustorfer Weg 59 sei die Situation schon heute „katastrophal und chaotisch zu den Bring- und Abholzeiten“, sagte eine Anwohnerin. Auch Ortsbeiratsvorsitzender Carsten Rockstein (CDU) plädierte dafür, die Verkehrssituation im Stadtteil und einen möglichen Anschluss an ein Stadtbahnsystem bei allen Überlegungen einzubeziehen. Denn noch sind Veränderungen möglich. 

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