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Kiel Wolfgang Schäuble in Kiel ausgezeichnet
Kiel Wolfgang Schäuble in Kiel ausgezeichnet
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13:40 23.06.2019
Von Steffen Müller
Die Preisträger des Weltwirtschaftlichen Preises 2019: Hikmet Ersek, Wolfgang Schäuble und Daron Acemoglu (von links).  Quelle: Frank Peter
Kiel

Der Weltwirtschaftliche Preis ist eine Initiative des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) und wird seit 2005 in enger Kooperation mit der Landeshauptstadt Kiel und der IHK Schleswig-Holstein während der Kieler Woche verliehen. Der Preis soll einen Anstoß geben, die großen weltwirtschaftlichen Herausforderungen durch kreative Problemlösungen zu bewältigen. Ausgezeichnet werden einflussreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die einen besonderen Beitrag zu einer auf Eigenverantwortung basierenden, sozial verantwortungsvollen Gesellschaft geleistet haben.

Preis für einen "überzeugten Europäer"

Der Bundestagspräsident und langjährige Finanzminister Wolfgang Schäuble erhielt die Auszeichnung für seine Verdienste um die europäische Integration und die deutsche Wiedervereinigung. IfW-Präsident Professor Gabriel Felbermayr bezeichnete Schäuble als "Kopf und Motor der europäischen Integration, Architekt der deutschen Einheit und erfolgreichster Schuldenbremser in der deutschen Nachkriegsgeschichte".

In seiner Dankesrede mahnte der CDU-Politiker, dass die europäische Union handlungsfähig bleiben müsse. Damit das gelinge, sei es nötig, Regeln aufzustellen, an die sich alle Beteiligten zu halten hätten. "Regeln schaffen Verlässlichkeit und Vertrauen." Die Praxis habe gezeigt, dass sich die europäischen Staaten, die die Vorgaben der EU befolgen, damit besser gefahren seien als Regelbrecher. "Eine regelgebundene Politik ist keine schlechte Voraussetzung für Erfolg."

Politischer Einfluss auf Armut

Der amerikanisch-türkische Ökonom Daron Acemoglu beschäftigt sich als Professor für Volkswirtschaftslehre am Massachusetts Institute of Technology (MIT) unter anderem mit Armutsforschung und geht der Frage nach, warum einige Staaten scheitern und ob die Demokratie möglicherweise Wohlstand und Wachstum behindere. Für IfW-Chef Felbermayr ist er ein "echter Superstar der Ökonomie". Felbermayr lobte Acemoglu für seine Forschung, in der er zeige, dass nicht äußere Bedingungen wie Geografie oder Klima über den Erfolg eines Landes entscheiden, sondern die Qualität der politischen und gesellschaftlichen Institutionen. "Übt eine kleine Elite die politische Macht aus und bestimmt die Verteilung ökonomischer Ressourcen, stehen die Entwicklungschancen eher schlecht."

Acemoglu beschäftigt sich seit 25 Jahren mit der Armutsforschung und erklärte, dass eine Verbindung zwischen Technologie und den politischen Institutionen über den Wohlstand eines Landes entscheide. "Wenn wir die Armut in der ganzen Welt verstehen wollen, müssen wir die Institutionen verstehen, woher sie kommen und wie sie funktionieren." Die Erforschung politischer und sozialer Institutionen müsse stets im Mittelpunkt der Armutsforschung stehen.

Eine Bank für Migranten

Hikmet Ersek, Sohn türkisch-österreichischer Eltern, ist als Vorstandsvorsitzender des Geldinstituts Western Union, mit dem sich schnell und unkompliziert Finanztransaktion um die ganze Welt zu tätigen lassen, nicht frei von Kritik. Die Western Union gilt als Bank für Migranten, die das Institut nutzen, um Geld an Verwandte in der Heimat zu schicken. Immer wieder äußern Kritiker, dass es moralisch nicht vertretbar sei, dass eine Bank durch solch ein Geschäftsmodell reich werde. Ersek hätte oft erfahren, meinte Felbermayr, "dass Gesinnungsethik und Verantwortungsethik in einem schwierigen Spannungsverhältnis stehen". 

Auf diese Punkte ging der Western-Union-CEO in seiner Rede nicht ein. Vielmehr machte er sich für Migranten stark, die einen wichtigen Teil zur Globalisierung leisten würden. "Wir sollten ihnen danken für ihren Beitrag zu einer weltweiten Wirtschaft, statt sie für alle Probleme auf der Welt verantwortlich zu machen."

Mehr zur Kieler Woche 2019 finden Sie auf unserer Themenseite.

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