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Kiel Hundeschiet kommt nicht in die Tüte
Kiel Hundeschiet kommt nicht in die Tüte
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15:25 21.07.2019
Von Karina Dreyer
Nicht schwerer zu nutzen als Tüten findet Matheo (hier mit Hund Timmi) den Gebrauch von Hundekot-Pappschachteln. Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Ihr Start im Schrevenpark war so erfolgreich, dass sie nun flächendeckend arbeiten möchten. Am Hundestrand sprachen sie mit ein paar Haltern.

 „Hundekot ist ein natürlich abbaubarer Abfall, der auf alternative Weise gesammelt und kompostiert werden kann“, sagt Sarai Quezada. Dazu stellen die drei Studentinnen momentan in einem Automaten pro Woche rund 200 sogenannte Poopicks zur Verfügung, die nach der Nutzung und samt Haufen in einem speziellen Behälter landen. Der Inhalt kommt dann nach Schwedeneck, „dort haben wir einen Komposthaufen, der schon halb voll ist“, sagt Mona Bangemann. Einziger Wermutstropfen: „Es landen leider nicht nur die Poopicks, sondern auch die Plastik-Schietbüddel in dem Behälter“. Und Plastik soll dort ja nun nicht rein.

Vier Millionen Schietbüdel aus Plastik

Rund vier Millionen Plastik-Hundeschietbüdel kommen jährlich in Kiel zum Einsatz, die der Kieler Abfallwirtschaftsbetrieb an 306 Automaten kostenfrei zur Verfügung stellt. Die Haufen der derzeit 8100 gemeldeten Hunde fallen schwer ins Gewicht: Knapp 400 Tonnen Hundekot jährlich sammelt die Kieler Straßenreinigung lose über die Kehrmaschine und rund 200 Tonnen tütenweise aus Mülleimern ein, all das wird mit dem Restmüll verbrannt. „Das muss nicht sein, Hundekot kann als Ressource genutzt werden“, betonen die jungen Frauen. Zumal Kiel ja auch das Ziel habe, Zero-Waste-Stadt zu werden.

Hundehalter zeigen sich offen für die Poopicks

Jüngst waren die drei am Hundestrand in Falckenstein und sprachen dort mit Hundehaltern, die großes Interesse an dem Projekt zeigten. „Dieses ganze Plastik ist echt schlimm, deswegen mache ich die Hundehaufen im Wald nicht weg, aber auf dem Gehweg“, sagt Jitka von Waldowski. Auch Ina und Dirk Hauberg ließen sich erklären, wie das mit den Poopicks funktioniert. „Am Anfang ist das noch eine Umstellung, aber nach zwei- bis dreimal hat man das raus“, sagt Abril Villanueva. Die Haubergs waren sich sofort einig: „Gute Idee. Wir sind umweltbewusst und würden die benutzen.“

Entwicklerinnen wünschen sich Unterstützung der Stadt

Nun hoffen die drei Studentinnen, dass sich Werbeträger finden, denn sie möchten die Poopicks in Zukunft weiterhin kostenfrei anbieten. Und auch von der Stadt wünschen sie sich Unterstützung und Platz zum Kompostieren, damit sie ihren Plan in ganz Kiel umsetzen können. Am 17. August wollen sie zwischen 12 und 18 Uhr im Schrevenpark über ihre Idee informieren.

Die Hundehaufen selber sind am Hundestrand weniger das Problem, es gibt auch eine Mülltonne, die benutzt wird. Viel mehr Kummer bereiten den Haltern dort die Hinterlassenschaften der Angler. „Der ganze Hundestrand ist voll von Steinen und eine Zumutung. Und auf dem kurzen Stück, wo es etwas besser ist, stehen die Angler“, sagt Jitka von Waldowski. Tüten, Zelte, Flaschen und Angelutensilien würden sie einfach liegenlassen, so ihr Vorwurf. „Ein Hund hat sich im Maul ganz schlimm an einem Angelhaken verletzt und musste operiert werden“, weiß sie und wünscht sich, dass das Ordnungsamt häufiger mal kontrollieren würde. Auch die Köpfe der Hornhechte würden die Angler am Strand lassen, „ihre Spitze fressen dann die Hunde und verletzen sich daran“, hat auch Dirk Hauberg beobachtet. 

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