Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Dramatische Szenen über dem Nord-Ostsee-Kanal
Kiel Dramatische Szenen über dem Nord-Ostsee-Kanal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 06.02.2017
Von Kristiane Backheuer
Ein Bild von den Dreharbeiten auf der alten Levensauer Hochbrücke: Ruiz (Juergen Maurer, links), Joe (Ulrich Noethen) und Anna (Marie Leuenberger) kommen zu spät. Kurz zuvor war eine Frau in die Tiefe gesprungen. Quelle: Marion von der Mehden
Kiel

Vor etwas mehr als einem halben Jahr war die alte Levensauer Hochbrücke einen Tag lang komplett für Autofahrer gesperrt worden. Ein 70-köpfiges Filmteam machte sich in luftiger Höhe breit und drehte hier eine Schlüsselszene für den Thriller.

 Sandsäcke, Handyattrappen und schließlich auch eine lebensgroße Puppe rauschten im Laufe des Tages in die Tiefe und landeten im Nord-Ostsee-Kanal. Der Kieler Benjamin Gießner (32) war damals direkt vor Ort. Als verantwortlicher Bootsführer für die DLRG sorgte er im Wasser für den reibungslosen Ablauf. „Das war schon ziemlich aufregend“, erzählt Benjamin Gießner. „Bisher hab’ ich eher Regatten und andere Segelveranstaltungen mit dem DLRG-Boot begleitet.“

 Es ist ein perfekter Tag für die Brücken-Dreharbeiten – dem einzigen Drehtag in Kiel. Es weht nicht zu viel Wind. Es regnet nicht. Optimale Bedingungen, um einen Selbstmord in luftiger Höhe zu drehen. Dann wird es ernst. Zurück im Boot, platzieren sie sich direkt unter der Brücke. Wenn gedreht wird, dürfen sie ja nicht im Bild zu sehen sein. Erst landen Handyattrappen im Kanal. Erst viel später ist dann die lebensgroße Puppe dran, die Schauspielerin Anne Werner darstellen soll.

 Benjamin Gießner wartet in seiner roten Einsatzkleidung unten im Boot auf die nächste Einstellung. „Diesmal ging es um die Drehungen beim Fallen“, sagt er. „Unter der Brücke herrschen ja andere Winde.“ Schnell ist dann die richtige Puppe an der Reihe. „Von unten sieht es ziemlich übel aus, wenn so ein Körper von der Brücke fällt“, sagt Gießner. Die Filmcrew ist zufrieden. Die Szene ist im Kasten.

 Wie wird das alles am Abend im Film aussehen? „Vermutlich sehr kurz“, sagt der DLRG-Mann. „Für mich wäre das auch nichts, vor oder hinter der Kamera zu stehen. Aber den Film gucke ich mir natürlich an.“ Auch Schauspielerin Anne Werner wird sich im fernen Berlin ihren TV-Selbstmord ansehen. Im Nebenzimmer wird ihre kleine Tochter dann schon selig schlafen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über Monate lebte Bernhard (60) auf einer Bank im Park. Nach einem Artikel in den Kieler Nachrichten fand ihn seine Familie nun wieder. Nach 23 Jahren gab es jetzt ein Wiedersehen mit dem jüngeren Bruder Norbert, der ihn mit in die Heimat nahm. Dort beginnt für den Obdachlosen jetzt ein neues Leben.

Karina Dreyer 06.02.2017
Kiel Veranstaltung in Kiel am 06.02.2017 - Seetörn zwischen Idylle und Hölle

Sönke Roever und seine Frau Judith haben das Paradies erlebt. In Kiel berichtet der Skipper am Montag über den abenteuerlichen dreijährigen Segeltörn.

Thomas Lange 06.02.2017

Nun ist sie weg: Die größte Segelyacht der Welt hat Kiel verlassen. Am Sonntag verließ der futuristisch anmutende Dreimaster den Hafen. Die Kieler Werft German Naval Yards hatte die „Sailing Yacht A“ für den milliardenschweren russischen Eigner Andrej Melnitschenko gebaut.

05.02.2017