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Kiel Radler leben immer gefährlicher
Kiel Radler leben immer gefährlicher
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19:03 25.11.2014
Von Merle Primke
Die Zahl der verletzten Radfahrer in Kiel stieg im Laufe des Jahres um über 28 Prozent. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Der Leiter des Sachgebiets Verkehr der Polizeidirektion Kiel, Stefan Kalinowski, erklärt diesen Anstieg mit den milden, fahrradfreundlichen Temperaturen, die sich von Anfang März bis in den November zogen. „Die Menschen waren häufiger als sonst mit dem Fahrrad auf den Kieler Straßen unterwegs – fast das ganze Jahr über herrschte reger Betrieb“, so Kalinowski.

Die Unfallstatistik des Vorjahres zeigt, dass falsches Abbiegen der Autofahrer die Hauptursache für Fahrradunfälle ist. So ereignen sich etwa ein Viertel der Kollisionen dadurch, dass Autofahrer beim Abbiegen nicht auf geradeaus fahrende Radfahrer achteten. Ein weiteres Problem: Mittlerweile gibt es immer bessere Räder, die immer schneller fahren. Mit einer nicht angepassten Geschwindigkeit übernehmen sich viele und stürzen. Die meisten Kollisionen passieren im Innenstadtbereich und in der Olshausenstraße an der Universität – überall dort, wo viele Menschen unterwegs sind.

Die von manchen Verkehrsteilnehmern kritisch beäugte Tatsache, dass vor knapp zwei Jahren die Benutzungspflicht für Radwege aufgehoben wurde und mittlerweile immer mehr Straßen von Radfahrern befahren werden dürfen, empfindet Kalinowski als überaus positiv. „Ich bin ein großer Befürworter. Viele Fahrradfahrer nehmen es als gefährlich wahr, wenn Autos an ihnen vorbeirasen – in Wirklichkeit ist es aber sehr sicher. Mit dem Befahren der Straße fällt die Hauptursache der Unfälle weg: die Gefahr beim Abbiegen. Auch werden die Radler eher wahrgenommen als auf den teilweise unübersichtlichen Radwegen.“ Dass Autofahrer sich von den langsameren Verkehrsteilnehmern behindert fühlen könnten, glaubt Kalinowski nicht. „Der Fahrradsport ist gerade sehr populär – Autobesitzer sind immer öfter auch auf dem Rad unterwegs und bringen die nötige Akzeptanz im Regelfall mit.“

Vor Verletzungen kann nur Aufmerksamkeit, ein korrekt ausgestattetes, gut sichtbares Fahrrad und nicht zuletzt ein Kopfschutz bewahren. „Die Polizei spricht sich ganz klar für einen Helm aus“, so Kalinowski. „Von Kindern erwarten die Eltern auch, dass sie nicht ohne Kopfschutz fahren. Erwachsene sollten als gutes Beispiel vorangehen. Bei einem Sturz trifft es meist den Kopf – und dieses empfindliche Körperteil sollte immer optimal geschützt werden.“