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Kiel Zeitplan für Schleusenbau wankt
Kiel Zeitplan für Schleusenbau wankt
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11:39 24.11.2018
Von Frank Behling
Der Bau der Schleuse in Brunsbüttel ist aus dem Ruder gelaufen. Quelle: Frank Behling
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Kiel

„Ja, es dauert in Brunsbüttel länger und es wird teurer, als 2014 veranschlagt wurde“, sagt Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schiffahrt bei einer Podiumsdiskussion des Nautischen Vereins zu Kiel. Was die weitere Planung der Bauzeit angehe, sei man im Gespräch mit den Firmen, so Witte.

Probleme seit Auftragsvergabe

Zwischenzeitlich war 2021 im Gespräch, dann kam auch 2024 in die Planung. Inzwischen ist völlig unklar, ob die bisherigen Zeitplanungen auch nur ansatzweise eingehalten werden können. Der Präsident der für den Bau zuständigen Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GWDS) nennt für die dramatische Verzögerung mehrere Gründe: „Das liegt auch an der Art, wie wir in Deutschland Bauprojekte angehen. Wenn ein Auftrag vergeben wurde, beginnt stets der Streit über die Interpretation dieses Bauvertrags. Hinzu kommt die Frage: Ist der Auftrag überhaupt für das Bauunternehmen auskömmlich?“

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In Brunsbüttel starteten mit der Auftragsvergabe an eine Arbeitsgemeinschaft 2014 gleich juristische Streitereien. Die Kampfmittelbergung wurde komplexer, die Verwendung von speziellen Düsenstrahlpfählen bereitete Probleme. Das Ergebnis: Nach vier Jahren Bauzeit hat sich der vereinbarte Baupreis von 480 Millionen Euro auf mehr als 600 Millionen erhöht – die Zahl ist nach oben noch offen. „In Brunsbüttel läuft jetzt ein Streit-Schlichtungs-Verfahren, bei dem wir versuchen, Lösungen zu finden“, sagt Witte.

Baumaßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal

Mit Blick auf die Fertigstellung gibt es keinen Zeitplan mehr. „Wir haben einen Verzug von etwa zwei Jahren. Und da wird auch noch einiges dazukommen.“ Nur ein Termin steht aber fest: Am 21. Juni 2020 jährt sich der Tag der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals zum 125. Mal.

Zukünftig sollen mehr Aufgaben abgegeben werden

„Es wäre zu wünschen, wenn es bis dahin deutliche Fortschritte gibt. Solche Entwicklungen sind der Öffentlichkeit nicht zu vermitteln“, kritisiert Hans-Hermann Lückert, Vorsitzender des Nautischen Vereins zu Kiel. Insgesamt stehen fünf große Projekte am Kanal auf der Agenda. „Dafür sollen 1,7 Milliarden Euro investiert werden“, sagt Witte.

Am Geld mangelt es im Bundeshaushalt nicht, stellt auch Norbert Brackmann (CDU), maritimer Koordinator der Bundesregierung, klar. Priorität soll eine neue Aufgabenteilung bringen. „Wir werden in Zukunft in der Schifffahrtsverwaltung mehr Aufgaben an private Unternehmen übertragen. Dabei werden Planung und Bauausführung für Großprojekte auch vollständig an den Auftragnehmer eines Großprojektes übergeben“, sagt Brackmann. Vorbilder gebe es im Straßenbau in Deutschland, wie etwa beim Ausbau der A7. „Bei der WSV verbleiben dann die Kontrolle, Bauaufsicht und Vertragsabwicklung.“

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier.

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