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Kiel Zorn über die Fusionspläne für Polizeistationen
Kiel Zorn über die Fusionspläne für Polizeistationen
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08:35 19.02.2016
Von Karin Jordt
Die Polizeistation Kronsburg ist vorübergehend nur mit zwei Beamten besetzt. Henry Borgmann (links) und Michael Fröhlich kümmern sich um die Anliegen der Menschen. Quelle: Karin Jordt
Meimersdorf/Moorsee

„Wir müssen mit knappen Ressourcen auskommen“, betonte Thomas Bauchrowitz, Leiter der Polizeidirektion Kiel, im voll besetzten Meimersdorfer Feuerwehrhaus. Eine Arbeitsgruppe, in der auch alle Kieler Revierleiter mitwirkten, habe an der „zukunftsweisenden Organisation“ gefeilt und schlage vor, die acht Beamten aus Elmschenhagen und die drei Kräfte aus Kronsburg in einer neuen Dienststelle mit elf Beamten in Wellsee zu konzentrieren. Eine Entscheidung treffe letztlich der Innenminister. Die kleine, mit drei Beamten besetzte Station in Kronsburg sei nicht mehr zeitgemäß. Es könne gegenwärtig tagsüber nicht gewährleistet werden, „dass immer jemand da ist“, sagte der Polizeichef.

Bei der Entstehung der kleinen Dienststellen sei entscheidend gewesen, „wie weit der Schutzmann mit dem Fahrrad fahren kann“, erklärte Frank Matthiesen, Leiter des Führungsstabes der Polizeidirektion Kiel, doch diese Struktur sei heute nicht mehr sinnvoll. Dass eine Station zeitweise mit nur einem Beamten besetzt sei, solle auch aus Sicherheitsgründen vermieden werden. Die Zusammenlegung „an einem taktisch günstigen Ort ist keine Sparmaßnahme“, versicherte er. Wo die neue Wellseer Station mit elf Beamten und zwei Streifenwagen angesiedelt wird, steht noch nicht fest. „Wir nehmen gern Tipps für passende Räumlichkeiten an“, meinte Matthiesen. Die neue Station werde verlässliche Öffnungszeiten bieten.

Der Ortsbeirat hält von einer Fusion jedoch nichts und forderte den Oberbürgermeister auf, „sich für den Erhalt der Polizeistation vor Ort einzusetzen.“ Die Personalausstattung sei dem jeweiligen Bedarf anzupassen. „Eine moderne Polizeistation mit Erweiterungsmöglichkeiten sollte in die ’Bereichsplanung Kieler Süden’ mit aufgenommen werden“, heißt es in dem Antrag, der einstimmig beschlossen wurde. „Wir möchten ein Signal setzen und brauchen in unserem Bereich mindestens sechs Beamte“, erläuterte Vorsitzender Normen Mohr. Viele Reaktionen aus der Bevölkerung hätten gezeigt, dass diese Bürgernähe gewünscht werde. Dass in den Baugebieten des Kieler Südens in den kommenden Jahren rund 2000 weitere Wohneinheiten entstehen werden, sollte nach Auffassung des Ortsbeirats berücksichtigt werden. Außerdem sei die Dienststelle für eines der größten Gewerbegebiete Schleswig-Holsteins zuständig, heißt es zur Begründung.

Die Station Kronsburg/Poppenbrügge, die wie Elmschenhagen und Dietrichsdorf zum 4. Revier in Gaarden gehört, ist in einem unauffälligen Wohnhaus untergebracht. Drei Ordnungshüter sind zuständig für rund 14800 Menschen in Meimersdorf, Neumeimersdorf, Moorsee, Schlüsbek, Rönne, Wellsee, Kronsburg und Poppenbrügge. Nachdem Stationsleiter Detlef Burmester vor wenigen Tagen ins „Mutterhaus“ zum 4. Revier wechselte, sind vorübergehend nur zwei Beamte in der Dienststelle. Zwischen zwei stilvollen, alten Kachelöfen und modernen Computern nehmen die „Dorfsheriffs“ die Anliegen der Bürger auf oder sind in den Stadtteilen unterwegs. Besonders ältere Menschen kommen manchmal vorbei und erkundigen sich über Sicherheitsthemen oder Einbruchzahlen. Ein Problem ist jedoch, dass das Büro nicht barrierefrei zu erreichen ist.

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