Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Kiel Sperrstunde für den Schrevenpark?
Kiel Sperrstunde für den Schrevenpark?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 22.06.2019
Von Jennifer Ruske
Täglich sammelt ABK-Mitarbeiter Edelbert Hain (links) im Schrevenpark den Müll von der Wiese und leert die Tonnen. Rund vier Kubikmeter Abfall kommen an schönen Tagen im Park zusammen, sagt ABK-Abteilungsleiter Jens Krause. Die Anwohner sind auch vom Lärm genervt. Quelle: JR: Jennifer Ruske
Anzeige
Kiel

Volles Haus herrschte in der Mensa der Humboldtschule. Denn das Thema Schrevenpark liegt den Nachbarn seit Langem am Herzen. „Seit über zehn Jahren sprechen wir schon über Lärm, Abfall, freilaufende Hunde und rücksichtslose Radfahrer im Schrevenpark“, erklärte Jürgen Slogsnat vom Grünflächenamt, der gemeinsam mit seiner Kollegin Nicole Grimm und Jens Krause vom Abfallwirtschaftsbetrieb (ABK) an der Diskussion teilnahm. Doch eine funktionierende Lösung für die zahlreichen Probleme hat es in der Vergangenheit wohl nicht gegeben. Das Gegenteil ist nach Ansicht der Anwohner der Fall: „Es wird Jahr für Jahr schlimmer“, berichteten sie. „Mehr Menschen, mehr Lärm, mehr Müll.“ Jeden Morgen sind die Mitarbeiter des ABK unterwegs, um die Liegewiese von den Hinterlassenschaften zu reinigen. Rund vier Kubikmeter Müll (aus den Tonnen und vom Wegesrand) kommen pro Tag im Park zusammen, so Krause.

Eigentlich sei der um 1900 geplante und gebaute Schrevenpark ein grünes Kleinod, das Möglichkeiten zur Erholung und Platz für Freizeitaktivitäten biete. „Doch dieses Kleinod wird missbraucht.“ Und das wollen weder die Anwohner noch der Ortsbeirat noch die Stadt Kiel länger hinnehmen.

Anzeige

Kommt die Sperrstunde für den Schrevenpark?

„Wir arbeiten an der Änderung der Grünanlagen-Satzung“, erklärte Slogsnat, der sich über Ideen freute, „wie man Menschen motivieren kann, ihren Müll in die Tonnen zu schmeißen und sich gemäß der Park- und Grillordnung zu verhalten“. Davon gab es an dem Abend einige: Die Mülltonnen direkt auf die Liegewiese stellen statt an den Rand, die Grillordnung nicht am Parkeingang verstecken, sondern in entsprechender Größe ebenfalls auf der Wiese platzieren, die Regeln nicht in Amtsdeutsch verfassen, sondern mit Humor und Piktogrammen verpacken, damit es auch jeder versteht – all das sind Vorschläge, die sich Nicole Grimm notierte. Auch gab es Überlegungen, den Park um 22 Uhr oder bei Einbruch der Dunkelheit zu schließen oder zumindest elektronische Musik ab 22 Uhr ganz zu verbieten.

Eine weitere Idee zielte auf den Geldbeutel der Menschen ab, die die Regeln missachten: „Man muss die Leute auch mal zur Rechenschaft ziehen, und das funktioniert am besten über das eigene Portemonnaie“, erklärte Ralf Kretschmer (CDU) unter Zustimmung des gesamten Beirats. Hier hoffen alle auf den Kommunalen Ordnungsdienst, der seit Mai auch im Schrevenpark tätig ist. „Es gibt aufgrund der Kürze ihre Einsatzes noch keine Erfahrungswerte“, so Slogsnat. Der Ordnungsdienst und der private Sicherheitsdienst, der im Park bis 22 Uhr im Einsatz ist, sind auch bei Lärmbelästigung Ansprechpartner – nach 22 Uhr sollten sich Nachbarn an die Polizei wenden.

Auch Radfahrer machen Probleme im Park

Probleme bereiten auch die Radfahrer, die unerlaubterweise durch den Schrevenpark fahren. „Warum öffnen wir nicht die Querverbindung durch den Park zwischen Theodor-Storm-Straße und Humboldtstraße für Radfahrer?“, war eine Überlegung, die es nach Meinung des Ortsbeirates wert ist, nach Abschluss der Bauarbeiten in der Goethestraße – diese wird zur Fahrradstraße ausgebaut – weiter nachzugehen. Das könnte in einem Workshop zum Thema Schrevenpark der Fall sein. „Vorab werden wir alle Ideen auflisten, um in der kommenden Sitzung einen Antrag an die Verwaltung zu formulieren“, erklärte Monika Neht (Grüne), die die Sitzung leitete. Diesem Vorschlag stimmte der Ortsbeirat einstimmig zu.

Weitere Nachrichten aus Kiel finden Sie hier.

Kiel Neugestaltung dauert noch - Unmut über den Holstenplatz in Kiel
Michael Kluth 22.06.2019
Steffen Müller 22.06.2019
Kiel Online-Betrug in Kiel - Steine statt Smartphone geliefert
21.06.2019