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Kiel Straftäter an Bord vor Haft bewahrt
Kiel Straftäter an Bord vor Haft bewahrt
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17:23 07.06.2016
Von Frank Behling
Zugriff der Bundespolizei: An Bord der "Zuiderdam" sollte der Arbeiter gefasst werden. Quelle: Frank Behling (Archivbild)
Kiel

Der 31 Jahre alte Mann war von seiner Firma in den Niederlanden auf das Kreuzfahrtschiff „Zuiderdam“ für Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten geschickt worden. Dafür fuhr er als Crewmitglied an Bord des 290 Meter langen Schiffes mit. Die in Rotterdam beheimatete „Zuiderdam“ kam am Dienstag von Stockholm nach Kiel. Wie international in der Seefahrt üblich, wurden dabei vom Schiff die Pass-Daten aller an Bord befindlichen Menschen vor der Ankunft der Bundespolizei übermittelt. Dies soll die Abfertigung beschleunigen. Bei dem Abgleich dieser Daten stießen die Beamten im Ostseekai dann auf den zur Fahndung ausgeschriebenen Niederländer.

Gegen den 31-jährigen Handwerker lag ein Vollstreckungshaftbefehl vor. Er war in Niedersachsen vor einiger Zeit wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen und wegen fahrlässiger Körperverletzung zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 4535 Euro verurteilt worden. Diese Strafen hatte er jedoch nie beglichen und sich in die Niederlande abgesetzt, weshalb er laut Bundespolizei zur Stafvollstreckung ausgeschrieben worden war. Das erfolgte nun in Kiel.

Ein barmherziger Kapitän

Nach dem Festmachen am Ostseekai baten die Beamten zunächst den niederländischen Kapitän der „Zuiderdam“ um ein Gespräch. Dabei informierten sie ihn über den Haftbefehl gegen den auf seinem Schiff arbeitenden Landsmann. Der Kapitän ließ den Mann sofort kommen. Die Beamten stellten ihn nach Verlesen des Haftbefehls vor die Wahl zwischen Zahlung der Geldstrafe oder dem Antritt einer viermonatigen Haft in Kiel. In dem Fall wäre er seinen Job an Bord los gewesen und der Kapitän hätte eine Arbeitskraft verloren. Zunächst versuchte sich der Mann über private Kontakte in den Niederlanden Geld zu besorgen. Doch alle Versuche scheiterten. Die letzte Rettung vor der Haft war für den Mann schließlich der Kapitän. Der erklärte sich bei den Bundespolizisten bereit, die 4535 Euro für den 31-Jährigen vorzustrecken. Das Begleichen der Schulden wollte der Kapitän dann später an Bord mit dem Arbeiter regeln.

Der 31-Jährige konnte dadurch sofort wieder mit den Arbeiten am Rumpf der „Zuiderdam“ beginnen. Er ist nach Informationen aus Schifffahrtskreisen mit „Schönheitsreparaturen“ am Schiff beauftragt. So wurden während der Liegezeit in Kiel viele Farbarbeiten am Rumpf und auf Deck ausgeführt.

Auf der Baustelle auf dem Kieler ZOB-Areal sind die Arbeiten am Montag überraschend zum Erliegen gekommen. Der Grund ist ein Maschinenschaden am Trägergerät des riesigen Bohrers, der notwendig ist, um die Stahlbetonpfähle für den Parkhaus-Neubau in die Erde zu bringen.

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