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Kiel Zukunft der "Gorch Fock" weiter offen
Kiel Zukunft der "Gorch Fock" weiter offen
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09:59 20.02.2019
Von Frank Behling
Das Schicksal der „Gorch Fock“ ist weiter offen. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Ob die Werft das Schiff fertigstellen kann, ist inzwischen fast ausgeschlossen. Die Elsflether Werft  soll Außenstände im zweistelligen Millionenbereich bei Zulieferbetrieben haben. Das Verteidigungsministerium verwies darauf, dass alle Rechnungen und vertragsgemäßen Forderungen bis Mitte Dezember bezahlt wurden. "Die Bundeswehr ist ihren vertraglichen Vereinbarungen nachgekommen", so ein Sprecher aus dem Ministerium.

In dem Haushaltsausschuss wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch persönlich erwartet. Nach Informationen der Kieler Nachrichten ist die Entscheidung über die Fertigstellung der Sanierung auf unbestimmte Zeit verschoben. Das nächste Ziel ist jetzt die Herstellung der Schwimmfähigkeit des Rohbaus.

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Die "Gorch Fock" soll schwimmfähig gemacht werden

Wie berichtet, ist das Vertrauen der Bundeswehr in die Elsflether Werft erheblich beschädigt. Neben den laufenden Ermittlungen wegen des Verdachts der Korruption wird inzwischen auch überprüft, ob die bislang geleisteten Zahlungen in Höhe von fast 70 Millionen Euro für Arbeiten überhaupt gerechtfertigt waren.

Berlin verweist auch darauf, dass alle bislang beauftragten Leistungen fristgerecht bezahlt wurden. Vorrangiges Ziel ist es jetzt, die „Gorch Fock“ wieder in einen schwimmfähigen Zustand zu bringen. Nur so kann sie, falls notwendig, zurück ins Marinearsenal nach Wilhelmshaven oder nach Kiel gebracht und dort aufgelegt werden.

Wie berichtet, ist die „Gorch Fock“ derzeit ein Rohbau ohne Antrieb, Masten und Einrichtung. Die Masten und der Motor stehen bei anderen Werften in Bremerhaven.

Arbeit der Werft im Fokus

Im Fokus der Untersuchungen stehen auch die bereits gezahlten 70 Millionen Euro, bei denen viele Arbeiten gemacht wurden, die bereits bei den vorherigen großen Depotinstandsetzungen 2000 und 2010 auf der Elsflether Werft auf dem Auftragszettel standen.

Bereits bei Ende der ersten großen Werftüberholung vom 4. Oktober 2000 bis zum 23. August 2001 in Elsfleth sollte die  Nutzungsdauer des Schiffes bis 2025 sichergestellt werden. Doch diese Arbeit hielt nicht lange. 2008, 2010 und 2012 wurde das Schiff für 26 Millionen Euro durch die Elsflether Werft wiederholt überholt und gewartet.

Ungeachtet dieser Ausgaben hatte die Werft im März 2018 erneut 130 Millionen Euro für eine neuerliche Reparatur verlangt. Diese stetigen Steigerungen hatte der Bundesrechnungshof in seinem Bericht als mangelhaft begründet und durch das Ministerium unzureichend begründet kritisiert. 

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