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Kiel Nur wer sich verändert, wird besser
Kiel Nur wer sich verändert, wird besser
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19:01 07.06.2019
Von Karen Schwenke
Etliche Informationen, reichlich Emotionen und genau eine Massageeinheit: Zukunftsathlet Matthias Herzog sorgte für Stimmung in der Halle 400. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Dabei war dem Karrierecoach Matthias Herzog durchaus klar, dass „sich kaum ein Mensch verändern möchte“. Schließlich wisse keiner, ob nicht doch etwas Negatives dabei herauskäme. Sein Ratschlag: „Lernt von Kindern“, die würden tausendmal hinfallen und trotz aller Rückschläge immer wieder aufstehen. Seine Überzeugung: „Das Leben will uns besser machen, deswegen schickt es uns Probleme.“ Wer sie löse, fühle sich besser, bekomme mehr Selbstvertrauen, mehr Kunden, mehr Gehalt.

Als sie alles verloren hatte, half ihr nur noch der Mut

Neben Herzog gaben vier weitere Erfolgsexperten ihre Best-Of-Tipps zur Persönlichkeitsentwicklung. Referentin Miriam Höller bewegte mit ihrer eigenen Lebensgeschichte. Das Leben der jungen Frau veränderte sich schlagartig bei einem Modeljob als „Deutschlands bekannteste Stuntfrau“.

In Highheels posierte sie an einem Hubschrauber baumelnd, sprang ab und zertrümmerte sich beim Aufprall beide Füße. Sie saß im Rollstuhl, und kein Arzt gab ihr Hoffnung auf Genesung. In dieser Situation erreichte sie die Nachricht vom Unfalltod ihres Verlobten. Ihr sei alles genommen worden, „meine Gesundheit, mein Job, meine Liebe und sogar meine Träume“.

Was ihr blieb, „waren die Attribute, die ich schon als Kind besaß: Mut und Tapferkeit“. Darauf habe sie sich besonnen und zurück ins Leben gekämpft, erzählte Höller, während im Hintergrund ein Video von ihren ersten Schritten mit geschienten Gelenken und Gehstützen lief: „Das Einzige, was uns antreibt, sind unsere Ziele, daher definiert Euch Ziele“, rief sie unter Beifall ihrem Publikum zu.

Schlüssel zu guter Kommunikation und guten Beziehungen

„Ich habe Verantwortung für mein Leben“, meinte auch Psychologe Rolf Schmiel. Dazu müsse man sich selbst annehmen. „Immer, wenn in Beziehungen ein Problem entsteht, liegt es daran, dass einer von beiden mit sich nicht zufrieden ist“, weiß Schmiel aus seiner Zeit als Eheberater.

Dabei seien gute Beziehungen so wichtig für Veränderungsprozesse – auch im Unternehmen. „Wissen Sie, welche Methode Psychologen verwenden, um Menschen für sich zu gewinnen?“, fragte er und lieferte sogleich eine Ein-Wort-Antwort: „Fragen!“ Die richtigen Fragen und echtes Interesse am Gegenüber seien wesentlich.

Denn die Qualität der Fragen entscheide letztlich über die Qualität der Kommunikation und diese über die Qualität der Beziehungen – im Privaten und im Geschäftlichen. „Doch wer kann überhaupt noch authentisch zuhören?“, fragte der TV-Psychologe und prognostizierte: „Die Zukunft in Unternehmen wird weiblich sein, weil Frauen das können, Männer interessieren sich für den Emotionsscheiß nicht, die suchen nach Lösungen.“

Rationale Entscheidungen sind auch nur ein Mythos

Dass beides in Wahrheit zusammenhängt, führte Berufs-Pilot und Managementberater Peter Brandl aus. Er machte dem Publikum durch einen Exkurs in die Neurowissenschaft klar, dass selbst überzeugte „Kopfmenschen“ gar keine rationalen Entscheidungen treffen könnten.

Denn das Großhirn, wo die Vernunft und das bewusste Denken angesiedelt sind, sei nicht handlungsbestimmend, Entscheidungen würden vielmehr vom Zwischenhirn getroffen, also dort, wo die Emotionen gesteuert werden. Rationale Begründungen für Entscheidungen liefere das Gehirn erst im Nachhinein.

Dennoch plädierte Brandl dafür, mehr Mut zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen: Eine schlechte Entscheidung sei besser als keine. „Wenn wir nichts tun, dann fühlen wir uns als Opfer der Umstände.“

Am Ende des über dreistündigen Abends hatten die Kielerin Regina Först und die anderen Karriereexperten ihre plakativen Botschaften zwar unterhaltsam präsentiert, Matthias Herzog, der das Projekt Zukunftsathleten in Zusammenarbeit mit Förde Sparkasse und Kieler Nachrichten realisierte, hat sein Ziel aber längst nicht erreicht: „Meine Vision ist es, dass Persönlichkeitsentwicklung so normal wird wie das tägliche Zähneputzen.“

Das Publikum kann sich daher sicher sein: Die Zukunftsathleten kommen wieder. In Kiel stehen für den 5. September und den 22. November schon weitere Veranstaltungen fest.

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