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Eckernförde Acht Jahre harte Knochenarbeit
Lokales Eckernförde Acht Jahre harte Knochenarbeit
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14:39 26.08.2015
Von Birgit Johann
Dieses Foto stammt aus den Anfängen des Kanalbaus 1887. Heute wäre der Einsatz von 8900 Arbeitern für solch ein Projekt undenkbar. Sie bewegten 80 Millionen Kubikmeter Erde. Quelle: Repro Johann
Sehestedt

98 Kilometer lang, neun Meter tief und 62 bis 67 Meter breit. So sah der Nord-Ostsee-Kanal zu seiner Eröffnung im Jahre 1895 aus. Eine unvorstellbare Leistung. Denn der Aushub geschah in großen Teilen mit Spaten und Schaufeln.

 120 Jahre Sehestedt und der Nord-Ostee-Kanal – up ewig gedeelt – unter diesem Titel steht die Ausstellung, mit der der Vorstand des Museumsvereins den ersten Stock des Pastorats bestückte. Die Fakten des enormen Bauwerks sprechen für sich. Für die Sehestedter allerdings brachte dieses eine Menge Unbill mit sich: Das Dorf wurde durch die Wasserstraße unwiderruflich geteilt. „Wir brauchen alles doppelt. Zwei Kläranlagen und Wasserversorgungen sind nur ein Beispiel“, gaben Einwohner bei einer Befragung durch den Museumsverein an. Dazu kämen Mammutstaus und lange Wartezeiten auf die Fähre, wenn die Rader Hochbrücke gesperrt ist, viele Ausfallzeiten der Fähren, die immer wieder repariert und gewartet werden müssen, und unchristlich frühe Aufstehzeiten für die Schüler der Südseite. 1941 gab es sogar einen Fähruntergang, und 1974 ereignete sich das schreckliche Fallschirmunglück, bei dem während eines Nato-Manövers sechs schottische Soldaten ertranken, weil sie im Nebel den Kanal mit der Straße verwechselt hatten. Man habe sich inzwischen an den Kanal gewöhnt, aber recht glücklich sei man über die Teilung des Dorfes immer noch nicht, sagen viele Sehestedter.

 Aber manchmal ist der Kanal auch ein verbindendes Element: Beim Fährschnack während der gemeinsamen Überfahrt zum Beispiel, oder wenn das Transportmittel einen „Drehwalzer” auf dem Wasser vollführt, weil gerade im Dorf Vogelschießen ist. Auch dass man als Sehestedter quasi vom Garten aus immer wieder Traumschiffe bewundern kann, zählt zu den Vorteilen, die nicht vergessen werden sollten. Und dann wären da noch die wunderschönen Sommerabende am Kanal, Angeln bei Sonnenuntergang und der tägliche Spaziergang bei toller Aussicht.

 Bürgermeisterin Rita Koop hält die meistbefahrene Wasserstraße der Welt seit eh und je in Atem. Der Draht zum Wasser- und Schifffahrtsamt ist heiß, weil sie ständig wegen irgendwelcher Beschwerden über die mal wieder unzuverlässige Fähre telefonieren muss. Für die damaligen menschlichen Leistungen um den inzwischen zweimal erweiterten Kanal hegt sie aber uneingeschränkte Bewunderung. Obwohl die technischen Möglichkeiten heute unvergleichlich besser seien, hätten wir es nach Jahren immer noch nicht geschafft, die Wasserstraße endlich den gegenwärtigen Anforderungen anzupassen, stellt sie kopfschüttelnd fest.

 Öffnungszeiten der Ausstellung: Bis zum 30. August jeweils sonnabends und sonntags von 14 bis 16 Uhr.

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