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Eckernförde Beim Bauen gleich ans Recyceln denken
Lokales Eckernförde Beim Bauen gleich ans Recyceln denken
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15:47 25.02.2020
Von Christoph Rohde
Umweltminister Jan Philipp Albrecht (v. li.), Sören Vollert (KaPlus) und Dirk E. Hebel (Nachhaltiges Bauen) im Gespräch über Recycling-Baustoffe. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

„Zurzeit handeln wir linear“, erläuterte Dirk E. Hebel, Professor für Nachhaltiges Bauen am Karlsruher Institut für Technologie und einer der Referenten. „Wir nutzen Baustoffe und werfen sie wieder weg. Wir verkleben, verschäumen, verwenden Silikone und Komposite – anstatt sortenrein zu konstruieren.“ Hebel spricht sich dafür aus, intelligent „einfach“ zu bauen. Über 90 Prozent von Baumaterialien könnten so eingesetzt werden, dass sie sich wiederverwenden lassen oder schon aus einem Kreislauf kommen. Denn: Der Bausektor ist für 36 Prozent des Festmüllaufkommens in Europa verantwortlich.

Nicht den Anschluss verlieren

Der Experte sieht große Chancen für die Wirtschaft, entsprechende, sortenreine Produkte zu entwickeln. „Da sollten wir den Anschluss nicht verlieren.“ Über Instrumente wie die Mehrwertsteuer könnte der Kreislaufgedanke von der Politik gesteuert werden, so Hebel. Auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht, der Norddeutschlands größte Fachtagung ihrer Art mit einem Grußwort eröffnete, sprach sich dafür aus, gerade im Bereich Wohnen das Recyceln von Baustoffen gleich mitzudenken. Dies in die CO2-Bilanzen mit einzupreisen, sei ein wichtiger Schritt, sagte er. Auch das Bauordnungsrecht könnte einen Beitrag leisten.

Wärme als Riesenherausforderung

Sören Vollert vom Eckernförder Ingenieurbüro KAplus, das die Fachtagung veranstaltet, bedauerte in diesem Zusammenhang, dass Recycling-Beton in Schleswig-Holstein nicht verarbeitet werde. „In Berlin ist das kein Problem.“ Albrecht kündigte an, dass eine Initiative Richtung Bund vorbereitet werde. „Wir müssen für Recycling und für den Baustoff Holz etwas tun“, betonte der Umweltminister. Gleichzeitig sei der Sektor Wärme eine Riesenherausforderung. Es sei absurd, wenn Windkraftanlagen abgeregelt würden und für das Haus daneben der Einbau einer neuen Gastherme günstiger sei als erneuerbare Energie.

Forderungen mit Blick auf Klimawandel

Das Interesse an der Eckernförder Fachtagung ist in diesem Jahr noch einmal gestiegen. Gründe sieht Vollert in den gesetzliche Anforderungen für energieeffizientes Bauen, aber auch in den Erwartungen aus der Gesellschaft mit Blick auf den Klimawandel. „Gleichzeitig versuchen wir ein hohes, fachliches Niveau zu halten“, so der Ingenieur. Dabei berücksichtigt die Themen-Auswahl auch die Sanierung im Bestand, die hohe Einsparpotenziale birgt. Der Berliner Architekt Winfried Brenne stellte die energetische Aufwertung von Gebäuden der Moderne am Beispiel des Bauhaus-Gebäudes in Dessau vor.

Photovoltaik als Dachfolie

Einblicke in die Baustoff-Entwicklung gaben im Stadthallen-Foyer Aussteller aus der Baubranche. Alwitra etwa hat eine Photovoltaik-Folie entwickelt, die sich auf Flach- oder schwach geneigten Dächern verlegen lässt. Laut Vollert können heute bei einem Neubau die energetischen Vorgaben nicht mehr erreicht werden, wenn man allein auf eine konventionelle Heizung setzt. Hier seien Wärmerückgewinnung und Photovoltaik oder gleich eine Wärmepumpe angesagt. Weiterentwicklungen gibt es auch bei Dämmmaterialien. Die Bauder GmbH präsentierte einen effektiven und wiederverwertbaren Dachdämmstoff, der aus Biomasse, Muschelkalk und recycelten Wertstoffen besteht.

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