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Eckernförde Riesiges Interesse an Fakten zur Deponie
Lokales Eckernförde Riesiges Interesse an Fakten zur Deponie
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17:08 08.11.2019
Von Tilmann Post
Die Informationsveranstaltung in der Stadthalle rief großes Interesse hervor, bei Bürgern sowie Politikern von Kommunen, Kreis und Land. Quelle: Tilmann Post
Eckernförde

Die Resonanz war ein riesiger Erfolg für die offene Interessengemeinschaft „Deponie stoppen“ um die Koseler Gemeindevertreterin Christiane Knabe sowie Sebastian Schulz von der Naturfreunden Gammelby-Schlei-Ostsee. Sie wollen für die Pläne eine breite Öffentlichkeit sensibilisieren, um eine Bauschuttdeponie frühzeitig zu verhindern.

Ihre Sorge: Aus der Lagerstätte der Klasse 1 könnten einmal gefährliche Stoffe austreten. Derzeit baut das Grevenkruger Unternehmen Peter Glindemann auf dem Gebiet in den Gemeinden Kosel und Gammelby Kies ab.

Es hat aber bereits Interesse bekundet, die rund zehn Hektar große Grube im Anschluss nicht – wie vorgeschrieben – zu renaturieren, sondern dort über 25 Jahre nach und nach knapp zwei Millionen Kubikmeter Bauschutt einzulagern und danach zu verschließen.

Kosel wollte ein Raumordnungsverfahren

Ein Antrag wurde bislang jedoch nicht gestellt. Ein von der Gemeinde Kosel angestrebtes Raumordnungsverfahren, um Alternativstandorte zu prüfen, wurde vom Innenministerium abgelehnt.

Die Interessengemeinschaft befürchtet, dass sowohl das Grundwasser als auch der nahegelegene Bültsee mit Schadstoffen belastet werden würde. Zudem würde die Deponie mitten in einem Verbund aus Landschaftsschutz-, Naturschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebieten liegen.

Um offene Fragen zu klären, hatte die Interessengemeinschaft in die Stadthalle geladen, unter anderem mit Vertretern der Kreisverwaltung und des Umweltministeriums.

Professor warnt vor gefährlichen Stoffen aus Bauschuttdeponie

Professor Wolfgang Linden von der Technischen Hochschule Lübeck warnte in seinem Vortrag zunächst davor, dass in einer Deponie der Klasse 1 unter anderem teerhaltiger Altasphalt, Ziegelbruch, Glaswolle mit künstlichen Mineralfasern und Asbest eingelagert werden dürfen.

Alles Material, das ihm zufolge verwittern und durch Regenwasser ausgewaschen werden kann, sodass krebserregende und andere gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt werden. Daraufhin meldete sich Uwe Meyer zu Wort, Referatsleiter für Stoff- und Abfallwirtschaft im Umweltministerium. „Ihr Vortrag hatte Aspekte von Panikmache“, sagte er an die Adresse des Professors.

Er „widerspreche vehement“, dass Emissionen ungehindert in Umwelt und Grundwasser gelangen können. „Das entspricht nicht dem Stand der Deponietechnik. Es gibt viele Standorte, wo das sehr gut funktioniert“, so Meyer.

Kiesabbau bis 2028 genehmigt

Er erklärte auf Zuschauerfragen, dass Sickerwasser am Deponieboden aufgefangen wird, es gelange nicht in die Umwelt. Zudem sei es normal, dass das Unternehmen zunächst selbst Umweltgutachten in Auftrag gibt. Wenn die Genehmigungsbehörde Zweifel habe, könne sie später eigene Gutachten auf Kosten der Firma Glindemann anfertigen lassen.

Mit Blick auf das Engagement der Kritiker sagte Uwe Meyer: „Überschätzen Sie die Wirkung eines solchen Aufwands zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Es liegt kein Antrag vor, somit fehlt der Ansatzpunkt.“

Wann es soweit sein könnte, ist offen. Laut Michael Wittl von der Kreis-Umweltbehörde sei die Kiesabbau-Genehmigung erst 2018 um zehn Jahre verlängert worden.

Sollte dort eine Deponie genehmigt werden, bleibe die Pflicht zur Renaturierung bestehen, allerdings auf einer anderen Fläche. Auf Gelächter aus dem Publikum sagte Wittl: „Das mag man belächeln, ist aber rechtlich zulässig.“

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Mehr als 500 Menschen kamen in die Stadthalle von Eckernförde, um mehr über die Deponiepläne für das Kieswerk in Kosel und Gammelby zu erfahren.
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