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Eckernförde 5G: Bürger warnen vor Strahlen-Risiken
Lokales Eckernförde 5G: Bürger warnen vor Strahlen-Risiken
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18:12 03.02.2020
Von Christoph Rohde
Renate Kviske und Christoph Leibenath fordern stellvertretend für 45 Unterzeichner eines offenen Briefes eine breite Diskussion in Eckernförde auch über die Risiken von 5G. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

„Unsere Erwartung ist, dass sich Rat und Verwaltung intensiv mit der Problematik befassen“, sagt Christoph Leibenath, einer der Unterzeichner. Beschlüsse zu 5G sollten solange ausgesetzt werden, bis die Informationslage so sei, dass sie verantwortlich gefasst werden könnten, betont der Lehrer und Vater zweier zehn und zwölf Jahre alter Kinder. Er führt wissenschaftliche Studien an, nach denen insbesondere Kinder für elektromagnetische Strahlung sensibel sind. „Für sie haben wir Erwachsenen eine Vorsorgepflicht“, betont Leibenath.

Strahlende Straßenlaternen

Im Gegensatz zu den bisherigen Funknetzen arbeitet 5G mit anderen Frequenzen, die eine geringere Reichweite haben. Das heißt: Es müssen wesentlich mehr kleine Sender installiert werden. In Eckernförde spricht man davon, die Straßenlaternen als „Sendemasten“ zu nutzen. Eine lückenlose Versorgung führe dazu, dass es keine Rückzugsorte mehr gebe, sagt Christoph Leibenath. Von einer strahlenden Straßenlaterne vor dem Fenster sei auch der angrenzende Wohnungsbereich betroffen.

Brüssel stoppt 5G-Pilotprojekt

Während die Unterzeichner des Briefes einen Ausbau des kabelgebundenen Glasfasernetzes für ein schnelleres Internet befürworten, stehen sie einem darauf aufsattelnden 5G-Funknetz kritisch gegenüber. Sie verweisen darauf, dass Städte wie Genf, Rom, Florenz und Krakau den neuen Funkstandard zunächst zurückgestellt haben. In Belgien hat die Regierung beschlossen, das 5G-Pilotprojekt in Brüssel zu stoppen. Die Befürchtung ist, dass die strengen Strahlungsregeln der Stadt nicht eingehalten werden könnten. Umweltministerin Céline Fremault warnte: „Die Brüsseler sind keine Labormäuse, deren Gesundheit ich mit Gewinn verkaufen kann.“

Fehlende Langzeituntersuchungen

Fakt ist, dass es bislang keine Langzeituntersuchungen zu den Auswirkungen von 5G auf den Menschen gibt. Auch wenn die Netzbetreiber auf geltende Höchstwerte hinweisen, lassen sich bisherige Studien zum Mobilfunk nicht ohne Weiteres auf den neuen Standard übertragen. Die Eckernförder Initiative fordert im Ostseebad den Dialog ein. Sie hält die neue Technologie für zu risikoreich, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist. „Darüber brauchen wir bei uns einen breiten Diskurs“, betont Leibenath. Bisher habe die Stadt nur auf die Vorteile von 5G wie die Einführung des autonomen Fahrens verwiesen. Es gehe aber auch um gesundheitliche Aspekte.

Noch keine Bürgerbeteiligung

„Im Zweifel muss für die Bürger entschieden werden“, ist Mit-Unterzeichnerin Renate Kviske überzeugt. Lebensqualität, auch der zunehmenden Zahl elektrosensibler Menschen, habe Priorität. Wie berichtet, will Eckernförde in Kooperation mit dem neuen Stadtwerkeverbund das Glasfasernetz als Basis für den 5G-Funk ausbauen. Auf 16,4 Millionen Euro ist das Projekt geschätzt. Im Mai hat sich die Ratsversammlung für den Aufbau einer Glasfaser-Infrastruktur ausgesprochen. Spezielle Beschlüsse zu 5G, für das 500 Antennenstandorte in der Stadt nötig wären, sind bislang nicht gefasst. Eine Bürgerbeteiligung dazu hat noch nicht stattgefunden.

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