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Eckernförde Fahrrad-Abenteurer macht Schülern Mut
Lokales Eckernförde Fahrrad-Abenteurer macht Schülern Mut
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18:32 31.01.2019
Von Cornelia Müller
Annabel, Leonie und Laura (von links) sind fasziniert von Dirks Rohrbachs Reisen. „Wir wollen später auch mal Städte und Landschaften selbst entdecken“, sagen sie im Gespräch mit dem Abenteurer. Der macht ihnen Mut, sich Träume zu erfüllen. Der Atlas und das Schild mit der Bitte um Wasser waren 2004 seine Helfer.  Quelle: Cornelia D. Mueller
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Gettorf

Die Achtklässler des Gymnasiums Isarnwohldschule mit Gemeinschaftsschulteil haben heute Englisch- und Erdkundestunden der anderen Art: Bildervortrag mit Musik und Moderation. Danach können sie mit dem Abenteurer, der nach dem Studium zunächst Arzt und dann Radiojournalist beim Bayrischen Rundfunk wurde, plaudern.

Tour mit dem Greyound-Bus war der Einstieg in gelebte Träume

Der Mann mit cooler Mütze, den man aus der ZDF-Reihe Terra X („Abenteuer Alaska“) oder dem Arte-Fünfteiler „3000 Kilometer Yukon“ kennt, macht es unkompliziert. „Ich pendele seit 30 Jahren zwischen Nordamerika und Deutschland“, sagt er kurz.

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„1988 fing es an mit einer Tour im Greyhound-Bus. Das ist draus geworden: Ich entdecke in den USA jedes Jahr von März bis November mit dem Rad oder Kanu unendlich viel Neues.“

Jedes Jahr plant Dirk Rohrbach einen Vortrag in der Schule in Gettorf ein

 „Wir haben Dirk jedes Jahr einmal hier“, erläutert Lehrerin Heidi Ohlsen, die den Vormittag organisiert. „In der achten Klasse steht Amerika auf dem Lehrplan. Heute sind es 160 Schüler.“

Die Story heute: Mit dem Trekkingfahrrad, viel zu schwer beladen, umrundet Rohrbach 2004 die USA in 180 Tagen. Atemberaubend ist das, und zum Teil extrem anstrengend.

Unmenschlich heiß ist die Wüste, nass und gefährlich droht ein Hurrikan. Er trifft Familien der „First Nation“ – Indianer – versteht ihre Geschichte und Kultur, wird Zeuge ihrer Probleme. Amerikaner aller Schichten, die spontan helfen, wenn das Rad streikt, das Wasser ausgeht, lassen die Einsamkeit langer und öder Strecken vergessen.

Dem Reisejournalisten geht es auch um die Rettung indianischer Sprachen

Nach 15000 Kilometern ist ihm klar: „Jeder Tag ist eine Reise, und die Reise selbst ist das Zuhause.“ Viele Reisen widmet Rohrbach sozialen Zwecken. Sein Verein Tatanka Oyate engagiert sich für die Rettung der Sprachen der Indianer.

„Toll, dass du das gemacht hast und es uns zeigst“, sagen Annabel, Laura und Leonie“ nach dem Vortrag bewundernd. Die meisten Schüler aber sind noch sprachlos. Sie müssen erst sacken lassen, dass dieser Dirk auch mal ein Schüler wie sie war und sein Leben einfach nur selbst in die Hand genommen hat. Welch eine Möglichkeit!

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Christoph Rohde 31.01.2019
Tilmann Post 31.01.2019
Cornelia Müller 31.01.2019