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Eckernförde 1500 Kilometer auf Skiern bis Lappland
Lokales Eckernförde 1500 Kilometer auf Skiern bis Lappland
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10:25 24.03.2018
Von Cornelia Müller
Tag 13: Doris und Klaus Stüben (vorn) werden am 3. März von Yvonne und Anna in Jänssholmen empfangen. Sie waren im Sommer auf der Tour, die dann Gröna Bandet heißt. Quelle: Klaus Stüben
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Kosel

Es ist Mittwoch, der 31. Tag, an dem Kimbear’s Long Distance Team, wie sich der Trupp nennt, fast ununterbrochen auf den Beinen sind. Übernachtet wird in Hütten, im Zelt und ausnahmsweise im Hotel, falls es eines gibt. Unterwegs führt das Paar Tagebuch.

Falls Internetempfang ist, bedienen sie ihren Blog. "Als Doris heute um 4.45 Uhr aufsteht, um die Hunde zu füttern, rappelt der Wind an den Fensterläden", schreiben sie heute. "Und es steigt ein beklemmendes Gefühl auf, denn wir müssen über ein baumloses Fjäll. Und bei Temperaturen um null Grad werden Schneeverwehungen schnell zu extremen Herausforderungen."

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Stübens haben den Proviant vorab verschickt und deponiert

Start ins endlose Weiß ist um 7 Uhr bei stürmischem Wind bei Minus drei Grad. 52 Kilometer sind es zum Tagesziel Tjärnaby, dass die beiden Gespanne dank eines von Schnee-Scootern gut gespurten Wegs und gut erkennbarer verschneiter Straßen noch vor 15 Uhr erreichen werden. Hier müssen Stübens ihr nächstes Depot für getrocknete Lebensmittel und Hundefutter anlaufen.

Die Tour hatte 500 Kilometer nördlich von Göteborg so traumhaft begonnen: Sonne, strahlender Himmel, gespurter Trail. Von Helas aus überwinden sie am achten Tag das Sylarna Massiv. Der eisige Wind hilft ihnen, der er pustet die dicke weiche Schneeschicht fort. Am neunten Tag der Schock: Das angepeilte Hotel ist geschlossen.

Bei Minus 27 Grad müssen die Abenteurer im Zelt übernachten

Kurz vor Anbruch der Dunkelheit bauen die Abenteurer ihr winziges Zelt bei minus 18 Grad und eisigem Wind auf. Die Daunenmatratzen haben ihren Geist aufgegeben. Isomatten und Schlafsäcke müssen jetzt als Nachtlager reichen bei minus 27 Grad. "Schnee, Schnee, Schnee. Ruhetag!", vermerken Stübens nach über zwei Wochen auf Skiern erneut. Wieder versinkt das kleine rote Zelt im Weiß.

Die Hunde kämpfen sich bis zum Hals im Schnee vorwärts. "Was uns am 18. Tag erwartete, war nicht mehr abzutun unter Startschwierigkeiten. Die Pulken, die Transportschlitten, sanken tief ein. Aus 80 Kilogramm pro Pulka wurden gefühlt 250 Kilogramm. Also hat Klaus sich mit davor gespannt und so mächtig ins Zeug gelegt, dass wir nach der ersten Stunde schon 1,5 Kilometer geschafft hatten."

Wolkenloser Himmel und traumhafte Ausblicke entschädigen

Viele Tage später, am 22. März, entschädigen Hochgefühle für jede Strapaze: "Nach 20 Kilometern können wir zum ersten Mal eine längere Pause einlegen. Fünf Kilometer weiter gibt der wolkenlose Himmel den Blick in das Syterskalet frei, dem längsten und steilsten Tal Schwedens. Welch ein Glück, so klar und tief dort hereinzuschauen. Wahrlich königlich!"

Sie können die Tour von Doris und Klaus Stüben hier verfolgen.

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