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Eckernförde Auf den Abstand kommt es an
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07:00 03.06.2016
Von Burkhard Kitzelmann
Wirbel um die Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen: Die Bürgermeister im Amtsbereich Dänischer Wohld wollen sich der Energiewende nicht verschießen. Der Ausbau der Windenergie müsse jedoch in Einklang mit Mensch und Natur erfolgen. Quelle: Fotolia
Gettorf

Wie wird sich die EEG-Reform auf dem Windkraftausbau im Land auswirken? Und wie wird der Regionalplanentwurf aussehen, wenn – wie vorgesehen – der Anteil der Eignungsgebiete von jetzt 3,7 auf zwei Prozent der Landesfläche heruntergestrichen wurde? „Wir müssen jetzt abwarten. Noch sind wir nicht im formalen Verfahren“, sagte Amtsdirektor Matthias Meins in einer Gesprächsrunde mit Bürgermeistern aus dem Amtsbereich und den KN.

Eine von den acht Gemeinden in Auftrag gegebene Stellungnahme zum Regionalplan-Vorentwurf liegt mittlerweile der Staatskanzlei vor. Die Büros B2K und BHF hatten vor Ort Informationen zusammengetragen – Anregungen und Bedenken, die bei der Ausarbeitung des Entwurfs berücksichtigt werden sollen. „Eine super Arbeit“, lobte Bürgermeister Wilhelm Radbruch (WdGN) aus Neuwittenbek. Sein Amtskollege Claus Biehl (CDU) aus Neudorf-Bornstein ergänzte: „In der Stellungnahme sind unsere Bedenken und auch die der Bürgerinitiative untermauert worden.“ Matthias Meins zeigte sich „guter Hoffnung, dass sich da noch massiv etwas in unserem Sinne ändern wird“. Es sei wichtig gewesen, der Landesplanung rechtzeitig Informationen an die Hand zu geben – vor allem auch, was geplante Siedlungserweiterungen betrifft.

Genau dieser Punkt ist es, der die Bürgermeister hellhörig macht. Sie sind sich einig: Würde der jetzt vorliegende Vorentwurf „Gesetz“ werden, wären die Gemeinden nicht nur von Windrädern umzingelt, sie wären auch auf Jahrzehnte in ihrer städtebaulichen Entwicklung eingeschränkt. Wie zum Beispiel Osdorf. Die im Vorentwurf eingetragenen Abwägungsflächen 1a und 1b kollidieren nach Aussage von Bürgermeister Joachim Iwers (WgO) mit dem Neubaugebiet Augustenhof/Gettorfer Straße (B-Plan 12) und einem mit Gettorf geplanten interkommunalen Gewerbegebiet an der L44. Die westliche Ausrichtung der Windvorranggebiete würde massive Beeinträchtigungen durch Lärm und Schattenwurf mit sich bringen.

Claus Biehl sind vor allem die Flächen 10 und 11 ein Dorn im Auge. Dort gebaute Windräder würden bis zu 450 Meter an den Bornsteiner Ortskern rund um die alte Schule heranreichen. Dort leben 70 Menschen. Ebenso wie Biehl fordern auch die anderen Bürgermeister die Einhaltung eines grundsätzlichen Mindestabstandes von 800 Metern, auch in Außenbereichen. „Bei den Mindestabständen darf es keine Zwei-Klassen-Regelung geben“, sagte Wilhelm Radbruch. Er erinnerte daran, wie vor wenigen Jahren den Bewohnern des Lindauer Ortsteils Hennerode auf Holtseer Gebiet riesige Windräder vor die Nase gesetzt worden sind. „Dadurch sind wir jetzt gewahrschaut“, so der Neuwittenbeker Bürgermeister.

Sollte sich die 800-Meter-Regelung durchsetzen, hätten sich die im Vorentwurf eingetragenen Vorrangflächen überwiegend erledigt. Hoffnung setzen die Bürgermeister auch auf harte Naturschutz-Kriterien. Diese nehmen in der Stellungnahme der Amtsgemeinden einen breiten Raum ein. Felms Bürgermeister Friedrich Suhr (CDU) verwies unter anderem auf das Vorkommen des Seeadlers im Stodthagener Forst.

Auch Kulturdenkmäler genießen einen besonderen Schutz, wie in der Stellungnahme nachzulesen ist. Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) aus Gettorf: „Für mich war neu, dass bei einem Kulturdenkmal wie der St.-Jürgen-Kirche ein Abstand von zwei Kilometern eingehalten werden muss.“

Die Bürgermeister betonten, dass sie sich der Energiewende nicht verschießen wollten. Der Ausbau der Windenergie müsse jedoch in Einklang mit Mensch und Natur erfolgen.

Weitere Informationen

Die 26-seitige Stellungnahme der Büros B2K und BHF kann auf www.amtdw.de eingesehen werden.

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