Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Klärteiche und Gewässerschutz zusammen?
Lokales Eckernförde Klärteiche und Gewässerschutz zusammen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:42 19.03.2019
Von Cornelia Müller
Die Klärteiche in Neuwittenbek werden technisch belüftet, damit die Reinigungsleistung steigt. Dennoch gibt es Überschreitungen der Überwachungswerte. Das geklärte Abwasser fließt über den Neuwittenbeker Graben und die Felmer Au. Quelle: Cornelia D. Mueller
Neuwittenbek

„So weit ist es im Kreis Rendsburg-Eckernförde nicht“, sagt Hans Jörg Tresselt von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Er kennt die Neuwittenbeker Kläranlage gut.

 „Sie ist diejenige im Kreis, die am ehesten ertüchtigt oder erneuert werden muss. Und in Rieseby plant die Gemeinde bereits neu“, sagt er. Die vor über 30 Jahren angelegten drei Klärteiche im Außenbereich von Neuwittenbek können Schmutzwasser von 1200 Einwohnern aufnehmen.

Kläranlage Neuwittenbek überschreitet die Werte

Tresselt: „Die Anlage ist ausgelastet, mehr Haushalte können nicht angeschlossen werden. Wir stellen teilweise Überschreitungen der Überwachungswerte fest. In der heutigen Form ist die Zukunftsfähigkeit der Anlage angesichts steigender Reinigungsanforderungen in Frage gestellt.“

Damit bestätigt er eine Aussage von Planer Helge Tepperies von der Enwacon Energie- und Umwelttechnik in Kiel. Der Ingenieur hatte kürzlich im Wege- und Umweltausschuss Neuwittenbek auch gewarnt, „dass bis zu 80 Prozent der Klärteichanlagen im Land ein Problem haben“.

Binnen drei bis vier Jahren müsse die Gemeinde „ein neues Projekt realisieren“. Er riet zur Abkehr von Teichen und zum Neubau mit technischer Klärung. Begründung: Das Land habe die Regeln für die Einleitung aus Kläranlagen verschärft.

EU-Wasserrahmenrichtlinie zum Gewässerschutz schlägt jetzt durch

Man orientiere sich dabei erst jetzt an der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Tepperies: „Deutschland hinkt da hinterher. Aber nun pocht das Land auf Einhaltung. Die Gemeinden Handwitt und Langballig in Schleswig-Flensburg haben schon blaue Briefe“ 

Der Abwasserexperte vom Kreis bestätigt, dass das Land Gemeinden tatsächlich eine Frist setzen kann. „Es wird dann festgelegt, bis wann die Anlage so ausgerüstet sein muss, damit alle Überwachungswerte eingehalten sind.“

Pauschal könne man aber nicht sagen, dass bestimmte Anlagentypen keine Zukunft hätten. Vielmehr hänge die Beurteilung nicht Grenzwerten allein ab, sondern auch davon, wie vorbelastete ein Gewässer sei, in das geklärte Abwässer fließen.

Gewässerqualität führt zur Neubewerung von Kläranlagen

„Eine Au etwa darf durch die Einleitung nicht an Gewässerqualität verlieren.“ Diese Forderung der 15 Jahre alten EU-Richtlinie fließe nun auch in die Regelungen des Landes ein. „Und das führt unter Umständen zur Neubewertung einer Kläranlage.“

Könnten sich Gemeinden heraus lavieren, indem sie geklärte Abwässer künftig einfach in größere Gewässer leiten, die noch Puffer haben, bis eine Verschlechterung eintritt? Tresselt: „Das mag rechtlich möglich sein, wäre aber dem umfassenden Gewässerschutz nicht förderlich.“ 

In Neuwittenbek will man das Problem jetzt anpacken. Für die Gemeindevertretung formulierte der Ausschuss umgehend eine Beschlussvorlage, damit in Kürze ein Vorentwurf für die Kläranlage erstellt wird.

Gemeinde Neuwittenbek packt das Problem selbst an

„Wir wollen das Heft in der Hand behalten und etwas auf den Weg bringen, bevor das Land uns droht“, bekräftigt Bürgermeisterin Waltraud Meyer (SPD). Wie sie drängt der Vorsitzendes des Ausschusses, Thomas Pudimat (SPD) darauf, dass der Planer auch den Zeitrahmen für die Umstellung der Abwasserbehandlung liefert. 

Ob es wirklich ein Neubau sein muss, bleibt abzuwarten. Tresselt: „Es ist denkbar, dass eine Anlage mit Klärteichen in Teilen weiter genutzt werden kann und man eine technische Stufe ergänzt. Was wo im Einzelfall der richtige Weg ist, ist stark vom betroffenen Gewässer abhängig.“

Hier lesen Sie alle Nachrichten aus der Region Eckernförde.

Mit Wladimir Kaminer und Robert Habeck holt die Reihe Les-Art zwei prominente Autoren nach Eckernförde. Die Buchhandlung am Gänsemarkt, die Stadtbücherei, die Stadt und das Schleswig-Holsteinische Künstlerhaus stellen das Programm mit insgesamt neun Literaturveranstaltungen auf die Beine.

Rainer Krüger 19.03.2019

Immer mehr Opfer von Kriminalität im Kreis Rendsburg-Eckernförde suchen Hilfe beim Weißen Ring. Die Fallzahl hat im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 230 zugenommen, berichtete Außenstellenleiter Karl-Heinz Rath jetzt. 2017 waren es noch 194. Sexualdelikte und Körperverletzungen kamen häufig vor.

Tilmann Post 18.03.2019

Die Einreich-Frist ist abgelaufen. 267 Filme aus 74 Ländern sind dieses Jahr für das Eckernförder Naturfilmfestival Green Screen gemeldet. Auffällig ist nach Angaben von Geschäftsführer Markus Behrens, dass sich viele Produktionen mit den Themen Artensterben und Artenvielfalt befassen.

Christoph Rohde 18.03.2019