Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Eckernförde Zwei Vorreiter bei der Feuerwehrrente
Lokales Eckernförde Zwei Vorreiter bei der Feuerwehrrente
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:03 19.06.2019
Von Tilmann Post
Zehn Euro extra für jeden Einsatz - wie hier beim Autobrand an der B76 im Oktober 2017: Die Altenhofer Feuerwehrkameraden erhalten von der Gemeinde eine Rente. Nur die Nachbargemeinde Noer tut das ebenfalls. Quelle: Rainer Krüger
Altenhof/Noer

Beate Raudies kommt zu spät, die Diskussion darüber ist gelaufen“, sagte Kreiswehrführer Mathias Schütte auf Nachfrage. Die feuerwehrpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag hatte die Rente ins Spiel gebracht. In dieser Woche steht die Änderung des Brandschutzgesetzes auf der Tagesordnung im Landeshaus.

„Eine Rente ist nicht der richtige Weg, um Nachwuchs für die Feuerwehren zu interessieren“, so Schütte. Die Aussicht darauf, Jahrzehnte später eine Rente zu erhalten, sei für viele wenig verlockend. „Ehrenamt kommt von Dienen, nicht von Verdienen“, sagte der Kreiswehrführer.

Noer: Löschrente als Wertschätzung

„Uns ist klar, dass wegen der Rente niemand in die Feuerwehr eintritt, aber es könnte das letzte i-Tüpfelchen bei der Entscheidung sein“, sagte Noers Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU). Die Löschrente sei Ausdruck der Wertschätzung für die Kameraden, „die Leib und Leben einsetzen“.

So sieht es auch ihr Amtskollege aus Altenhof, Siegfried Brien (ABV). „Es ist eines von vielen Argumenten“, sagte er. Als die Rente vor rund zehn Jahren von der Gemeindevertretung beschlossen wurde, ging es vor allem um Dank und Anerkennung. Seitdem wird ein jährlicher Betrag von 150 Euro pro Kamerad in eine Versicherung eingezahlt. Hinzu kommen zehn Euro pro absolviertem Dienstabend und pro Einsatz.

Altenhof: Amt Schlei-Ostsee verwaltet Feuerwehrrente

Das Amt Schlei-Ostsee übernimmt die Verwaltung der Rente, die einen hohen Aufwand nach sich zieht, so Amtsdirektor Gunnar Bock. Ihm zufolge zahlt Altenhof jährlich rund 6000 Euro für 17 Feuerwehrleute, also durchschnittlich etwa 350 Euro pro Kamerad.

Nach nunmehr neun Jahren Ansparung liegt der Fonds jetzt bei 1000 bis 1500 Euro je Person. Laut der Versicherung seien die ersten Jahre weniger rentabel, da unter anderem Provision, Vertragskosten und Beratung gegengerechnet werden.

Rente von 75 Euro monatlich

„Laut Rentenbeispiel der Versicherung erhält ein 30 Jahre alter Feuerwehrkamerad, für den 33 Jahre lang jährlich 250 Euro eingezahlt werden, mit Vollendung des 63. Lebensjahres eine lebenslange Rente in Höhe von 75 Euro monatlich“, teilte Bock mit.

„Wenn man bedenkt, dass der landespolitische Vorschlag von einem Bruchteil der Altenhofer Einzahlungen ausgeht, gilt zu befürchten, dass nur Bürokratie aufgebläht werden würde, die den überwiegenden Nutzen aufzehren würde“, warnte der Amtsdirektor.

Keine Wehr folgte Beispiel aus Altenhof und Noer

Noer zahlt ebenfalls 150 Euro pro Kamerad im Jahr. Hinzu kommen 15 Euro pro Einsatz, Dienstabend und Fortbildung, allerdings höchstens zehnmal. Voraussetzung ist, dass an sieben Diensten teilgenommen wurde. „Ich erhalte nur positive Rückmeldungen“, so Sabine Mues. Ihr Gemeindehaushalt wird mit rund 5000 Euro im Jahr belastet.

Keine der 182 Feuerwehren im Kreis Rendsburg-Eckernförde sei dem Beispiel aus Altenhof und Noer gefolgt, obwohl allen das Modell vorgestellt wurde, so Kreiswehrführer Mathias Schütte. Er hält andere Wege zur Motivation für sinnvoll, etwa höhere Steuerfreibeträge auf Aufwandsentschädigungen von Ehrenamtlern oder vergünstigter Eintritt in Fitnessstudios und Schwimmbäder.

Mehr Nachrichten aus Eckernförde und Umgebung finden Sie hier.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das zweite Gebäude für die Kindertagesstätte Schinkel nimmt konkrete Formen an. Architekt Matthias Wohlenberg stellte dem Bauasschuss und Bürgern jetzt seinen Entwurf vor. Und der kam an. Das Gebäude wäre nämlich auch unkompliziert um einen dritten Gruppenraum erweiterbar, falls der Bedarf steigt.

Cornelia Müller 18.06.2019

Das geplante Baugebiet in Norden von Altenholz beschäftigt Bürger und Politik: Nach der gut besuchten frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung am 13. Juni befasst sich nun der Bauausschuss mit dem Gebiet südlich des Postkamps und westlich des Freesenbergs.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 18.06.2019

Die Sommerferien im Dänischen Wohld werden bunt und fröhlich. Dafür sorgt die Arbeiterwohlfahrt in Gettorf mit ihrem umfangreichen Ferienbegleiter. 81 Angebote für Kinder der Grundschule und der fünften und sechsten Klassen haben die Profis im Familienzentrum der Awo zusammengestellt.

Cornelia Müller 18.06.2019