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Eckernförde Platz für Wohnen und Gewerbe in Knoop
Lokales Eckernförde Platz für Wohnen und Gewerbe in Knoop
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06:15 01.10.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Es bleibt bei der einjährigen Planungspause für das mögliche Baugebiet Brammerkamp (Foto) im Norden von Altenholz. Für den Bereich Knoop, wo Gewerbe und Wohnen entstehen könnte, gab es hingegen keinen ausdrücklichen Planungstopp wegen der Ortsentwicklungsplanung. Hier gibt es allerdings auch noch kein offizielles Bauleitverfahren. Quelle: Ulf Dahl
Altenholz

Denn die Untersuchungen für dieses seit 2017 untersuchte Gebiet in Kanalnähe an der Oskar-Kusch-Straße sind bereits weit vorangeschritten. Allerdings wurde – im Unterschied zum Brammerkamp – noch kein Bauleitverfahren eingeleitet. Dennoch sei man schon recht weit und stehe kurz vor einem möglichen Einstieg, so die Verwaltung.

Welche Folgen hat Ortsentwicklungsplanung?

Wenn man jetzt das Verfahren für Wohnbebauung im Bereich Brammerkamp stoppe, um ergebnisoffen über die Entwicklung in ganz Altenholz zu diskutieren, „kann dabei schließlich auch herauskommen, dass man Knoop nicht weiter mit Gewerbe belasten möchte“, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) in der Gemeindevertretung.

Aus diesem Grund hatte die Verwaltung vorgeschlagen, auch das Verfahren für Knoop auszusetzen. Wenn man das jetzt weiter vorantreibe, „produzieren wir womöglich genau die gleiche Enttäuschung wie am Brammerkamp“, so der Bürgermeister.

CDU und FDP teilen die Einschätzung

Philipp Neuenfeldt (FDP) und CDU-Fraktionschef Mike Buchau teilten die Einschätzung: „Wenn aussetzen, dann konsequent.“ SPD-Fraktionschef Ingo Baasch sah das anders: Wenn allein die Möglichkeit, dass ein angepacktes Projekt auch mal scheitert, dazu führe, dass man dieses nicht untersuchen könne, „können wir nie in ein Bauleitverfahren einsteigen“.

Silke Worth-Görtz, stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, hatte Verständnis für beide Seiten. Zudem sei 2017, als man in die Untersuchung für Knoop einstieg, nicht klar gewesen, dass sich auch interkommunal Perspektiven ergeben könnten wie jetzt gemeinsam mit Dänischenhagen und Kiel.

Aufstellungsbeschluss noch 2019 möglich

Da es bislang allerdings nur Untersuchungen, aber noch keine Bauleitplanung für ein Gebiet „Am Kanal“ gibt, beantragte Peter Heinz (AWG) das Absetzen dieses Abstimmungspunktes. Dem stimmte die Gemeindevertretung einstimmig zu. „Das hilft mir nicht“, sagte Bürgermeister Carlo Ehrich dazu auf Anfrage von KN-online.

Die Untersuchung des möglichen Gewerbegebietes an der Oskar-Kusch-Straße ist bereits soweit vorangetrieben, dass noch in diesem Jahr ein Aufstellungsbeschluss für die Bauleitplanung möglich sein, erklärte er.

Neu: Auch an Wohnbebauung wird gedacht

Tatsächlich bereitet die Verwaltung auch schon Informationen zum Sachstand für den nächsten Bauausschuss im November vor. Ursprünglich ging es hier auf der knapp 28 Hektar großen Fläche nur um die Ansiedlung von Gewerbe. Mittlerweile kann man sich hier zudem Wohnbebauung auf etwa 6,5 Hektar vorstellen. Diese könnte neben dem Grünstreifen hinter der bereits vorhandenen Wohnbebauung an der Knooper Landstraße entstehen, heißt es aus dem Bauamt. 

Bei den Flächen handelt es sich allerdings um kein einfach zu erschließendes Areal. Mehrere ökologisch wertvolle Bereiche sollen bei einer möglichen Nutzung erhalten bleiben. Das gilt auch für den aus der Luftperspektive fast quadratischen Waldbereich hinter dem Kleingartengelände an der Oskar-Kusch-Straße. Das Kleingartengelände könnte möglicherweise für Gewerbe genutzt werden. Dieses könnte zudem hinter dem Wald, auf dem Gelände des ehemaligen Schießstands, entstehen.

Hinrichtungsstätte steht unter Schutz

Dort stehen allerdings auch etwa 1,7 Hektar unter Denkmalschutz. Denn während des Zweiten Weltkrieges wurden dort mehr als 150 Menschen erschossen. Darunter war auch der U-Boot-Kommandant Oskar Kusch, der wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung im Mai 1944 hingerichtet wurde. Seit 1998 trägt die Straße seinen Namen.

Es bleibt bei Planungspause für Brammerkamp

In Sachen Baugebiet Brammerkamp hatten sich CDU und FDP in der Gemeindevertretung dafür stark gemacht, dieses zumindest parallel zur Ortsentwicklungsplanung weiter voranzutreiben. Doch die übrigen Fraktionen blieben bei dem Wunsch, zunächst einen übergeordneten Blick auf die Ortsentwicklung zu werfen.

Unter den Bauinteressenten hatte wohl auch kaum einer noch mit einer Kehrtwende gerechnet: Von ihnen schien nach der Vorentscheidung im Bauausschuss kaum noch jemand im Publikum vertreten zu sein. Ein Mann, der gerne „Teil der Gemeinde“ werden möchte, erkundigte sich allerdings noch einmal nach den Vorgängen: Er hatte gehofft, in einem Jahr schon loslegen zu können und bereits Geld in Zeichnungen investiert.

Der Bürgermeister erklärte, das Verfahren sei „etwas aus dem Ruder gelaufen“. Allerdings habe man seitens der Gemeinde immer wieder darauf hingewiesen, dass es ein langer Prozess sei und „man sich nicht treiben lassen will“. 

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