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Eckernförde Ein Keks erobert Eckernförde
Lokales Eckernförde Ein Keks erobert Eckernförde
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21:26 18.01.2017
Von Kai Pörksen
So soll er aussehen: der Eckernförde-Keks, ein Zitronenplätzchen mit Baiserhäubchen für jede Jahreszeit. Quelle: Kai Pörksen
Eckernförde

Denise Radloff, Auszubildende zur Konditorin im ersten Lehrjahr bei Café Heldt, zieht sich hitzebeständige Handschuhe an, öffnet die Ofentür und zieht ein großes Blech heraus. Fertig. Vor ihren Augen liegen auf dem Blech Zitronenkeks mit Baiserauflage. Sie heißen wie die Stadt, in der sie hergestellt werden: Eckernförde.

Norwegen und Deutschland verbindet lange Tradition

Radloff (21) hat sich an ein Experiment gewagt. KN-online entdeckte auf einer norwegischen Internetseite namens „matprat.no“ einen Keks, der „Eckernförde“ heißt. Marit Løvbrøtte, Mitarbeiterin der Firma, einem Nahrungsmittel- und Getränkeunternehmen in Oslo, erklärt, wie es dazu kam: „Norwegen und Deutschland verbindet eine lange Seefahrertradition. Darunter waren auch Handelsschiffe aus der Ostsee. Und irgendwann hat einmal in Oslo ein Schiff aus Eckernförde haltgemacht, und das hatte ein Rezept an Bord für einen leckeren Keks. Der wurde dann einfach „Eckernförde“ genannt.“ Wann genau das gewesen sei, lasse sich leider nicht mehr feststellen. Für das norwegische Unternehmen war die Geschichte dennoch Grund, das Rezept für diese Leckerei ins Internet zu stellen (siehe Kasten).

Das Rezept

Zutaten: 350 g Butter, 60 g Puderzucker, 4 Eigelb, 1 Teelöffel geriebene Zitronenschale, 600 g Mehl. Glasur: vier Eiweiß, 250 g Puderzucker, zwei Teelöffel Vanilleextrakt.

Zubereitung: Teig: Butter und Puderzucker cremig und weiß rühren. Eigelb, geriebene Zitronenschale und Mehl zugeben, den Teig kneten und im Kühlschrank ein paar Stunden lagern. Teig ausrollen und mit einer Form oder Glas auf Backpapier ausstechen. Glasur: Eiweiß steif schlagen, Puderzucker und Vanilleextrakt vorsichtig unterziehen. Eischnee auf die Plätzchen streichen. Im vorgeheizten Ofen bei 125 Grad für 20 bis 25 Minuten backen.

Die Plätzchen sind fertig, wenn der Boden knusprig ist. Guten Appetit!

Leicht, frisch und mit Zitronengeschmack

Armin und Katharina Heldt, Hoteliers und noch bis Jahreswechsel Betreiber des Cafés, kennen diesen Keks auch durch ihre regelmäßig wiederkehrenden Gäste aus Norwegen. So haben sie regelmäßig Besuch von einem Ehepaar aus dem norwegischen Arendal. Dort kenne man die Leckerei vor allem aus der Weihnachtszeit. „Aber der Keks ist nicht typisch nur für diese Jahreszeit“, sagt Katharina Heldt. Er sei leicht und frisch, schmecke nach Zitrone und nicht nach Zimt, passe also in jede Jahreszeit. Auch sie hat von der Geschichte gehört, dass der Keks über Handelsbeziehungen Norwegen erobert hat. Wahrscheinlich schon zu Zeiten der Hanse, hätten ihre Besucher vermutet.

Das aktuelle Pächterehepaar im Café Heldt, Thomas und Silke Schulz, ließ nun Denise Radloff den schmackhaften Keks nachbacken: einen Zitronenkeks mit einer Baiserauflage, also eine süß-saure Kombination. Die Auszubildende ist selbst begeistert: „Er schmeckt leicht und lecker“, fasst sie die Probe zusammen. Ob der Keks nun ins Programm der Konditorei aufgenommen werden soll, steht noch nicht fest. „Die Produktion ist kein Problem, die Lagerung schon“, so Schulz. Die kulinarische Kostbarkeit sei leicht zerbrechlich und müsse frisch konsumiert werden. „Wir werden es einfach einmal testen“, wagt sich der Konditor aus der Deckung. Ein Keks mit dem Namen Eckernförde gehöre eigentlich in die Stadt und vor allem in das Traditionscafé von 1881 vor Ort, das zu den ältesten in Deutschland gehöre, so Schulz.

Wer backt den besten Keks?

Sie als Leser der Kieler Nachrichten sind aufgefordert, den Keks „Eckernförde“ nachzubacken und bis zum Dienstag, 31. Januar, in der Geschäftsstelle in der Kieler Straße 31 abzugeben (100 Gramm). Bitte unbedingt Ihren Namen, Adresse und Telefonnummer beilegen. Eine Jury, in der die Redakteure der Eckernförder Redaktion und Konditor Thomas Schulz sitzen, testet die Leckereien und wählt den besten Eckernförde-Keks aus. Dabei können Sie folgende Preise gewinnen.

1. Platz: das KN-Buch 70 Jahre Schleswig-Holstein – 70 Schleswig-Holsteiner.

2. Platz: ein Frühstück für Zwei bei Café Heldt.

 3. Platz: ein Marzipanbrot von Heldt.

Die Jury tagt in der ersten Februarwoche.

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