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Eckernförde Eine "Strand-Lounge" mit Herz
Lokales Eckernförde Eine "Strand-Lounge" mit Herz
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14:54 25.04.2019
Von Christoph Rohde
Mit 95 Strandroggen-Setzlingen bepflanzen die Stadtgärtner die "Strand-Lounge". Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

„Oh, eine Strandburg für Verliebte“, kommentiert ein Spaziergänger die Neuerung am Eckernförder Kurstrand. Kreativ mit Seegras umzugehen, darin hat Eckernförde schon Erfahrung. Fußend auf einer Idee des städtischen Naturschutzexperten Michael Packschies, des ehemaligen Leiters des Ostsee-Info-Centers Claus Müller und des Landschaftsarchitekten Rüdiger Ziegler sind am Strandabschnitt Am Dang vor wenigen Jahren zwei künstliche Seegras-Dünen entstanden. Eine Grube ausheben, Seegras zur Befestigung einbringen und das Ganze mit dem Sandaushub wieder abdecken – fertig ist der naturnahe Küstenschutz. „Das hat sich bewährt“, bilanziert Packschies.

Ein kreatives Objekt, in das man sich später hineinlegen kann

In Kooperation mit dem Seegras-Experten Kristian Dittmann (Strand-Manufaktur) entstand jetzt mit der „Strand-Lounge“ ein kreatives Objekt, in das man sich mit Seeblick später sogar hineinlegen kann. Auch hier folgt die Konstruktion dem selben Prinzip. „Wir haben einen Graben geschaufelt, Seegras hinein getan und oben einen herzförmigen Sandwall aufgeschüttet“, erläutert Packschies das Vorgehen. Die Weidenstöcke, die zusätzlich eingesteckt wurden, sollen nicht anwachsen. Ihre Aufgabe ist es, die Neuanpflanzung mit Strandroggen zu schützen, bis sich die Wälle verfestigt haben.

Ursprünglich war die Herzburg noch tiefer angelegt, doch hat der Ostwind sie teils mit Flugsand gefüllt. Das eingebrachte Seegras gibt dem Strandobjekt nicht nur Struktur. Es speichert auch Feuchtigkeit besser als der Sand und ist Nährboden für weitere Pflanzen. „Am Dang beispielsweise hat sich viel Meersenf von selbst entwickelt“, weiß Packschies. Im Seegras fangen sich so manche Samen. So können sich ältere Eckernförder daran erinnern, dass bis Anfang der 1970er-Jahren im Seegras an der Bucht Tomaten geerntet wurden. Grund: Das Klärwerk Bülk besaß noch nicht so viele Klärstufen, so dass unverdaute Tomatenkerne in die Ostsee gelangten.

Strandroggen soll dafür sorgen, dass die Form erhalten bleibt

Für das Bewachsen der fünf Meter langen und breiten „Strand-Lounge“ halfen die Städtgärtner nach. Sie pflanzten 95 Strandroggen-Setzlinge (Leymus Arenarius), die die herzförmige Struktur noch betonen. „Hoffentlich bleibt die Form lange erhalten“, sagt Stadtgärtnerei-Leiterin Sylvia Bent. Für das Anwachsen kann jetzt ein bisschen Regen nicht schaden. Mehrere Gießkannen zum Bewässern hatten die Gartenexperten gleich mitgebracht. Das Seegras ist nicht mehr zu sehen, wird den sich ausbildenden Wurzeln des Strandroggens aber Halt und Nahrung geben. „Es ist das gleiche System wie die Dünenbepflanzung an der B76“, sagt Bent.

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