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Eckernförde Wie die Digitalisierung Bürgern hilft
Lokales Eckernförde Wie die Digitalisierung Bürgern hilft
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20:33 08.04.2019
Von Cornelia Müller
Per Hand ausgefüllt Anträge gehören in Gettorf bald der Vergangenheit an. Grund ist die Digitalisierung des Amtes. Bürger können ihre Anträge bald online ausfüllen. Quelle: David-Wolfgang Ebener/pda/Symbolfoto
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Gettorf

Der Amtsausschuss der acht Gemeinden hat dafür jetzt grundsätzlich die Weichen gestellt.

"Die von der Verwaltung vorgeschlagene strategische Grundausrichtung der Amtsverwaltung zur Digitalisierung wird zustimmend zur Kenntnis genommen", hieß es in der Sitzungsvorlage, der die Repräsentanten der Gemeinden einhellig zustimmten.

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Von Effektivität, Verschlankung, Abschied vom Papier und Zeit verschwendenden Einscannen und E-Akte war die Rede. Was ist der Hintergrund der zunächst bis 2020 geschätzt 175000 Euro teuren Umstellung? Was bringt das für Bürger und die Mitarbeiter der Verwaltung?

Schon jetzt arbeitet die Verwaltung in Gettorf viel digital

"Bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Digitalisierung aus unserer Verwaltung nicht mehr wegzudenken", betont Amtsdirektor Matthias Meins. Was der Bürger jetzt schon davon hat, nennt er beispielhaft.

Alle Bebauungspläne etwa kann jeder über das öffentliche Bürgerinformationssystem des Amtes in Gettorf einsehen. Ebenso ist es mit Sitzungsunterlagen und Protokollen der Gremienarbeit.

Mit anderen Worte: Wer wissen will, was die gewählten Politiker in der Gemeinde da alles beschlossen haben und was sie als nächstes öffentlich in Ausschüssen und Gemeindevertretungen besprechen, schaut einfach online nach.

Das Onlinezugangsgesetz verpflichtet alle Behörden

"Jetzt geht es um mehr", unterstreicht Meins. "Das Onlinezugangsgesetz verpflichtet Behörden vom Bund bis zur Kommune, dass fast alle Verwaltungsvorgänge, die wir heute auf Papier haben, auch online zu ermöglichen. Ob kommunales Ehrenamt oder normaler Bürger, alle sollen fast alles digital erledigen können.

"Und innerhalb einer Behörde und zwischen Behörden sollen nicht mehr die Akten hin- und her getragen oder geschickt werden. Man wird schnell online auf alle Unterlagen zugreifen können – natürlich unter strengem Datenschutz. Das spart Zeit."

Zum Beispiel das darf der Bürger erwarten: Für den Antrag auf soziale Leistungen, egal ob Bafög, Wohngeld, Sozialhilfe, braucht keiner mehr ins Amt – es sei denn, er möchte Beratung.

Bürger sollen später ein Behördenkonto bekommen

Gewerbetreibende können Genehmigungen online einholen. Wer umzieht, meldet sich digital um. Dabei werden Bürger ihr eigenes Behördenkonto über das Land anlegen, zu dem nur sie Zugang haben. In dieses digitale Postfach laufen alle Online-Bescheide ein.

Kann man dann auch Reisepass oder Personalausweis am Rechner beantragen? "Das sieht die Bundesgesetzgebung bislang nicht vor. Das wäre angesichts der nötigen Sicherheit wohl sehr schwierig. Auch heiraten kann man  nicht digital", setzt Meins hinzu. "Für einen so schönen Moment muss ein Paar weiter zum Standesamt."

Von heute auf morgen wird die Umstellung nicht realisiert. "Es handelt sich um einen mehrjährigen Prozess, der möglicherweise unterschiedlich in den Ländern abläuft, da Bundesländer auch unterschiedliche Gesetze haben", erläutert er.

Kontakt zwischen Bürger mit Behördenmitarbeiter bleibt wichtig

"Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe begleitet das. Intern werden wir unseren Bereich, die kommunale Selbstverwaltung, zudem laufend evaluieren, Stärken und Schwächen ausloten und nachsteuern."

Und noch etwas ist ihm und den Bürgermeistern der acht Gemeinden wichtig. "Dass wir den Kontakt zu Ansprechpartnern in unserer überschaubaren Verwaltung nicht verlieren. Schließlich sind wir doch alle Menschen", hatte Tüttendorfs Bürgermeister Wolfgang Kerber im Amtsausschuss betont.

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