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Eckernförde Anwohner kritisieren Ideen für Knoop
Lokales Eckernförde Anwohner kritisieren Ideen für Knoop
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17:20 13.11.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Militärischer Sicherheitsbereich: Das Schießstand-Gelände ist eingezäunt, wird aber schon seit wohl über 30 Jahren nicht mehr offiziell benutzt. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

In der Sitzung wurde bereits ein mögliches städtebauliches Konzept für das insgesamt etwa 24 Hektar große Gelände der früheren Standortschießanlage Holtenau vorgestellt – allerdings hinter verschlossenen Türen. Es gehe auch um Kosten und Fördermittel, begründete Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) den etwa einstündigen Ausschluss der Öffentlichkeit.

Kritische Stimmen in der Einwohnerfragestunde

Die meldete sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort. Denn laut Planung der Verwaltung könnten auf dem Areal 6,8 Hektar Gewerbefläche sowie 4,7 Hektar Wohnbau-Fläche entstehen. Als man Ende 2017 in die Planung einstieg, war von Letzterem noch nicht die Rede gewesen. Doch nun werden angrenzend an die bisherige Bebauung an der Knooper Landstraße Wohnhäuser vorgeschlagen.

Der Erlös aus dem Grundstücksverkauf, so die Idee, soll der Gemeinde helfen, Planung und Erschließung des Gewerbegebietes in Kanalnähe finanzieren. Denn bei Gewerbegebieten zahlen Gemeinden wegen der niedrigeren Grundstückspreise erst mal drauf, erklärte der Bürgermeister: „Das rechnet sich erst in den folgenden Jahren.“ Wobei so etwas natürlich auch von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abhängt.

Areal mit Tücken

Dass das Areal kein einfaches ist, war schon beim Einstieg in vorbereitende Untersuchungen bekannt. Eine Einwohnerin wies auf das Geländerelief hin, das Erhebungen und Senken enthält. Zudem solle man sich beim Thema Hausbau „nicht unter Druck setzen lassen von jungen Familien“. Auch mehrere Anwohner der Knooper Landstraße, an deren Häuser sich die neue Wohnbebauung anschließen würde, sehen das Vorhaben kritisch.

So wies ein Anwohner, der früher selbst Gemeindevertreter war, auf eine ökologische Potenzialabschätzung hin, die 2001 im Zuge der angedachten Erweiterung des Flughafens Kiel-Holtenau Thema war. Demnach entsprach die Fläche schon damals der Naturschutzrichtlinie Fauna, Flora,  Habitat (FFH), sei für eine offizielle Ausweisung aber zu klein gewesen.

Anwohner: Lieber der Natur überlassen

Auf dem Areal hätten sich Kröten und Fledermäuse angesiedelt, Rehkitze würden dort ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Und die Fläche sei Zwischenstation für Zugvögel:  „Sollte man das Gebiet nicht lieber der Natur überlassen?“ Zudem verwies der Knooper auf die „prekäre“ Entwässerung vor Ort.

Der Bürgermeister erklärte, dass es bislang Stichproben auf dem Gelände gab, auf dem auch Munitionsreste vermutet werden. Weitere Untersuchungen würden in einem möglichen Verfahren folgen.

Auch der Denkmalschutz sei Thema. Denn vermutlich wurden auf dem Areal während des Zweiten Weltkriegs hunderte Todesurteile vollstreckt. Nach einem der Opfer, Oskar Kusch, ist mittlerweile die Straße benannt. In Sachen Entwässerung sehe man aber Möglichkeiten, dort und im Gewerbegebiet Jägersberg für Verbesserungen zu sorgen.

Frage des Individualverkehrs

Eine Einwohnerin wies darauf hin, dass Altenholz ohnehin sehr zergliedert sei: Sollte man beim Wohnen nicht eher Anschluss an größere Ortsteile suchen als Knoop – auch um nicht noch mehr Individualverkehr zu erzeugen? Ein Knooper Anwohner kritisierte, dass keine der vor einigen Jahren in Bürgerworkshops erarbeiteten Ideen umgesetzt worden sei: „Aber jetzt wird nichtöffentlich im Hauruckverfahren ein Riesengebiet entwickelt!“

Das mögliche Gebiet sei deutlich kleiner als das derzeit auf Eis gelegte Brammerkamp-Areal im Norden von Altenholz, erklärte Bürgermeister Ehrich. Zudem verfüge die Gemeinde über „keinen Quadratmeter Gewerbegebiet“ mehr. Die Einnahmen in einem möglichen interkommunalen  Gebiet mit Dänischenhagen und Kiel müsse man teilen.

Lesen Sie auch: Diese Projekte beschäftigen Altenholz.

Nach längerer Debatte im nichtöffentlichen Teil vertagte der Bauausschuss einstimmig die Entscheidung über einen Einstieg in die Bauleitplanung. Die Verwaltung soll aber Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) führen zu dem Zweck, das Areal für Wohnen und Gewerbe zu entwickeln. Dafür stimmten sechs Ausschussmitglieder, die Grünen waren dagegen.

„Es hängt jetzt am Preis – wenn der stimmt, ginge es weiter“, erklärte die Ausschussvorsitzende Karen Weisheit (CDU) auf KN-Anfrage. Die Tendenz deute in Richtung Entwicklung des Areals. Ja, dort gebe es vermutlich Altlasten, aber: „Es wäre sowieso angezeigt, die Fläche zu säubern: Das ist ja nicht die heile Natur.“

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