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Eckernförde ÖPNV-Konzept auf der Zielgeraden
Lokales Eckernförde ÖPNV-Konzept auf der Zielgeraden
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17:36 26.02.2019
Von Christoph Rohde
Schon jetzt ein gutes Angebot: Die Busse des Stadtverkehrs Eckernförde sollen künftig noch weitere Bereiche im Ostseebad anfahren. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Der Arbeitskreis ÖPNV empfahl Montagabend einstimmig das Grundgerüst für den künftigen Linienverkehr. „Ein Weiter so reicht nicht aus“, sagte Malte Nevermann, ÖPNV-Planer beim Kreis. Demografischer Wandel, Umwelt-Anforderungen – der Öffentliche Personennahverkehr rückt verstärkt in den Fokus und soll mehr Kunden ziehen.

Bisher sei der ÖPNV zu sehr auf den Schülerverkehr ausgerichtet gewesen, so Nevermann. Dieser solle weiterhin eine wichtige Basis bleiben. „Wir wollen aber mehr Menschen erreichen und auch die Touristen.“ Dazu soll es kreisweit einen Integralen Taktfahrplan geben mit verlässlichen Zeiten, übersichtlichen Fahrplänen und einem Stundentakt den ganzen Tag über.

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Am Bus-Netz gibt es einiges zu verbessern

2021 wird die neue ÖPNV-Struktur im Kreis in Betrieb gehen. Dieses Datum gilt ebenfalls für den Eckernförder Stadtverkehr. Auch am Bus-Netz des Ostseebades gibt es einiges zu verbessern. Viel Gutes aus den aktuellen Linien soll aber erhalten bleiben.

Das gilt laut Konzept-Planer Ben-Thure von Lueder etwa für den 30-Minuten-Takt und für alle heute schon bedienten Gebiete. Erhöht werden soll hingegen die Betriebsqualität der Schwerpunkt-Linien 1 und 2 gerade in Bezug auf die Anschlüsse zum Regionalverkehr und zur Bahn.

Für die übrigen Gebiete soll es „mindestens einen 60-Minuten-Takt“ geben. Touristische Ziele wie der Südstrand werden mit eingebunden und Erschließungslücken geschlossen. Beispielsweise soll die Feldweg-Siedlung über eine Linie 5 im Stundentakt an die Innenstadt angeschlossen werden. Dafür ist eine neue Haltestelle an der Siegfried-Werft geplant. Generell bleibt die Verbindung aus dem Norden bis zum Schulzentrum erhalten. Ab ZOB fährt sogar alle 15 Minuten ein Bus Richtung Süden.

Schulen warnen vor dem Verlegen von Haltepunkten

Größter Umbruch im Konzept ist die Linie 6, die im Süden als äußerer Ring nicht nur die neuen Wohngebiete Domsland und Schiefkoppel bedient, sondern auch die Preußerstraße und den Südstrand anfährt sowie die geplante neue Bahn-Haltestelle im Bereich Domstag/WTD71. „Verzahnt mit dem Regionalverkehr, ist das gesamte Stadtgebiet dann sehr gut erschlossen“, sagte von Lueder. Der angestrebte Verzicht auf Stichfahrten, um den Busverkehr zu beschleunigen, wirft allerdings auch Fragen auf.

Eltern- und Schulvertreter mahnten in der Sitzung an, dass die Fritz-Reuter-Schule und das Schulzentrum weiterhin direkt angefahren werden müssten. Für das Schulzentrum gibt es die Idee, den Haltepunkt an die Sauerstraße zu verlegen. Für diese Variante müsste der gesamte Bereich umgestaltet werden.

Detail-Lösungen bis zum Finanzausschuss am 18. März

Unklar ist ferner, ob in Borby Markant/Ostlandstraße noch bedient werden soll. Dort sind die Fahrgastzahlen deutlich geringer als bei Famila im Süden der Stadt. Die Schiefkoppel wird ab Ende März zunächst provisorisch in die Linie 4 eingebunden. Bedenken der Schule am Noor, dass durch die Öffnung des Stollbergrings ein Gefahrenpotenzial entstünde, hielt von Lueder entgegen: „Der Bus, der alle Stunde fährt, soll dort nicht mit Tempo 50 durchfahren.“

Fazit am Ende der Sitzung: Trotz Klärungsbedarfs in einigen Details steht das Grundgerüst für den ÖPNV Eckernförde 2021. Bis zum Finanzausschuss am 18. März will der Planer Lösungen für noch umstrittene Bereiche aufzeigen. Die Fritz-Reuter-Schule etwa könnte zu Schulbeginn und -schluss direkt angefahren werden. Schon seit 2013 wird in Eckernförde an einem neuen ÖPNV-Konzept gearbeitet. „Jetzt sind wir auf der Zielgeraden“, sagte Ausschussvorsitzender Ralph Krüger (CDU).

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