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Eckernförde Dirk Steffens kämpft für den Artenschutz
Lokales Eckernförde Dirk Steffens kämpft für den Artenschutz
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11:39 02.04.2019
Von Cornelia Müller
Foto: Wenn Dirk Steffens beruflich unterwegs ist, wie hier im Auftrag von Terra X im Kongo in einer Aufzuchtstation für verwaiste Bonobos, die bedrohten Zwergschimpansen, ist er auch aus persönlicher Überzeugung ganz bei der Sache.
Wenn Dirk Steffens beruflich unterwegs ist, wie hier im Auftrag von Terra X im Kongo in einer Aufzuchtstation für verwaiste Bonobos, die bedrohten Zwergschimpansen, ist er auch aus persönlicher Überzeugung ganz bei der Sache. Quelle: Oliver Roetz
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Eckernförde

Herzlichen Glückwunsch, Dirk Steffens, zur Auszeichnung mit der Goldene Kamera am Sonnabend in Berlin. Sie haben diese Auszeichnung schon zum zweiten Mal bekommen.

Danke. Ich habe sie diesmal für unsere Umweltdokumentationen innerhalb von Terra X und das Engagement für den Artenschutz bekommen. Deshalb freue ich mich um so mehr darüber. Und Greta Thunberg bekam auch eine Goldene Kamera. Das ist ein sehr schönes Signal. Greta und ich standen nacheinander auf der Bühne und konnten den Umweltschutz thematisieren.

Sehen Sie hier den Auftritt von Dirk Steffens bei der Preisverleihung zur Goldenen Kamera

Sie haben mit Ihrer Ehefrau eine Stiftung für den Artenschutz gegründet. Die Biodiversity Foundation. Warum eine eigene Stiftung für Biodiversität? 

Wir wollen vor allem Wissenstransfer leisten. Es gibt unendlich viele interessante, aber leider auch Furcht einflößende Erkenntnisse aus der Biodiversitätsforschung. Ich fasse es mal so zusammen: Wir erleben das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier – und keiner redet wirklich darüber.

Wie groß ist das Ausmaß des Artensterbens?

Im evolutionären Prozess sterben immer Arten aus und neue entstehen. Man kann die natürliche Aussterberate in normalen Erdzeitaltern aber messen. Und diese normale Rate ist um das 100- bis 1000-fache erhöht. Wir verlieren jedes Jahr zehntausende Arten. Das sind mindestens 100 Tier- und Pflanzenarten pro Tag. Wie viele Arten es überhaupt gibt, kann man deshalb nicht genau sagen, weil man noch nicht alle kennt. Von der Existenz sehr vieler Kleinstlebewesen wissen wir gar nichts. Aber man kennt die wissenschaftlichen Ergebnisse aus einzelnen Gebieten. Die Schätzungen reichen von zehn bis 100 Millionen Arten auf der Erde.

Sie haben die Kampagne "Artenschutz ins Grundgesetz" initiiert. Bis August 2019 wollen Sie 50000 Unterschriften sammeln, um sie beim Petitionsausschuss des Bundestages einreichen. Warum sollte Artenschutz ausdrücklich in der Verfassung verankert sein?

Ohne Artenvielfalt ist menschliches Leben nicht möglich. Sie gehört also zu den grundsätzlichen Dingen, über die sich eine Gesellschaft verständigen muss. Artenschutz ist genauso wichtig wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte. Eigentlich sogar noch wichtiger. Weil er ja unsere Lebensgrundlagen betrifft. Hier bei uns ist etwa ein Drittel der Arten vom Aussterben bedroht. Wir müssen das Problem in den Griff bekommen, damit Deutschland ein lebenswertes Land bleibt.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Montagausgabe der Kieler Nachrichten.

Hier sehen Sie mehr von der Verleihung der Goldenen Kamera.
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