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Eckernförde Lehrstellen-Angebot größer als Nachfrage
Lokales Eckernförde Lehrstellen-Angebot größer als Nachfrage
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21:09 26.07.2019
Von Tilmann Post
Ob im Supermarkt oder im Modegeschäft – Kaufleute im Einzelhandel und Verkäuferinnen sind auf dem Ausbildungsmarkt gefragt. Wer eine Karriere in diesen Berufen anstrebt, hat gute Chancen auf eine Lehrstelle. Quelle: Jens Büttner
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Eckernförde

Vor allem im Einzelhandel stehen die Chancen gut, eine Lehre zu beginnen. Denn in Supermärkten, Bekleidungsgeschäften & Co gibt es die meisten freien Stellen im Kreis. Das zeigen zumindest die Juni-Zahlen der Agentur für Arbeit Neumünster.

Demnach waren noch 100 Plätze für Nachwuchs bei Kaufleuten im Einzelhandel und bei Verkäufern unbesetzt. Beide Berufe gehören gleichzeitig zu den beliebtesten zehn Ausbildungsberufen.

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Der Arbeitsagentur zufolge waren insgesamt noch gut 1000 Stellen unbesetzt, etwas mehr als im Vorjahr. Seit Beginn des Berichtsjahrs hatten die Betriebe 2180 Ausbildungsplätze angeboten.

860 junge Menschen suchten noch eine Lehrstelle

Auf der anderen Seite wurden knapp 2000 junge Menschen gezählt, die auf der Suche nach einer Lehrstelle waren. Im Juni waren rund 860 von ihnen noch nicht fündig geworden. Im Vergleich zu 2018 hat die Zahl ebenfalls leicht zugenommen.

Seit Jahren weitet sich die Auswahl aus, die sich den Bewerbern bietet. „Das führt dazu, dass viele sich erst in letzter Minute entscheiden, welches Angebot sie annehmen", erläutert Peter Baade, Leiter der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit Neumünster.

„Viele warten auch ab, ob sie noch eine Zusage für ein weiterführendes Schulangebot bekommen, bevor sie einen Ausbildungsvertrag eingehen“, so Baade. Wer noch unschlüssig ist, jetzt in Ausbildung zu gehen, dem  empfiehlt er das Beratungs- und Ausbildungsstellenvermittlungsangebot der Agentur für Arbeit.

Freie Ausbildungsplätze im Handwerk

An zweiter Stelle der freien Plätze folgte das Handwerk: Jeweils rund 30 künftige Kraftfahrzeugmechatroniker und Anlagenmechaniker in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik waren gesucht. Kreishandwerksmeister Thomas Wriedt zufolge helfen vor allem Praktika, das Handwerk kennen zu lernen.

Wer einmal in den Beruf des Metallbauers, Maurers oder Elektrikers hineingeschnuppert und die Vorteile für sich entdeckt habe, den schreckten später auch keine vermeintlichen Nachteile wie frühes Aufstehen. Auch für Betriebe seien Praktika ein Weg zum Wunschlehrling.

Handwerksmeister: Bildungslücken bei Bewerbern

Wer pünktlich sei und sich Mühe gebe, habe gute Chancen. „Wir sind mit wenig zufrieden“, sagt Thomas Wriedt und meint damit ein bekanntes Problem. „Nahezu alle Handwerksmeister klagen über Bildungslücken bei den Bewerbern. Bei einigen fehlen selbst die Grundrechenarten.“

Dabei spiele der Schulabschluss oftmals keine Rolle. Allen Trends von Gruppenarbeit bis zur selbstständigen Erschließung eigener Lernfelder zum Trotz setze sich das kleine Einmaleins eben am besten durch Auswendiglernen fest, meint Wriedt.

Wer noch keine Lehrstelle hat, kann einen Termin bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur unter Tel. 0800/4555500 vereinbaren.

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