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Eckernförde Mut fassen für die Berufsausbildung
Lokales Eckernförde Mut fassen für die Berufsausbildung
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20:33 22.02.2019
Von Cornelia Müller
Lara Feuersenger, Auszubildende Elektronikerin bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, erklärt Jolina, Lisa und Lea (von links), welche Möglichkeiten ihre Behörde bietet. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Gettorf

Bei der vierten Ausbildungsmesse ab Klasse acht in der Isarnwohld-Schule in Gettorf staunten Schüler, welche spannenden Berufsfelder sich in und um Gettorf bis Kiel und Eckernförde eröffnen.

Wer traut sich zu piksen? Christian und Luca aus der zwölften Klasse sind nicht bange. Mit dem Testgerät, das dem Ohrläppchen einen Blutstropfen abzapft, ermittelt Christian Lucas Blutzuckerwert.

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„Prima gemacht“, attestiert Christian Holm von der Gettorfer Seniorenwohnanlage am Park den Gymnasiasten. „Auch das gehört zu meinem Alltag.“ Holm ist auszubildender Altenpfleger und erklärt den Jugendlichen, welche Herausforderungen und schönen Seiten sein Beruf mit sich bringt.

Auch in Gettorf wollen viele Schüler erst einmal studieren

„Ein interessanter Vormittag“, lautet das Fazit der Schüler. Dennoch: In einen Beruf wollen sie nicht so schnell. „Erstmal studieren“, betont Christian.

„Das ist oft ein Problem“, sind Lehrer Dietrich Meyer-Jessen, Koordinator für Berufsorientierung an der Schule, und Wirtschaftsjuniorin Anika Batschkun von der Industrie- und Handelskammer Kiel einig.

600 der knapp 1000 Gymnasiasten und Gemeinschaftsschüler sind bei der Messe mit 31 Ausstellern und Workshops der Wirtschaftsjunioren angesprochen. „Abiturienten machen sich erst sehr spät Gedanken über die Berufslaufbahn“, sagt Meyer-Jessen.

Die Chancen der Berufsausbildung erkennen

„Viele gehen nur ins Studium, weil sie keine andere Idee haben. Dabei steigt die Zahl der Abbrecher, während Ausbildungsbetriebe verzweifelt um Nachwuchs werben.“ Batschkun ergänzt: „Auch die, die nach neun oder zehn Jahren mit der Schule fertig sind, wissen kaum, welche Chancen auf sie warten.“

2008 hatte auch sie nach dem Abi an der Isarnwohld-Schule die Qual der Wahl. Sie nahm den dualen Weg: Ausbildung zur Bankkauffrau mit begleitendem Studium. „Eine super Entscheidung“, weiß sie heute.

„Über solche Möglichkeiten, den Weg vom Azubi zum Meister, Ausbildungsinhalte und Aufstiegschancen, Übergänge zum Studium oder Gehalt und Bewerbung informieren wir Schüler in unseren Workshops."

Motivation ist das wichtigste Kriterium in der Ausbildung

Ziel sei, Jugendliche zu motivieren und so dem akuten Azubi-Mangel entgegenzuwirken. "Was der Berufsnachwuchs mitbringen sollte, sind Motivation und Neugier. Die Schulleistungen spielen nicht die Hauptrolle“, betont sie.

Dazu gehört herauszufinden, wo die eigenen Interessen und Stärken überhaupt liegen. Berufscoach André Preusch hilft Gettorfer Schülern im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts dabei. Auch heute ist er gefragter Partner, nachdem die Jugendlichen Informationen gesammelt haben.

Der stellvertretende Schulleiter Jens Gorath beobachtet angetan, wie die Jugendlichen den Vormittag nutzen. „Uns geht es darum, dass junge Menschen selbstbewusst ins Leben gehen und eine Idee von den Möglichkeiten und der Durchlässigkeit haben, die Berufsfelder heute bieten“, unterstreicht er.

Selbst Behörden bieten große Vielfalt für den Berufsnachwuchs

Lisa, Jolina und Lea aus Klasse elf bekommen gerade eine Ahnung davon. Bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung erfahren sie von Lara Feuersenger, Elektronikerin-Azubi im zweiten Jahr, was Wasserbauer, Elektroniker, Schiffsmechaniker und Industriemechaniker alles leisten.

„Und das bei der Behörde“, betont Lara. „Da habt ihr auch noch Sicherheit.“ Zwei der Mädchen haben schon entschieden: Nach dem Abi geht es zuerst in eine praktische Ausbildung.

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