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Eckernförde B76: Tempo 30 löst Hupkonzerte aus
Lokales Eckernförde B76: Tempo 30 löst Hupkonzerte aus
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06:29 28.02.2019
Von Tilmann Post
Bewohner des Wohnparks Sandkrug fühlen sich durch lautes Hupen in der neuen 30er-Zone gestört. Quelle: Tilmann Post
Eckernförde

Das Hupkonzert "beginnt morgens um sechs und hält bis in die Nacht an", berichtet eine Bewohnerin. "Aber das trifft die Falschen, wir können doch nichts für die Geschwindigkeitsbegrenzung", sagt die Frau, die aus Sorge vor Ärger anonym bleiben möchte. „Wenn ich direkt an der Bundesstraße 76 wohne, muss ich mit Verkehrslärm rechnen“, sagt sie mit Blick auf den Kläger.

"Man muss uns doch nicht noch zusätzlich ärgern"

Sie beschwere sich nicht über den Verkehr in direkter Nähe und sei auch nicht an der Klage beteiligt, die das Tempolimit zur Folge hatte. So gehe es mit einer Ausnahme allen anderen im Haus. Dennoch treffe die Wut nun alle Bewohner. "Man muss uns doch nicht noch zusätzlich ärgern", sagt sie.

Am 20. Februar war auf einer Strecke von 300 Metern vor der Anlage mit 96 Wohnungen am südlichen Ortseingang Eckernfördes das Tempolimit auf den gesamten Tag ausgeweitet worden. Davor galt es nur zwischen 22 und 6 Uhr. Hintergrund ist die Klage eines Anwohners vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig auf Lärmschutz.

Kläger: "Noch nicht das Ende der Fahnenstange"

Der Kläger beruft sich auf Versäumnisse der Stadt, die durch das Gerichtsurteil nun nachgeholt worden seien. "In der Lärmaktionsplanung hat die Stadt die Berliner Straße 132-156 nie berücksichtigt – das kann nicht sein", sagt er gegenüber KN-Online. Auch er will unerkannt bleiben. Die Geschwindigkeit sei zuletzt in zahlreichen Straßen begrenzt worden, etwa in der Reeperbahn und der Sauerstraße. Diese Reihe setze sich jetzt eben am Sandkrug fort.

Die Umgebungslärmrichtlinie gelte explizit für vielbefahrene Straßen. Ob jemand später zugezogen sei, spiele keine Rolle. „Dadurch verliert ein Lärmbetroffener nicht seine Abwehrrechte“, sagt er. Dass die Stadt nun reagiert habe, ist „ein guter Erfolg, aber noch nicht das Ende der Fahnenstange“. Nun müsse dafür gesorgt werden, dass die Fahrer Tempo 30 auch einhalten – etwa durch eine verengte Fahrbahn oder eine Blitzanlage. „Der Prozess endet, wenn die Richtwerte erreicht sind“, so der Pensionär.

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