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Eckernförde Loslassen auf hoher See
Lokales Eckernförde Loslassen auf hoher See
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09:41 07.12.2016
Von Cornelia Müller
Die Asche der Verstorbenen wird in einer Urne aus nicht gebranntem Ton versenkt. Sie löst sich binnen weniger Stunden vollständig auf. Für die DSBG hat Künstler Ole West ein maritimes Motiv von der Kieler Förde und den Seegebieten gestaltet, in denen beigesetzt wird. Quelle: Christan Beeck/DSBG
Strande/Laboe/Kiel

Wo es sonst um quicklebendige Tourismus geht, gibt es jetzt auch eine Rubrik, die die gesamte Lebensspanne einschließt: Taufe, Hochzeit, Bestattung. Der Verein Ostsee-Holstein-Tourismus, in dem die 31 Ostseebäder des Landes und Urlaubsziele in der Holsteinischen Schweiz zusammengeschlossen sind, greift bewusst weit auf seiner Homepage. „Immer mehr Paare heiraten an Ostseestränden. Am Ufersaum werden Kinder und Erwachsene getauft“, erläutert Projektkoordinatorin Juliane König. „Und wer die Ostsee ein Leben lang für sich als Urlaubsziel auserkoren hat, möchte vielleicht für immer hier bleiben und entscheidet sich für eine spätere Seebestattung. Das Loslassen auf hoher See ist dann auch für Angehörige und Freunde ein Vereintsein mit den Elementen, mit Meeresluft und Ostseewellen. Das kann ein hilfreicher Trost sein. Für sie wird das Meer auch ein Ort zum Trauern und des stillen Gedenkens in der Natur.“ Deshalb schließe die Tourismusorganisation jetzt alle persönlichen Wendepunkte eines Lebens mit in ihre Veröffentlichungen ein.

 Die Seebäder selbst profitieren von den Urnenbestattungen außerhalb der Drei-Meilen-Zone. Heiko Drescher, Touristikchef in Strande: „Bei uns gibt es täglich oft mehrere Bestattungsfahrten. Zwei Schiffe, die Mira und die Nordica, haben an der Ostmole ganzjährig ihre Liegeplätze. Das bringt dem Hafen Gebühren. Und die Trauergesellschaften verweilen oft noch in Restaurants oder Hotels, die bei uns alle Blick auf die See haben.“ Ralf Paulsen, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen See-Bestattungs-Genossenschaft (DSBG) mit Sitz in Kiel, in der 350 Bestattungsunternehmen aus ganz Deutschland zusammengeschlossen sind, bestätigt das. „Wir haben mit der Mira ein Schiff, das 36 Personen befördern darf. Die Trauergäste kommen oft von weit her. Viele Angehörige bleiben also über Nacht in Strande. Ab und zu holen wir eine Trauergemeinde in Laboe ab und setzen die Urne am Kieler Tief bei.“

 Mitbewerber in friedlicher Koexistenz ist Norman Ludwig aus Felm, Kapitän der „Nordica“ und Inhaber der Reederei Ludwig in Kiel. Seit 30 Jahren fährt die kleine Reederei Seebestattungen von Strande aus. Ein Großteil der Verstorbenen, deren Asche in nicht gebrannten, sich schnell auflösenden Ton-Urnen in der Nähe von Stollergrund und Leuchtturm Kiel vom Kapitän würdevoll versenkt wird, stammt aus dem Raum Kiel. „Wir fahren bei Bedarf aber auch von Laboe, Damp und Maasholm,“ erläutert Ehefrau Svenja. „Die Bestattung findet dann am östlichen Ausgang der Förde im Seegebiet Kolberger Heide oder im freien Seeraum vor der Schlei oder der Eckernförder Bucht statt.“

 Die Seebestatter und Schiffseigner, die die Region Kiel abdecken, sind sich einig: „Dass die Ostseebäder uns mit in ihr Portal aufnehmen, ist sehr positiv. Gewusst haben wir davon vorab nichts. Den letzten Weg auf See zu begleiten, ist für Familien oft ein Schritt, der versöhnt. Viele verweilen auch später gern zum Gedenken am Bülker Leuchtturm, weil man von hier die Beisetzungsstelle sieht.“ Und die Touristiker bestätigen, „dass mancher Trauergast beim letzten Törn des Verstorbenen seine Liebe zur Ostsee entdeckt und als Urlaubsgast wieder kommt.“

Seebestattung gewünscht - was muss man tun?

 Wer eine Seebestattung für einen Verstorbenen wünscht, wendet sich ganz normal an ein Bestattungsunternehmen. Für die Beisetzung der Urne auf hoher See wird eine Reederei beauftragt, die dafür ausgewiesen ist und den würdevollen Rahmen an Bord bietet. Die Trauerfeier mit Ansprache kann auch durch den Kapitän an Bord vollzogen werden. Viele Bestatter gehören der Deutschen See-Bestattungs-Genossenschaft an, die in der Ostsee und in der Nordsee jeweils ein eigenes Schiff besitzt. Man kann sich auch direkt mit Seebestattungsunternehmen in Verbindung setzen. Die Urnenbeisetzung erfolgt außerhalb der Drei-Seemeilen-Zone und auch außerhalb von Schifffahrtsstraßen. Eine Liste der Ostseebäder, von denen Seebestattungen aus möglich sind, ist auf der Homepage des Vereins Ostsee Holstein-Tourismus zu finden:

 www.ostsee-schleswig-holstein.de/taufe-hochzeit-bestattung.html

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