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Eckernförde Die blauen Engel brauchen Verstärkung
Lokales Eckernförde Die blauen Engel brauchen Verstärkung
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08:34 03.10.2019
Von Christoph Rohde
Hilfreiche Gemeinschaft: Monika Erdmann (v. li.), Hannelore Schmidt, Ursula Dam, Sieglinde Baumgart-Dobrinski und Horst Zachow gehören zum achtköpfigen Team der Eckernförder Bahnhofsmission. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Einen Fahrdienstleiter gibt es hier nicht mehr. Servicepersonal fehlt an mehr als 90 Prozent der Bahnhöfe in Deutschland. Die Ehrenamtler der Bahnhofsmission sind oft die einzigen, die die Stellung halten, wenn Ältere und Gehbehinderte Hilfe beim Ein- und Ausstieg benötigen, wenn der Fahrkartenautomat zu kompliziert ist, wenn eine Information zu den Zugzeiten benötigt wird oder einfach etwas menschliche Wärme.

Wenn der Ausstieg zum Problem wird

„Oft bittet man uns um eine Auskunft“, sagt Horst Zachow, der sich seit fast 20 Jahren für die Eckernförder Bahnhofsmission engagiert. Auch Fahrschüler werden in den Räumen der Mission betreut. Und treffen die Patienten der Reha-Kliniken Damp und Schönhagen mit dem Zug ein, sind es die blauen Engel, die helfend eingreifen, wenn der Ausstieg mit Rollstuhl oder Krücken zum Problem wird. Für Zachow ist klar: „Wir werden hier gebraucht. Die Bahnhofsmission ist eine echte Notwendigkeit.“

Das Mädchen, das allein zurückblieb

Das kann Hannelore Schmidt bestätigen. Die 83-Jährige ist die Älteste im Team und hat schon so einiges erlebt. Sie erinnert sich an den Vater, der seine Tochter aus dem Zug setzte und noch schnell sein Fahrrad aus dem Waggon holen wollte, als die Regionalbahn bereits wieder losfuhr. Das kleine Mädchen blieb mutterseelenallein zurück – nur Schmidt war zur Stelle. Und der Vater, der mit dem nächsten Zug zurückkehrte, war heilfroh, sein Kind in guten Händen zu wissen. Ein ehrlicher Dank ist dann der schönste Lohn für die rührigen Ehrenamtler am Bahnhof.

Schon vier Stunden die Woche helfen

Doch sie werden immer weniger. Acht aktive Mitglieder im Alter von 65 bis 83 Jahren hat die Bahnhofsmission derzeit, doppelt so viele dürften es gerne sein. „Wir suchen dringend Verstärkung“, wirbt Leiterin Ursula Dam. Der Aufwand sei überschaubar: Einmal die Woche vier Stunden würden bereits helfen. Die Wochenenden sind frei. Wer mitmachen möchte, sollte offen für Menschen sein, zuhören können und eine gewisse Gelassenheit mitbringen. Alles andere wird gezeigt, Weiterbildungen sind kostenlos. „Wir sind eine tolle Gemeinschaft“, sagt Dam.

Die Bahnhofsmission ist ökumenisch

Anders als der Name vermuten lässt, ist nicht Mission die Aufgabe der Bahnhofsmission, sondern die direkte Hilfe am Menschen. Getragen wird die ökumenische Einrichtung gemeinsam von der Diakonie und der Caritas. In Eckernförde gibt es die Bahnhofsmission bereits seit 71 Jahren. Wer Interesse hat, die Arbeit zu unterstützen, kann probeweise eine Schicht mitgehen. Einfach vorbeikommen oder anrufen unter Tel. 04351/3204.

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