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Eckernförde Nun appelliert auch das Land an die Bahn
Lokales Eckernförde Nun appelliert auch das Land an die Bahn
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10:53 11.07.2019
Von Cornelia Müller
Immer wieder Zeitverzögerungen und Ärger um den verschobenen barrierefreien Ausbau des Mittelbahnsteigs am Bahnhof Gettorf: Wann die Arbeiten beginnen, ist wieder unklar. Der zweite Zugang von der Ortskernseite (Fotoperspektive) steht sogar ganz in den Sternen. Der Bahnhof selbst ist verkauft. Wenn der letzte Mitarbeiter hier auszieht, kann der neue Eigentümer das Gebäude nach seinen Wünschen gestalten. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Vor rund einer Woche hatte die Bahn Gemeinde und Amt kurz schriftlich mitgeteilt, der barrierefreie Umbau des Mittelbahnsteigs müsse vorerst abgesagt werden, weil noch keine Baugenehmigung vorliege. Ursprünglich hatte die DB zugesagt, die aktuelle Sperrung der Regionalbahnstrecke Kiele-Eckernförde für die Baumaßnahme zu nutzen.

Demnach hätten die Baumaschinen schon längst anrollen müssen, denn ab 18. August sollen Regionalzüge auf der eingleisigen Strecke wieder rollen und der Schienenersatzverkehr beendet sein. Nun ist die Rede von einer Verzögerung der Genehmigung „um mindestens drei Monate“.

Gemeinde Gettorf und Amt Dänischer Wohld sind enttäuscht

„Das erwischt uns kalt. Die Gemeinde hatte in der Zeit ebenfalls Baumaßnahmen angesetzt, die sonst den Bahnverkehr beeinträchtigen würden. Hier hätte man alles kombinieren können“, sagen Bürgermeister Hans-Ulrich Frank und Amtsdirektor Matthias Meins. Verwaltung und Kommunalpolitiker seien maßlos enttäuscht. „Wir haben ja auf die Zusagen der Bahn vertraut.“

Über den Umbau, der Rollstuhlfahrern erstmals in Gettorf den Weg in den Zug ebnen würde, wird schon seit zehn Jahren diskutiert. 2015 hatte der Verkehrsverbund Nah SH der Bahn auch Pläne präsentiert, die den Mittelbahnsteig nicht nur von der Bahnhofsseite, sondern auch vom Ortskern her für alle Reisenden zugänglich machen würden.

Gemeinde und Amt machen sich dafür Lösung stark. Den Bau des zweiten Zugangs am öffentlichen Parkplatz hinter der Mühle Rosa hatte die Bahn trotz aller Appelle und Planungsvorschläge aber schon im Vorfeld der für den Sommer 2019 zugesagten Bahnsteigarbeiten abgesagt.

Sicherheitsbedenken der Deutschen Bahn nicht nachvollziehbar

Sicherheitsgründe werden dafür angeführt. Die sind allerdings bis heute weder für die kommunalen Vertreter noch für Nah SH und das Verkehrsministerium in Kiel nachvollziehbar.

„Damals hatte die DB Netz AG sogar signalisiert, dass es gute Chancen für eine entsprechende Realisierung geben“, erinnert Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs aus dem Wirtschaftsministerium in einem persönlichen Schreiben Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG.

"Es ist außerordentlich bedauerlich, dass sich der dringend notwendige barrierefreie Bahnsteigumbau erneut verzögert und die Sperrzeit der Strecke nicht gleich in mehrfacher Weise sinnvoll am Bahnhof Gettorf genutzt werden kann", betont er.

Staatssekretär Thilo Rohlfs verweist auf andere Bahnunternehmen

"Doch wenn es schon zur erneuten Verschiebung kommt, dann sollte die DB Netz AG nochmals wohlwollend prüfen, ob man nicht doch den zweiten Zugang schaffen kann." Der dringenden Forderung der Gemeinde nach dem ortsseitigen Zugang "schließe ich mich ausdrücklich an".

Die DB Netz AG hatte in der Ablehnung auch auf eine Richtlinie verwiesen, nach der ein Mittelbahnsteig nie zwei ebenerdige Zugänge besitzen dürfe. Rohlfs: "Andere Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen, wie beispielsweise die AKN in unserem Land oder die AVG in Baden Württemberg, haben demgegenüber mit vergleichbaren Lösungen nach meinem Kenntnisstand keine Probleme."

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