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Eckernförde Direktvermarkter aus Liebe zu Nutztieren
Lokales Eckernförde Direktvermarkter aus Liebe zu Nutztieren
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13:00 06.04.2019
Von Cornelia Müller
Ein Landwirtsehepaar hat sich neu aufgestellt: Katharina und Malte Mohr aus Bornstein verkaufen alle Produkte vom Hof Schrödersbek nur noch direkt. Die Tiere werden artgerecht und extensiv gehalten. "Das Andere konnten wir nicht mehr mittragen", sagen sie. Das Tierwohl ist ihnen wichtig. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Neudorf-Bornstein

Immer mehr Höfe in Schleswig-Holstein setzen auf diese Wirtschaftsweise oder schaffen sich mit Hofläden ein starkes zweites Standbein. 162 sind es derzeit.

Auf Hof Schrödersbek in Bornstein gibt es quasi ein Drive für Eier von glücklichen Hühnern. Das Landwirtsehepaar Katharina und Malte Mohr hat direkt vor der "Eierbude" Platz für ein Auto geschaffen.

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Hof Schrödersbek in Bornstein hält draußen Welsh-Black-Rinder

Auf dem Weg zum Golfen in Altenhof, der Tour von Eckernförde nach Gettorf oder umgekehrt anhalten, einen Karton Eier aus dem Kühlschrank nehmen, ein Glas selbstgemachte Marmelade oder Apfelsaft vom Hof, Geld einwerfen – fertig. Mancher parkt auf dem Hofplatz, denn er braucht länger, weil gerade auch der Hofladen offen ist.

Hier gibt es Leckeres: Lamm- und Schweinefleisch oder Edles vom Welsh Black, einer Rinderrasse, die das ganze Jahr draußen sein kann und mit schwarzem Wuschelfell und mächtigen Hörnern beeindruckt. Ihr Fleisch schätzen Gourmets.

"Wir hatten ursprünglich Milchvieh", sagt Malte Mohr (43). "Aber die miesen Milchpreise und der Zwang, dass die Tiere immer mehr produzieren müssen, haben uns zum Umdenken gebracht. Das wird weder Tieren noch Bauern gerecht. Wir tragen das nicht mehr mit."

Dieser Bauernhof setzt ganz und gar auf Direktvermarktung

Das Ehepaar hatte den elterlichen Hof in der Gemeinde Neudorf-Bornstein übernommen und traf bald eine konsequente Entscheidung: Direktvermarktung komplett. "Mit dem Eierverkauf begann es, und das kam an", berichtet Katharina Mohr (30). "Letztes Jahr haben wir den Hofladen eingerichtet. Jetzt verkaufen wir alle Produkte nur noch selbst. Der Landschlachter aus Silberstedt schlachtet und zerlegt die Tiere schonend und macht auch Wurst für uns", ergänzt Malte Mohr.

Der artgerechte Hühnerstall auf der Wiese beherbergt 360 Tiere, die munter ein- und aus spazieren. Hinter dem Hof ist noch einer, vor dem die Tiere draußen laufen. Insgesamt halten Mohrs 500 Hühner. Kleine Holzunterstände bieten schnellen Schutz, falls der Habicht kreist.

Kühe mit Hörnern, deren Kälber bei der Mutter bleiben

Die Wesh-Black-Herde hat inzwischen 35 Tiere. Die Kälber bleiben acht Monate bei ihren Müttern. Jetzt kommen sie alle wieder auf die Weide. Wenn das Gelände im Winter sehr nass ist, sind sie eine Zeit im offenen Stall und dem großen Hof. Weidegras und Heu geben ihnen Energie.

"Kraftfutter ist tabu. Und alle Tiere behalten ihre Hörner", erläutert sie. "Nur das ist artgerecht. Kühe mit Hörnern haben auch einen gesünderen Stoffwechsel." Außerdem halten Mohrs einige Schafe, die gegenüber vom Hof Gras rupfen dürfen, und Schweine im Freiland.

Als konventioneller Familienbetrieb von der Direktvermarktung zu leben, mit Tieren und Natur im Einklang – das haben sich Katharina und Malte Mohr fest vorgenommen. "Wir sind optimistisch", unterstreicht er.

Und beide lächeln, als das nächste Auto hält und der Fahrer fröhlich winkt. Ein Stammkunde. Manche hinterlassen mit dem Geld sogar Zettel mit Lob in der Eierkasse.

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