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Eckernförde Schlechte Nachrichten für Bauwillige
Lokales Eckernförde Schlechte Nachrichten für Bauwillige
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08:47 17.08.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Auf diesen bisher noch landwirtschaftlich genutzten Flächen könnte das Baugebiet Brammerkamp entstehen. Es wäre etwa 16 Hektar groß und grenzt an das Baugebiet Freesenberg (oberer Teil des Bildes) sowie im Norden an die Straße Postkamp. Quelle: Ulf Dahl
Altenholz

Grund: In der Kommunalpolitik zeichnet sich in den Fraktionen von SPD, AWG und Grünen eine Mehrheit für den Einstieg in die Ortsentwicklungsplanung ab. Und die würde den Prozess zumindest verzögern. Sie betrachtet nicht nur Einzelvorhaben wie das auch „Brammerkamp“ genannte Projekt im Norden, sondern die Entwicklung der Gemeinde als Ganzes.

Viele Projekte beschäftigen Altenholz

Schließlich steht Altenholz vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Macht es zum Beispiel noch Sinn, das Schulzentrum von 1971 in Altenholz-Stift zu sanieren – oder wäre ein Neubau in einem anderen Ortsteil sinnvoller? Was geschieht mit der Feuerwehr, die in Klausdorf aus allen Nähten platzt? Wo und wie kann neues Gewerbe angesiedelt werden?

Zwar kann sich die Mehrheit in der Kommunalpolitik gut vorstellen, das Baugebiet Brammerkamp zu entwickeln. Es grenzt an den Freesenberg und die Straße Postkamp.

Verärgerung über Verhalten des Investors

Spätestens in der Bauausschuss-Sitzung im Juni kochte allerdings der Ärger über das Verhalten des Investors May und Co. hoch - Kritik kam aus allen Fraktionen. Er hatte zum Beispiel einen Plan über die mögliche Parzellierung erstellt und Reservierungen an potenzielle Häuslebauer vergeben – wenn auch mit dem Hinweis: „Wir wissen nicht, ob das Gebiet kommt.“

Die überschaubare Zahl von Wohnungen auf dem Areal stieß zudem schon früher auf Kritik. Daraufhin wurden die ursprünglich 45 Wohneinheiten in fünf Gebäuden dann zumindest fast verdoppelt. Der Planungsstand im Mai sah zudem 112 Einfamilien- und 74 Doppelhäuser vor.

Kommt erst die Ortsentwicklungsplanung?

Die Altenholzer Verwaltung bereitet nun schon für den Bauausschuss am Dienstag, 3. September, eine Vorlage vor, um außerplanmäßige Mittel für eine Ortsentwicklungsplanung bereitzustellen. „Das würde mindestens ein Jahr dauern“, sagt Bürgermeister Carlo Ehrich. Selbst wenn die Kommunalpolitik danach das Gebiet Brammerkamp weiter vorantreibt, rechnet er wegen der noch erforderlichen Planung nicht mit einem Baustart innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Zünglein an der Waage dürfte die AWG sein: Denn die einzelnen Vertreter der Altenholzer Wählergemeinschaft stimmen häufiger mal unterschiedlich ab. In der Altenholzer Gemeindevertretung hat die CDU sieben Sitze. SPD und AWG kommen auf jeweils fünf, die Grünen auf vier. Die FDP hat einen Sitz. Mit allen Stimmen kämen SPD, Grüne und AWG also auf eine Mehrheit von 14 Stimmen. 

AWG: Zu viele Projekte gleichzeitig

Der AWG-Fraktionsvorsitzende Jörgen Danielsen erklärt, die drei Fraktionen sehen es als wichtig an, eine Ortsentwicklungplanung zu betreiben: „Im Moment werden alle Projekte immer nur einzeln betrachtet.“ Dabei müsse man auch Wechselwirkungen mit anderen Vorhaben betrachten: „Nicht dass es hinterher heißt: Hätten wir das mal vorher gewusst.“ Im Moment seien in Altenholz einfach „zu viele Bälle gleichzeitig in der Luft“.

Er betonte aber auch, dass die AWG das Baugebiet Brammerkamp „nicht auf die lange Bank“ schieben wolle. Wenn es tatsächlich jetzt eine Mehrheit für den Einstieg in die Ortsentwicklungsplanung gibt, könnte man zum Beispiel nach spätestens einem Jahr prüfen, ob das Gebiet im Norden ins Konzept passt. 

SPD: Will auch andere Potenziale ausloten

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ingo Baasch kündigt einen SPD-Antrag an, das B-Planverfahren Brammerkamp zugunsten der Ortsentwicklungsplanung für ein Jahr auszusetzen. Altenholz fehlten „allgemeine Grundsätze, wohin man sich entwickeln will.“ Zwar könnte das Baugebiet Brammerkamp Sinn machen: Aber wenn man nicht untersucht, wo es andernorts Potenzial gibt, wisse man nicht, ob ein anderer Standort sinnvoller wäre.

Er kritisiert: „Wir machen seit Langem nur noch eine Investor-getriebene Planung.“ Das Gebiet im Norden sei aber so groß, dass Grundsätze festgelegt werden müssten: „Damit wir dem Investor Vorgaben machen können.“ Das könne dann allerdings schon darauf hinauslaufen, dass erst in zwei Jahren Baurecht vorliegt.

Grüne wünschen sich Vorgaben fürs Klima

Auch Grünen-Fraktionschef Dieter Jessen rechnet damit, dass es eine Mehrheit für eine Planungspause am Brammerkamp geben könnte.  „Wir sind ein bisschen überrannt worden vom Investor“, findet auch er. Wenn ein Baugebiet kommt, sollte es nach Vorstellung der Grünen „klimaneutral“ sein. Zudem seien bezahlbarer Wohnraum und Angebote für Ältere wichtig. Und vielleicht bekomme man es ja auch trotz einer Pause für die Ortsplanung hin, dass es nicht zwei Jahre dauert, bis in Altenholz gebaut werden könne.

CDU: Pause schadet der Gemeinde finanziell

Die CDU hofft hingegen, dass das Baugebiet jetzt vorangetrieben wird. Man schätze, dass der Investor etwa zwei bis drei Millionen Euro als Infrastruktur-Ausgleich an die Gemeinde zahlen müsste. Wenn die Summe in dieser Höhe liegt, sei es für „Altenholz finanziell sehr schädlich und absolut unverantwortlich, dieses Neubaugebiet jetzt nicht weiter zu entwickeln“. Die CDU möchte das Geld „zügig“ in ein Gewerbegebiet stecken, damit die Gemeinde nachhaltig Einnahmen erzielen könne.

Die seien wichtig, weil es schon jetzt einen „immensen“ Sanierungsstau gebe. Auch die CDU wolle die Ortsentwicklung vorantreiben: Das sei aber nicht innerhalb eines Jahres möglich. Sie erfordere zusätzliche Termine für Politik und Verwaltung sowie Bürgerbeteiligungen. 

FDP: Jetzt das Baugebiet planen

Auch FDP-Vertreter Philipp Neuenfeldt plädiert dafür, jetzt keine Pause einzulegen. Es gebe doch eine Fläche mit guter Verkehrsanbindung: „Und wir wissen, dass der Bedarf da ist.“ Zudem sei nach Untersuchungen klar, dass für das Neubaugebiet mit seinen bis zu 650 Einwohnern bei Bau eines Kindergartens Platz in Altenholz sei. Es sei doch besser, „jetzt etwas Gutes zu tun, als das denkmöglich Beste in eine Papier zu schreiben“. Gebaut würde letztlich doch immer dort, „wo jemand eine Fläche dafür hat“. 

Der Bauausschuss in Altenholz tagt am Dienstag, 3. September, im Rathaus Altenholz. Beginn ist um 17.30 Uhr.

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