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20:23 06.02.2020
Von Stefan Deiters
Anfang der 1960er-Jahre hatte man das altehrwürdige Gebäude der Bauschule in der Kieler Straße verlassen und war auf die Broosbyer Koppel in Eckernförde gezogen. Quelle: ds
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Eckernförde

Nachdem das Lehrerseminar Anfang der 1920er-Jahre geschlossen worden war, sorgten nur noch die „Bauschüler“ für studentisches Leben in der Stadt. Zur Bauschule hatten die Eckernförder eine besondere Beziehung: Die Bildungseinrichtung war nämlich nicht nur auf Beschluss der Städtischen Kollegien im Jahr 1868 eingerichtet worden, sondern die Stadt war damals mit der Gründung auch ein erhebliches finanzielles Risiko eingegangen. Doch das Wagnis hatte sich gelohnt, entwickelte sich die Bauschule doch schnell zu einer angesehenen Ausbildungsstätte weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.

Die Bauschule war Anfang der 1960er-Jahre auf die Broosbyer Koppel gezogen

Anfang der 1960er-Jahre hatte man das altehrwürdige Gebäude der Bauschule in der Kieler Straße verlassen und war auf die Broosbyer Koppel gezogen. Und obwohl die Schule dadurch nicht mehr im Zentrum Eckernfördes lag, spielte sie im Leben der Stadt weiterhin eine wichtige Rolle: Das zeigte sich beispielsweise Mitte Januar 1970, als hier mit der „Perspektive“ wieder ein Kostümfest stattfand, das bis ins 21. Jahrhundert Höhepunkt der jährlichen Partysaison der Stadt war.

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Die „Perspektive“ war ein legendäres Kostümfest

Bei der „Perspektive 70“, so berichtete die Zeitung damals, bevölkerten Hippies die Bauschule. Es gab einen „Weinclub“, „Fiete’s Bier- und Schnapsbar“ sowie eine „makaber ausgestattete Sektbar“, von der sich auch diejenigen bedienten, die sich in die als „Kommune I“, „Kommune II“ und „Kommune III“ bezeichneten Nischen zurückgezogen hatten. Weit über 1000 Besucher waren damals in die Bauschule gekommen – darunter auch Feierwillige aus Hamburg.

1970 zogen 28 Absolventen, die ihre Prüfungen abgelegt hatten, durch die Stadt

Und noch einmal machten die Bauschüler 1970 auf sich aufmerksam: Ende Januar 1970 zogen 28 Absolventen, die am Tag zuvor ihre Prüfungen abgelegt hatten, unter Führung einer kleinen Musikkapelle in die Stadt, um sich von Bürgermeister und Bürgervorsteher zu verabschieden. Gespielt wurde dem Anlass entsprechend „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“. Bürgermeister Kurt Schulz gratulierte auf der Rathaustreppe mit einer Flasche in der Hand und den Worten: „Ich habe den Eindruck, dass zu viel geredet wird und zu wenig getrunken“ und warnte dann aber: „Jeder nicht mehr als drei Finger breit!“ Bei der offiziellen Verabschiedung im Zeichensaal der Bauschule wurde es dann noch einmal politisch: Das Wintersemester 1969/70 wäre „ohne Dramatik und Kämpfe“ verlaufen, betonte der Direktor – und damit anders als in den Vorjahren.

Bundesweit sollten universitätsähnliche Fachhochschulen entstehen

Ende der 1960er- Jahre wurde nämlich heftig um den Status der Ingenieurschulen gestritten. Als Lösung sollten bundesweit universitätsähnliche Fachhochschulen entstehen, und Schleswig-Holstein war eines der ersten Länder, die diese Regelung umgesetzt hatten. So war auch die Bauschule vor 50 Jahren bereits Teil einer Fachhochschule und das zu Ende gehende Wintersemester 1969/70 quasi deren Gründungssemester. Dies sei, so unterstrich der Direktor der Bauschule damals, „ein markanter Meilenstein in der Ingenieursausbildung“.

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