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Eckernförde Wieder Waffentests bei Sig Sauer
Lokales Eckernförde Wieder Waffentests bei Sig Sauer
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08:10 14.02.2020
Von Tilmann Post
Die modernste Beschussvorrichtung für Langwaffen in Deutschland befindet sich in Eckernförde: Hanno Nöhren, Leiter des Beschussamts, fügt das geladene Magazin zum eingespannten Sportgewehr „Sig 516“ hinzu, um es mit zwei Schüssen zu prüfen. Die Kugeln werden dabei in ein Wasserbecken abgefeuert. Quelle: Tilmann Post
Eckernförde

Die neue Anlage, die zu den modernsten unter den sechs Beschussämtern in Deutschland zählt, erleichtert die Abfertigung der Waffenproduktion von Sig Sauer enorm. „Wir sind sehr zufrieden mit der Lösung“, sagte Sig-Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne am Donnerstag bei der Vertragsunterzeichnung. 

„Für uns ist es allein aus Sicherheitsgründen keine Option, unsere Waffen durch die halbe Republik zu transportieren“, so Castagne weiter. Denn andere Beschussstellen liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Thüringen.

Dorthin mussten die rund 20 gewerblichen Büchsenmacher in Schleswig-Holstein seit Ende 2017 ausweichen. Die 1975 eingerichtete Beschussstelle im Keller an der Eckernförder Sauerstraße war für Fremdwaffen geschlossen worden, weil sie den technischen Voraussetzungen nicht mehr entsprach.

Sig Sauer in Eckernförde größter Waffenhersteller Schleswig-Holsteins

Die Modernisierung der Anlage stellt also auch für sie eine enorme Erleichterung dar. Sauer-Waffen wurden noch im Notbetrieb geprüft. Das Land investierte rund 400.000 Euro in moderne Anlagen, nachdem Sig Sauer die Räume, die von der Eichdirektion Nord gemietet werden, für 200.000 Euro hergerichtet hatte.

„Wir konnten nach langen Verhandlungen zwischen Land, Eichdirektion und Sig Sauer Rahmenbedingungen verabreden, die einen dauerhaften Erhalt der Beschussstelle möglich machen“, sagte Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Er wertete das Engagement des Waffenherstellers als „klares Bekenntnis zum Standort Eckernförde“.

Herbert Weit, Chef der Eichdirektion Nord, unterstrich: „Die Abläufe sind in den vergangenen eineinhalb Jahren intensiv optimiert worden, immer unter Trennung zwischen Amt und Unternehmen.“ Die Beschussstelle befinde sich zwar im Haus Sig Sauer, weil das Unternehmen der größte Waffenhersteller im Land ist, aber sie sei komplett in behördlicher Hand.

25.000 Gewehre und Pistolen pro Jahr geprüft

In der Anlage müssen bis zu 25.000 Gewehre und Pistolen pro Jahr geprüft werden. Hintergrund ist, dass alle Feuerwaffen in Deutschland einen Überdruckbeschuss überstehen müssen, bevor sie in den Handel kommen.

Dazu wird jedes einzelne Exponat in einer Vorrichtung eingespannt und zweimal mit Munition abgefeuert, die eine um 30 Prozent höhere Energie als herkömmliche Geschosse aufweist. Erst wenn die Waffe standgehalten und sich nicht verzogen hat, erhält sie den amtlichen Stempel.

Der wird seit der Modernisierung mit einem eigens angefertigten, 70.000-Euro-Lasergerät am Lauf aufgebracht. Vorher wurde noch gestanzt – mit der Gefahr, dass die Waffe Schaden nimmt.

Büchsenmacher können Eckernförder Beschussstelle wieder nutzen

Für Pistolen gibt es im Sauer-Keller drei Vorrichtungen. Ein moderner Langwaffenbeschusstest-Stand für etwa 200.000 Euro kam jetzt hinzu. Laut Herbert Weit sollen an drei Beschusstagen pro Woche bis zu 900 Waffen geprüft werden.

Den Löwenanteil machen Gewehre und Pistolen aus der Sig-Sauer-Produktion aus. Dabei handelt es sich vor allem um Sportwaffen, zu einem geringen Teil auch Behördenwaffen, etwa für die Polizei, aber nicht fürs Militär

Herbert Weit rechnet damit, dass lediglich 700 bis 800 Fremdwaffen jährlich zur Beschussstelle gebracht werden, etwa Jagdgewehre von Büchsenmachern.

Alles über Sig Sauer auf der Themenseite bei KN-online.

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Alle Bilder aus der Beschussstelle der Eichdirektion Nord in Eckernförde.

Der Eckernförder Waffenhersteller Sig Sauer hat für drei Monate Kurzarbeit angemeldet. Rund 130 Beschäftigte sind davon betroffen. Das bestätigte Geschäftsführer Tim Castagne auf Nachfrage. Hintergrund sei, dass sich die Branche in einer Umstrukturierungsphase befinde, so Castagne.

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