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Eckernförde Langer Weg zum freien Leitstreifen
Lokales Eckernförde Langer Weg zum freien Leitstreifen
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16:47 12.08.2016
Von Christoph Rohde
Das erlebt Klaus-Dieter Rediske fast täglich: Auf seinem Weg durch die Langebrückstraße wird der Blindenleitstreifen durch parkende Autos blockiert Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Der örtliche Beirat für Menschen mit Behinderung kämpft schon lange für einen freien Leitstreifen. „Seit zwei Jahren klären wir mit Flyern auf“, erzählt die Beiratsvorsitzende Anke Braun. Doch dann hatte der Effekt wieder nachgelassen. „Jetzt hoffen wir, dass die Schilder mehr bringen.“ Seit kurzem weisen sie Höhe Commerzbank und Reico auf den Blindenleitstreifen hin und darauf, dass von seiner Mitte aus jeweils 60 Zentimeter Platz gelassen werden sollten. Dass vom Beirat initiierte Schild ist kein Verkehrszeichen nach Straßenverkehrsordnung. „Aber die Fahrschulen vor Ort klären über den Sinn mit auf“, so Braun.

 Erste Erfolge haben die neuen Schilder schon gebracht. „Viele Autofahrer parken jetzt nicht mehr direkt auf dem Leitstreifen“, sagt Rediske, der die taktile Spur auf dem Weg zu seiner Arbeit nutzt. Denn: „Wenn die Sonne scheint, bin ich total blind.“ Ist der Streifen zugeparkt oder verstellt, muss er von seinem antrainierten Weg abweichen – mit der Gefahr, die Orientierung zu verlieren. „Unter Umständen rennt man dann gegen ein Hindernis“, sagt Rediske. Auch Außenspiegel von Fahrzeugen können so zu einem Risiko werden.

 Dass trotz der Schilder manche Autofahrer den Blindenstreifen ignorieren, zeigte schon der kurze Pressetermin vor Ort. Eine Fahrerin parkte direkt vor dem Hinweis auf der taktilen Spur. Darauf angesprochen von Braun, reagierte sie mit einem patzigen: „Lassen sie mich in Ruhe!“ „Die meisten sind aber verständig“, sagt die stellvertretende Beiratsvorsitzende Barbara Davy. Ein waches Auge wirft die Interessenvertretung auch auf die bedarfsgerechte Neuverlegung von Leitstreifen, etwa am Bahnhof und an der Hafenspitze. „Das sieht man, was ein Beirat wert ist“, so Davy.

 Zeitgenossen, die meinen, für „die paar Blinden“ würde zu viel Wind gemacht, hält Rediske entgegen: „Es gibt mehr Altersblinde, als man denkt.“ Auch sie wollten am öffentlichen Leben teilhaben, trauten sich aber oftmals kaum noch vor die Tür ins komplexe Verkehrsgeschehen. Der Blindenleitstreifen kann hier eine wertvolle Hilfe sein, damit auch stark Sehbehinderte sicher auf den Straßen unterwegs sind – wenn er nicht gerade zugestellt ist.

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