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Eckernförde Blitzer-Testphase endet mit Sabotage
Lokales Eckernförde Blitzer-Testphase endet mit Sabotage
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18:56 04.03.2020
Von Tilmann Post
Die moderne Blitzanlage ist zwar gegen Vandalismus geschützt, doch das half offenbar nicht, nachdem sie in Sehestedt aufgestellt worden war. Dort wurde eine der Panzerglasscheiben beschädigt. Das Foto stammt von einem Einsatz in Bordesholm. Quelle: Danfoto
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Sehestedt

Die Behörden hatten den Anhänger zuletzt an der Landesstraße 42 zwischen Sehestedt und Bünsdorfs Ortsteil Steinrade postiert, um dort Tempo-Sünder zu blitzen. Als ihn die Mitarbeiter des Ordnungswesens wieder abholen wollten, stellten sie einen Schaden an einer Glasscheibe fest, hinter der sich einer der beiden Radarsensoren befindet.

„Im Panzerglas ist ein Loch in der Größe einer Ein-Euro-Münze. Das muss ein starker Schlag gewesen sein, denn die Scheibe weist mehrere Risse auf“, sagte Fachbereichsleiter Martin Kruse auf Nachfrage. Über die Ursache könne er nur mutmaßen, aber der Schaden könne dem Anschein nach durch einen Schuss oder eine Spitzhacke entstanden sein.

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Polizei schließt Steinschlag nicht aus

Der Blitzer sei jedenfalls nicht mehr einsetzbar. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde gehe nicht das Risiko ein, dass jemand die kaputte Scheibe weiter eindrücke und so an die teure Messtechnik im Inneren des Anhängers gelange. Zudem sei nicht mehr gewährleistet, dass das Gerät noch korrekt arbeite.

Laut Polizei muss der Schaden am 25. oder am 26. Februar 2020 entstanden sein. „Wir haben keine Anhaltspunkte, wie es dazu kam“, sagte Sönke Hinrichs von der Polizeidirektion Neumünster.

Geschosse habe die Polizei nicht gefunden. Steinschlag sei ebenfalls nicht auszuschließen. „Das Gerät stand ja direkt an der Straße“, so Hinrichs. Der Schaden wird auf 1000 Euro geschätzt.

Blitzer kann autark ohne Personal arbeiten

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hatte die Anlage „Traffistar S 350“ von der Firma Jenoptik zu Testzwecken geliehen. Seit Dezember wurde drei Monate lang geprüft, ob es sich lohnt, die 240.000 Euro teure Anlage anzuschaffen.

Der Clou an dem neuartigen Blitzer ist, dass er sich am Straßenrand abkoppeln lässt und dann weitgehend über mehrere Tage und Nächte am Stück autark arbeitet. Im Gegensatz zu anderen, individuell aufstellbaren Messgeräten muss er nicht von Mitarbeitern vor Ort betreut werden.

Die sensible Technik, die den Verkehr in beiden Richtungen überwacht, befindet sich unter einem stark gesicherten, grauen Metallkleid.

Sabotageversuche auch in Bordesholm und Rendsburg

Der Vorfall in Sehestedt war laut Martin Kruse nicht der erste Sabotageakt. In Bordesholm versuchten Unbekannte, den Anhänger mittels Brennpaste anzustecken. In Rendsburg wurde er mit Edding beschmiert.

Beides habe jedoch nicht zu größeren Beschädigungen geführt. Zudem sei die Anlage versichert.

Inzwischen ist die Testphase abgeschlossen, in der auch Eckernförde mit den Einsatzorten Berliner Straße und Sauerstraße einen Schwerpunkt gebildet hatte. Alle Ergebnisse werden ausgewertet, um zu einer Kaufentscheidung zu kommen.

„Dabei spielen auch die Sabotagen eine Rolle“, so Kruse. Er stellte aber klar: „Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Das geben wir nicht aus Sorge um das Gerät auf. Von Sachbeschädigungen lassen wir uns nicht einschüchtern.“

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