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Eckernförde Kreatives aus der Warteschleife
Lokales Eckernförde Kreatives aus der Warteschleife
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17:38 09.09.2016
Von Christoph Rohde
Ein kreativer Fingerzeig gegen Plastik im Meer: Initiatorin Anke Häußler (rechts) besucht die Bushaltestelle von Green Screen, an der Kerstin Borowski, Angelika Rau, Ulrike Lafrenz und Anja Ketelsen (von links) gerade letzte Hand anlegen. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

An der Haltestelle Gaehtjestraße legen vier Ehrenamtliche von Green Screen gerade letzte Hand an. Strand- und Meerescollagen bilden den Hintergrund des Wartehäuschens, in einem Fischernetz unter der Decke baumelt Müll, und an den Seiten hängen kritische Infos dazu sowie Tipps für das Naturfilmfestival. „Wir haben das Thema Plastikbedrohung für die Meere gewählt“, erläutert Angelika Rau, die gemeinsam mit Anja Ketelsen und Kerstin Borowski die Installation gestaltet. Das vermüllte Meer wird einem sauberen gegenübergestellt. Auch Green Screen wartet mit drei Filmen zur Plastikgefahr in den Ozeanen auf.

 Initiatorin der Blühenden Verbindungen ist die Eckernförder Künstlerin Anke Häußler. Schon zum elften Mal läuft im Ostseebad die Bushaltestellen-Aktion. „Sie ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Region“, sagt Häußler. Menschen könnten sich mit einer Gestaltung im öffentlichen Raum kreativ entfalten, jeder dürfe sein Anliegen miteinbringen. Die Richard-Vosgerau-Schule beispielsweise stellt ihr Lachsenbach-Projekt vor, und die Bürgerinitiative Gammelby greift unter dem Titel Schöne Bescherung fürs Auental die am Rande Eckernfördes geplante Mülldeponie auf, die 35 Meter hoch anwachsen soll.

 Jung und Alt ist dagegen die Wartehäusen-Installation an der Reeperbahn/Das Haus gewidmet. Jugendrat und Bewohner des benachbarten Betreuten Wohnens haben gemeinsam ihre Ideen eingebracht. So treffen hier CD und Schallplatte aufeinander, Bilder und Logos der Jugendkultur stehen Szenenfotos aus alten Schwarzweiß-Filmen gegenüber. Hannelore Hartmann, die auf den Bus wartet, ist ganz angetan. „Schon meine Söhne sind früher ins Haus gegangen“, erzählt die rüstige 85-Jährige. Dass es hier längst auch ein Kommunales Kino gibt, ist ihr neu. „Das probier’ ich mal aus“, lässt sie sich inspirieren.

 Noch bis zum 18. September, dem Abschluss von Green Screen, bleiben die Blühenden Verbindungen bestehen. Dass hier Haltestellen, Kunst im öffentlichen Raum und Gestaltungskraft der Bürger aufeinander treffen, wie es Häußler formuliert, ist eine ideenreiche Abwechslung für viele Fahrgäste. „Schöner als normale Haltestellen“ findet der 14-jährige Schüler Jannick die Wartehäuschen-Aktion. Und Kathalin Bunzel hofft, dass die „hübschen Gestaltungen“ nicht so schnell kaputt gemacht werden.

Unzählige Schattierungen von Grün auf 200 Metern Länge: Das war das illustre Green Dinner 2016 in der St.-Nicolai-Straße Eckernförde. An 30 Biergartengarnituren und vielen kleinen Tischen speisten am Donnerstagabend über 300 Gäste – vorbildlich grün und weiß gewandet.

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