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Eckernförde Boom der Bestattungswälder
Lokales Eckernförde Boom der Bestattungswälder
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06:00 11.03.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Nicolaus zu Reventlow ist Besitzer der als Kählerwald bekannten Fläche, die ab April für Bestattungen genutzt wird: „Es ist ein schönes Projekt für einen kleinen Wald, der sowieso Spazierwald ist.“ Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Dänischer Wohld

Lange blieb der Pionier in dieser Region, der Begräbniswald Küstenfrieden Eckernförder Bucht in Altenholz, allein auf dem Markt. Doch nun wird es enger. Zwar gibt es in Kommunen oft die Sorge, dass Bestattungswälder eine Konkurrenz für bestehende Friedhöfe sind. Das sieht man beim Unternehmen Ruheforst anders: Wer sich dafür interessiere, sei mobil und würde bestehende Einrichtungen nutzen.

Kundschaft sucht naturnahe, pflegefreie Grabstätte

Denn dieser Klientel gehe es nicht darum, als Hinterbliebene oft das Grab besuchen zu können. Etwa fünf Prozent der Sterbefälle würden laut Ruheforst in Wäldern bestattet, hinzu kommt die Seebestattung. Und etwa ein Drittel der Bevölkerung interessiere sich für eine pflegefreie Grabstätte außerhalb des klassischen Friedhofs. Kein Wunder also, dass sich auch Waldbesitzer im Dänischen Wohld für diese wirtschaftliche Nutzungsform interessieren.

Arboleum Julianenruh in Strande genehmigt

Am weitesten gediehen ist das Projekt in Strande: Dort liegt seit Kurzem die Genehmigung vor. In Strande soll am Ortseingang der Bestattungswald „Arboleum Julianenruh“ entstehen. Betreiber des Projektes ist Arboleum Naturfriedhöfe von Unternehmer Andreas Villavicencio. Dieser ist mit Nicolaus Graf zu Reventlow von Gut Eckhof verwandt, auf dessen Land der Bestattungswald liegt.

Erste Bestattungen im April

Das Vorhaben wurde schon vor einiger Zeit von Gemeinde und Kreis genehmigt, nun liegt der positive Bescheid des Landes vor, erklärt Andreas Villavicencio. „Unverzüglich“ sollen die Vorbereitungen für die Eröffnung des Bestattungswaldes beginnen. Der Eingang und die Wege werden noch hergerichtet, auch Parkplätze folgen „sukzessive“ westlich des Waldes. Die ersten Bestattungen im Mischwald sind bereits im April geplant.

Frage der Landesplanung

Dass es derzeit gleich drei mögliche Projekte im Dänischen Wohld gibt, bereitet Nicolaus zu Reventlow keine Sorge: „Wir machen uns wenig Konkurrenz.“ Zudem müsse man abwarten, was die Landesplanung zulässt. Die beiden anderen Standorte sind noch nicht so weit gediehen.

Ruheforst steht gleich hinter zwei Projekten

Hinter beiden steht die Ruheforst-GmbH, die in Schleswig-Holstein mit der Landwirtschaftskammer kooperiert. In Altenholz sucht die Gutsverwaltung Knoop ebenfalls bereits seit 2014 nach einem geeigneten Standort. Derzeit erscheint nach Angaben der Landwirtschaftskammer das Knooper Holz als geeignete Fläche.

Größte Nachfrage aus Kiel erwartet

Der Knooper Laubmischwald besteche durch seine Schönheit und die attraktive Lage am Nord-Ostsee-Kanal, heißt es in einer Mitteilung für die Kommunalpolitik. Zudem ist der Wald an die Landstraße angebunden und auch gut von der Landeshauptstadt aus zu erreichen – von dort erwartet man die „größte Nachfrage“.

Hoffnung auf Eröffnung 2019 oder 2020

In unmittelbarer Nähe liegt Gut Knoop, das die Möglichkeit bieten würde, dort Trauerfeiern zu begehen. Auch das Restaurant „Kanalfeuer“ biete sich als Trauercafé an. Das Projekt ist noch im Genehmigungsverfahren. Insgesamt wird dieser Standort nach Angaben der Kammer „aber sehr positiv von allen Beteiligten begleitet“. Man sei zuversichtlich, dass eventuell noch 2019 eröffnet werden könnte – optimistisch spekuliert.

In Schwedeneck wird noch sondiert

Erst in der Sondierungsphase ist das Projekt in Schwedeneck. Die Idee wurde vor einem Jahr in einer Einwohnerversammlung vorgestellt, auch hier wäre Ruheforst der Betreiber. Falls das Vorhaben umgesetzt wird, geht es dabei um den Wald in Dänisch Nienhof; dort waren schon verschiedene Standorte im Gespräch. Es gelte, vielerlei Interessen zu berücksichtigen, heißt es von der Gemeinde. Bisher ist das Projekt noch nicht mal im Planverfahren.

Bis zu vier Bestattungswälder im Wohld

Dass nun im Dänischen Wohld bis zu drei neue Bestattungswälder entstehen könnten, macht Julius von Bethmann-Hollweg schon Gedanken. Er betreibt als Geschäftsführer unter anderem den 2009 eröffneten Küstenfrieden in Altenhof, direkt vor Eckernförde: der erste Bestattungswald im Dänischen Wohld.

Sorge um zu viele Standorte

Dreieinhalb Jahre dauerte damals die Planung, erinnert er sich. Man habe dabei Wege beschritten, die heute nicht mehr so problematisch seien – zum Beispiel bei den Genehmigungen. Man müsse bei dem Thema die Sorgen und Nöte der örtlichen Friedhöfe ebenso abwägen wie die der Bestattungswälder: „Wenn da zu viele Standorte sind, werden alle Probleme haben.“

Ein Generationenprojekt

Zu Bestattungszahlen in Altenhof möchte er nichts sagen, nur so viel: „Bislang sind wir zufrieden, aber wir arbeiten auch emsig daran.“ Derzeit würden erst drei, vier Hektar des mehr als 20 Hektar großen Bestattungswaldes genutzt: „Man muss bei solchen Projekten über die eigene Generation hinaus denken.“

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