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Eckernförde Die "Roald" will den Atlantik bezwingen
Lokales Eckernförde Die "Roald" will den Atlantik bezwingen
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17:08 26.09.2019
Von Christoph Rohde
Auch am Klüverbaum arbeitet die Crew, damit das Rigg für die Atlantikreise gerüstet ist. Davor die Werkstatt-Zelte. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Die wilden Locken von einem Tuch zusammengehalten, Stirnlampe um den Hals, Handwerkerhose – Ulli Dorn macht den Eindruck eines Menschen, der zupacken kann. Dabei ist die drahtige 49-Jährige keineswegs die einzige weibliche Aktive in leitender Funktion an Bord der „Roald“. „Wir haben zwei Kapitäninnen“, sagt sie. In allen Funktionen der Stammcrew fänden sich beiderlei Geschlechter. „Wichtig auf dem Schiff ist der Teamgeist“, sagt Dorn. Und der funktioniert auch während der Werft-Liegezeit.

Oben im Rigg arbeiten Freiwillige in schwindelnder Höhe an einer Rah, verpassen ihr einen neuen Anstrich. Unten an der Kaikante stehen zwei Werkstatt-Zelte. Hier sind Crewmitglieder dabei, aus einer rohen Spiere eine passgenaue neue Rah für das Untermars-Segel zurechtzuhobeln. „Die Untermars ist die Wichtigste“, sagt Christoph Wendt. Sie hält das Sturmsegel, den letzten Fetzen Tuch, der noch steht, wenn ein tosender Wind den Traditionssegler durch die Wellen peitscht.

Alle Arbeiten an der "Roald Amundsen" sind bis ins Kleinste durchgeplant

Die Segel sind derzeit abgeschlagen. Sie werden auf Schadstellen durchgesehen, Nähte bei Bedarf repariert. Immerhin 850 Quadratmeter Segeltuch trägt die Brigg, die 2018 25 Jahre alt wurde.Der Geburtstag wurde mit einem Open Ship gefeiert.

Bei Flaute sorgt der Diesel für Vortrieb. Auch er wird in diesen Tage gewartet. Alle Arbeiten sind bis ins Kleinste durchgeplant. Bis zu eineinhalb Jahre dauert die Vorlaufzeit für eine Instandsetzung. Werft-Kapitänin Dorn ist im normalen Leben Projektmanagerin im Messebau. Das hilft bei der Organisation. Doch: „Ohne Crew ist man nichts“, sagt sie. „Das bringt einem das Schiff bei.“

Wintertörn der "Roald Amundsen"

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Dass sie in ihrer Freizeit quasi eine Baustelle führt, macht der 49-Jährigen nichts aus. Das gehört für sie zum Segeln dazu. „Wir kümmern uns um das Schiff, und das Schiff kümmert sich um uns“, bringt sie Materialpflege und Segelspaß auf eine handliche Formel. Was sie an der „Roald“ fasziniert, ist vor allem die Erfahrung, auf See zu sein. Der Zusammenhalt der Mannschaft und der Respekt vor den Naturgewalten prägten einen nachhaltig. Nicht ohne Grund ist sie schon seit 18 Jahren Crewmitglied. „Am liebsten segle ich Atlantik“, sagt Dorn. „Dafür ist das Schiff gemacht.“

Im Mai 2020 kehrt die Brigg in deutsche Gewässer zurück

Bei der kommenden Reise kann sie hingegen nicht an Bord sein. Dabei geht es rund um den Nordatlantik. Nach einer Ausbildungswoche für die Crew in der Ostsee legt die „Roald Amundsen“ am 11. Oktober in Eckernförde für den großen Blauwassertörn ab. Anschließend führt der Kurs durch die Biskaya und über Teneriffa weiter in die Karibik mit Zwischenstopp auf Kuba. Zurück verläuft die Fahrt über Bermuda und Cherbourgh wieder in heimische Gewässer, die die Brigg im Mai 2020 erreichen soll. Im vergangenen Winter fuhr das Schiff in kanarischen Gewässern.

Die "Roald Amundsen" wird von dem Verein LebenLernen auf Segelschiffen betrieben. Mitsegler werden an Bord als sogenannte Trainees ausgebildet. Weitere Infos unter www.sailtraining.de

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