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Eckernförde Wenn Tod und Sterben Lächeln erlauben
Lokales Eckernförde Wenn Tod und Sterben Lächeln erlauben
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07:24 09.10.2019
Von Cornelia Müller
Büchereileiterin Britta Günther aus Gettorf hat ermutigende Bücher und Filme aus Anlass des Hospiztages zum Thema Abschied, Sterben und Trauer zusammengestellt. Auch Bilderbücher für Kinder sind dabei. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Der Blick in das frisch bestückte Themenregal macht auf den ersten Blick gar nicht traurig.

Bunte Bücher – auch reich bebildert mit Zeichnungen, die man sogar aufklappen kann –, versöhnende Romane, anrührende Filme, in denen es auch Szenen zum Lachen oder Lächeln gibt, und Sachbücher hat Büchereileiterin Britta Günther rund um das Thema Tod zusammengestellt.

„In Gettorf stellt der Hospizverein unendlich viel auf die Beine, um ein Haus für Menschen am Lebensende zu bauen. Das hat mich beflügelt, eine Buchausstellung anlässlich der Hospiztage weltweit und bei uns zusammenzustellen“, sagt sie.

Gemeindebücherei setzt auf großes Interesse in der Gettorfer Leserschaft

Hospiz, Sterbebegleitung, Abschied vom Leben, Trauer rückt die öffentliche Bibliothek in der Mühle bis Ende Oktober in den Fokus. Dass die Leserinnen und Leser, auch die Kinder, Bücher und Filme ausleihen werden, daran ist kaum zu zweifeln.

Günther: „Wir haben beständig gute Ausleihzahlen. Doch 2019 werden wir fast überrannt. Vielleicht liegt es am Zugzug neuer Bürger? Oder wir werden einfach bekannter.“

Tatsächlich trägt die Bücherei dazu selbst kräftig bei mit regelmäßigen Vorlesestunden für Kinder, Erzähltheater, Büchereikonzerten. Die Veranstaltungen sind sehr gut besucht. Leiterin und Mitarbeiterin Valeria Haberer sind damit an der Grenze der Belastbarkeit angekommen. Wie die Lesegemeinde auf die aktuellen Themenwochen einsteigt, darauf ist das kleine Team selbst gespannt.

Auch die Bibliotheksleiterin in Gettorf kennt Befangenheit beim Thema Sterben

„Es gibt soviel Unsicherheit um das Thema Sterben und Trauer“, weiß Günther. „Auch ich mache die Erfahrung immer wieder neu, wenn ich damit persönlich konfrontiert bin. Ich spüre dann, dass das Sterben mehr zu unserem Leben gehören muss, dass wir die Befangenheit ablegen müssen.“

Als Einstieg empfiehlt sie zum Beispiel den Roman „Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“ von Susann Pásztor. „Eine sensible und manchmal skurrile Geschichte über eine ältere Frau, die sterben wird, und einen ambitionierten Sterbebegleiter. Mir hat das Buch viel gegeben“, berichtet sie.

Begriffserklärung

Herberge, Kureinrichtung, Palliativpflege

Der Begriff Hospiz ist alt, hatte aber nicht immer dieselbe Bedeutung wie heute. Im Mittelalter war ein Hospitium eine Pilgerherberge oder eine Unterkunft für Arme, Kranke, Fremde. In Österreich und der Schweiz steht der Name Hospiz immer noch für Herbergen in den Bergen. An Ost- und Nordsee entstanden im 19. Jahrhundert Seehospize für Kranke, im heutigen Sinne Kureinrichtungen. Hier setzte man auf die genesungsfördernde Wirkung des Reizklimas. Anderenorts definierten sich Hospize in dieser Zeit als Kliniken für Krebs- und Tuberkulosekranke, die Patienten bis zum Lebensende betreuten.

Die heutige Hospizbewegung, begründet durch die Ärztin Cicely Saundert, hat ihren Ursprung in den 1960er-Jahren in England. Das erste moderne stationäre Hospiz in Deutschland wurde 1986 in Aachen eröffnet. Weitere Hospize wurden in der Mehrzahl von privaten Initiativen, Vereinen, kirchlichen Einrichtungen gegründet. Anfangs waren sie allein durch Spenden und Ehrenamtliche abgesichert. Heute treten auch die Krankenkassen für die palliative Versorgung und Pflege ein. Dennoch sind Spenden und ehrenamtliches Engagement unverzichtbar geblieben.

Themen reichen von der Hospizarbeit bis zu kindgerechten Darstellungen

Oder das liebevoll gestaltete Bilderbuch „Abschied, Tod und Trauer“ für Kinder zwischen vier und sieben Jahren, das selbst Erwachsenen einen sanften Weg zum Thema ebnet und dabei doch realistisch bleibt.

Oder der Film „Blaubeerblau“ von Rainer Kaufmann. Die Story: Es verschlägt es einen Vermessungsingenieur beruflich gegen seinen Willen ins Hospiz. Er trifft überraschend auf einen früheren Schulfreund, der unheilbar krank ist. Die Begegnung wird das Leben des Protagonisten positiv umkrempeln. 

Die Öffnungszeiten der Gemeindebücherei Gettorf, Karl-Kolbe-Platz 1 (Mühle): Montag/Dienstag 15-18.30 Uhr, Donnerstag 10-12.30 und 15-18.30 Uhr, Freitag/Sonnabend 10-12.30 Uhr 

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