Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Eckernförde Lesestoff macht die Ferien noch bunter
Lokales Eckernförde Lesestoff macht die Ferien noch bunter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 07.08.2019
Von Cornelia Müller
Noch ist Lesen für Silas, Mateo und Mika (von links) ein Buch mit sieben Siegeln. Doch nächste Woche kommen sie in die erste Klasse und lernen es nach und nach. Ihr Faible für dicke Naturkundebücher aus der Mühle Rosa wird dann sicher noch wachsen. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

„Schaut mal, eine große Mühle!“, ruft der Vater einer jungen Urlauberfamile seinen Kinder am Gettorfer Karl-Kolbe-Platz zu. „Und ganz viele Kinder strömen hinein...“ Stimmt. Zwischen 15 und 16 Uhr geben die Ferien-Lese-Club-Kinder in der Gemeindebibliothek in der Mühle Rosa Bücher zurück, die sie gelesen haben. Und sie leihen neue aus.

Büchereileiterin Britta Günther setzt sich mit jedem Kind, das im Lese-Club der Sommerferien ist,  ein paar Minuten in die gelben Liegestühle unter dem Sonnenschirm am großen Fenster des Anbaus. Dann hört sie aufmerksam zu, wie den Mädchen und Jungen die Bücher gefallen haben.

Sie lässt sich den Inhalt in Kurzform vortragen, staunt über den Ausgang der Geschichten, lächelt über die Begeisterung der jungen Leseratten, lacht mit, wenn der Inhalt zum Piepen war, oder blickt erschrocken, wenn Gruseliges erzählt wird.

Den Ferien-Lese-Club gibt es in Schleswig-Holstein schon seit zehn Jahren

Ferien-Lese-Club, kurz FLC, ist seit zehn Jahren ein Begriff in Schleswig-Holstein. Über 60 öffentliche Bibliotheken machen in den Sommerferien mit. Und es werden jedes Jahr mehr. "Genauso wie die Kinder, die sich Bücher schnappen und begeistert zu Hause oder am Urlaubsort lesen", ist Günther begeistert.

Was als freiwillige Leseförderung in den großen Ferien gedacht war, ist für immer mehr Schüler, die nach den Ferien mindestens in die fünfte Klasse kommen, heute ein Magnet. Je nachdem, wie viele Bücher man tatsächlich durchliest, bekommt man eine Urkunde und den Status Bronze, Silber oder Gold.

Die Zahl der Bücher trägt Britta Günther laufend ins FLC-Logbuch ein und gibt jeweils einen Stempel. Nach Ferienende sind alle teilnehmenden Kinder zu einem Fest zwischen den Bücherregalen eingeladen. Der Verleihung der Zertifikate fiebern vor allem die Jüngsten entgegen.

Kinder aus Gettorf und dem Dänischen Wohld lesen oft mehr als sieben Bücher

Levi (10) aus Gettorf strahlt. "Gold schaff' ich", sagt er. "Sieben Bücher zu lesen, das ist kein Ding." Gerade hat er der Büchereichefin erzählt, wie lustig das letzte Exemplar war, das er gerade zurück bringt. "Die schlimmsten Kinder der Welt" heißt es, "und ich hab' ganz viel darüber gelacht".

Das war Buch Nummer sechs, das siebte hat er schon in der Tasche. Am Montag wird er es gelesen wieder abgeben, einen Tag vor der Einschulung in die Klasse fünf der Isarnwohld-Schule.

So geht es auch Sarah (10) aus Felm, die jetzt nach Altenholz aufs Gymnasium wechselt. Vier Bücher hat sie in dieser Woche schon zurückgebracht. "Ich war zwei mal weg in den Ferien", sagt sie. "Da konnte ich nicht so viel lesen. Aber jetzt schaffe ich alle spannenden Geschichten noch, die ich mir ausgesucht habe."

Das ist der Ferien-Lese-Club (FLC)

Mit einem Leselogbuch ausgestattet, lesen Kinder in den Sommerferien ihre Lieblingsbücher. Grundschüler können zu jedem Buch ein Bild malen, das in der Logbuch-Mappe gesammelt wird. Viele möchten wie die „Großen“ ab Klasse fünf bei der Rückgabe der Bücher den Inhalt berichten. Diese Bücher werden ins Logbuch eingetragen. Nach den Ferien bekommen alle erfolgreichen Teilnehmer ein Zertifikat, das man ins nächste Zeugnis eintragen lassen darf. 45.000 Kinder und Jugendliche aus Schleswig-Holstein nahmen seit 2009 teil, lasen über 300.000 Bücher. In Gettorf sind im Sommer 2019 69 Kinder dabei. 50 haben wirklich gelesen und werden auch ein Zertifikat bekommen – „noch mehr als schon im Vorjahr“, freut sich Büchereileiterin Britta Günther über das Interesse und die Leidenschaft der jungen Leser.

Auch die künftigen Erstklässler kommen regelmäßig in die Bücherei Gettorf

Der Vater, der sie begleitet, staunt ein bisschen über die Bewertung "leider". "Das springende Haus" hat seiner Tochter besonders gefallen, erfährt er: Das Buch punktet zusätzlich mit lustigen Zeichnungen.

Auf einmal wird es laut in der Bücherei. Künftige Erstklässler mit Eltern sind eingetroffen. Die Rasselbande ist höchst gespannt auf die heutige Vorlesezeit zur Einschulung nächste Woche. Silas, Mateo und Mika, alle sechs Jahre alt, stürmen gleich zum Regal mit den dicken Naturkundebüchern, zupfen drei heraus.

Die reich illustrierten Bände hatten sie schon mehrfach in Händen, wenn sie mit ihren Müttern hier waren. "Bald können wir sie lesen", sagt Mika mit fester Stimme, und seine Freunde nicken selbstbewusst. Die Leser von morgen stehen also fest. Vielleicht ja sogar die Naturforscher von Übermorgen.

Hier lesen sie mehr Nachrichten aus der Region Eckernförde.

Hier sehen Sie mehr Bilder aus der Gemeindebücherei Gettorf in den Sommerferien.
Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Das wird ein komplett anderes Spiel. Mit Rot-Schwarz treffen wir nun auf eine Mannschaft, die überaus spielstark ist“, sagt Dänischenhagens Trainer Frank Knocke, der mit seinem MTV Dänischenhagen in der Verbandsliga Ost bei der SSG Rot-Schwarz Kiel (Mittwoch, 19 Uhr) ran muss.

07.08.2019

Führungsspieler und Mannschaftskapitän beim TSV Altenholz Pierre Didier Webessie hatte einen Fahrradunfall, wird dem Team heute Abend (19 Uhr) im Auswärtsspiel beim TSV Kronshagen in der Fußball-Landesliga Schleswig fehlen. „Für uns ist das ein großer Verlust“, so Trainer Imeri.

07.08.2019

Eindrucksvolle Farben, eindrucksvolle Gestalt: Jetzt wachsen auf Feldern für Blumen zum Selberschneiden oft Gladiolen gen Himmel. Auch bei Familie Krohn, die in Strande einen Baumschul- und Gartenlandschaftsbau-Betrieb betreibt. „Wir gehören zu den Vorreitern“, sagt Christine Krohn sogar.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 07.08.2019