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Eckernförde Klärwerk Kiel: Stimmen nach der Einigung
Lokales Eckernförde Klärwerk Kiel: Stimmen nach der Einigung
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20:54 04.04.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Einigkeit am Leitungsrohr: Über die Beilegung des langjährigen Konfliktes freuen sich (v.l.) Carlo Ehrich (Altenholz), Ute Hauschild (Molfsee), Heike Mews (AZV Ostufer Kieler Förde), Ulf Kämpfer (Kiel), Friedrich Suhr (Felm), Ludwig Strock (Noer), Michael Stremlau und Jens Becker (beide Schwentinental), Horst Mattig (Dänischenhagen), Manfred Lucks (Ottendorf), Anke Szodruch (Melsdorf), Ingo Sander (Kronshagen) und Sönke Paulsen (Schwedeneck).  Quelle: Uwe Paesler
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Strande

Im Zuge der Einigung erhalten die beteiligten Umland-Gemeinden insgesamt knapp 10,2 Millionen Euro zurück. Zudem haben nun alle Gemeinden neue Verträge über die Abwasserentsorgung im Kieler Klärwerk in Strande.

Lob für die Zusammenarbeit mit Kiel

"Es sah nicht immer so aus, als ob wir das schaffen", erinnerte sich Kiels Oberbürgermeister Kämpfer. Umso mehr freut er sich über "eine gut durchdachte Lösung" und einen großen Tag für den kommunale Zusammenhalt. Der Altenholzer Bürgermeister erklärte: "Nun müssen wir den Vertrag leben." Er habe aber in dem langen Prozess die Zusammenarbeit mit der Stadt Kiel zu schätzen gelernt.

Auch Uwe Meister war dabei

Als Beobachter der letzten Unterschrift kam sogar der frühere Kronshagener Bürgermeister Uwe Meister extra nach Strande. Er war bis zu seinem Ruhestand 2016 Sprecher der Umlandgemeinden in Sachen Abwasserbeseitigung und damit Vorgänger von Carlo Ehrich. „Es war mir ein Bedürfnis, zu sehen, dass das in trockene Tücher gekommen ist“, erklärte Uwe Meister. Auch sein Nachfolger Ingo Sander verfolgte erfreut die Besiegelung der Einigung im Bülker Klärwerk.

Größter Einleiter auf dem Ostufer

Als Verbandsvorsteherin des Abwasserzweckverbandes Ostufer Kieler Förder vertritt Heike Mews den größten Einleiter. Dem Verband gehören die Gemeinden Heikendorf, Laboe, Mönkeberg, Stein, Wendtorf, Brodersdorf, Lutterbek und Schönkirchen an. "Ich bin froh, dass wir eine Einigung und neue Verträge haben", sagte Heike Mews.

Viele an Einigung beteiligt

Die Stadt Schwentinental erhielt mit knapp 2,2 Millionen Euro hinter dem Zweckverband (knapp 3,4 Millionen Euro) die zweitgrößte Rückerstattung. Bürgermeister Michael Stremlau sprach nach über 20 Jahren Konflikt von einem "echten Brustlöser". Er hob das Engagement seines Büroleiters Jens Becker hervor, der "einen wesentlichen Anteil an der Einigung hatte". Das Verfahren habe aber auch gezeigt, "dass eine gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Kiel möglich ist."

Auseinandersetzung kostete Zeit

„Endlich haben wir das Ziel erreicht – das hat uns lang genug beschäftigt“, sagte Felms Bürgermeister Friedrich Suhr. "Es wurde auch höchste Zeit, weil in all den Jahren viel Aufwand reingesteckt wurde", begrüßte sein Amtskollege aus Dänischenhagen, Horst Mattig, die Einigung. Ludwig Strock, Gemeindevertreter aus Noer, sagte: "Wir wollen hoffen, dass der Vertrag länger hält als die Vorgeschichte."

Schwedeneck wollte eigentlich eigenes Klärwerk

Schwedenecks Bürgermeister Sönke Paulsen erinnerte daran, dass Noer überhaupt dafür verantwortlich sei, dass Schwedeneck sein Abwasser ins Kieler Klärwerk leitet. Eigentlich hatte man nämlich ein neues eigenes Klärwerk bauen wollen, in das auch Noer wieder einleiten sollte. Die Nachbargemeinde habe von vornherein Kiel favorisiert. Und Schwedeneck wurde bei einem Besuch im Umweltministerium "umgestimmt", sagte Sönke Paulsen.

Ein langer Weg

Auch Melsdorfs Bürgermeisterin Anke Szodruch war froh, "dass es endlich geklappt hat". Zwischendurch habe schon das Gefühl geherrscht: "Das kriegen wir nie hin." Umso mehr freut sie sich über die "gute Lösung für alle". Manfred Lucks, stellvertretender Bürgermeister im Nachbarort Ottendorf, war überzeugt: "Alle diese Schritte, die wir gemacht haben, waren auch notwendig, um zum Ergebnis zu kommen."

Freude über Rückzahlung

Ute Hauschild ist Bürgermeisterin der Gemeinde Molfsee, über die auch Mielkendorf in das Kieler Klärwerk entwässert. Der Konflikt habe schon an den Nerven gezerrt, erklärte sie: "Nun freuen wir uns natürlich auch über die Rückzahlung."

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