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Eckernförde Sollen Bürger jetzt nach Kiel wandern?
Lokales Eckernförde Sollen Bürger jetzt nach Kiel wandern?
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12:09 01.06.2019
Von Cornelia Müller
Mit dem Kleinbus von Vineta, der während der Brückensperrung Fußgänger und Radler über den Kanal brachte, klappte alles prima in Neu- und Altwittenbek. Jetzt hält der Autokraft-Bus nicht einmal mehr zu den regulären Zeiten in Levensau. Quelle: Cornelia D. Mueller
Neuwittenbek

Ignoriert, vergessen, bewusst in Kauf genommen? Manfred Hartmann aus dem Ortsteil Altwittenbek und seine Mitstreiter vom Seniorenbeirat Neuwittenbek sind geschockt.

Shuttle über den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel gefiel in Neuwittenbek

Gerade noch zogen sie, stellvertretend für viele Bürger der Kanalgemeinde, ein positives Fazit des Busersatzverkehrs über die neuere Brücke (Bundesstraße 76), der am Freitag, 31. Mai, die letzten Touren fuhr. Die alte Brücke ist nämlich wieder frei für Radfahrer und Fußgänger.

Damit sind der Kleinbus mit Fahrradanhänger und der große Stadtbus mit Platz für viele Fahrgäste sowie Räder, Rollatoren und Kinderwagen, theoretisch überflüssig. Für den motorisierten Verkehr aber bleibt das Bauwerk noch Monate tabu.

„Das ist das Problem“, sagt Hartmann. „Zwar fährt frühmorgens ein Bus mit Schülern über Neuwittenbek nach Kiel. In dem darf jeder mitfahren. Aber danach sind wir im Ort vom öffentlichen Nahverkehr nach Kiel nahezu abgeschnitten."

Neuwittenbeker stiegen sonst vor der Levensauer Hochbrücke zu

"Etliche Neuwittenbeker nehmen deshalb seit Jahren den Fußmarsch oder die Radfahrt zur Haltestelle Levensau in Kauf", berichtet er. "Hier hielt die 4810 sonst immer, hier stellten Pendler ihre Fahrräder ab. Diese Touren wurden nun einfach vom Plan gestrichen.“

An der Haltestelle Levensau, nördlich des Tunnels unter der Bahnlinie, stoppte der Linienbus vor der Sperrung noch montags bis freitags 13 Mal am Tag. Sonnabends gab es fünf und sonntags vier Fahrten. Er fuhr über die alte Brücke und hielt auch in Kiel-Suchsdorf. Auch dieser Halt ist gestrichen.

Weit im Vorfeld der Brückenarbeiten hatten Vertreter des Bauherrn Wasser- und Schifffahrtsstraßenverwaltung, der jetzt Vorbereitungen für Abriss der alten Brücke trifft, und die Neuwittenbeker das Problem schon erörtert.

Busse könnten einfach die Wendeschleife in Neuwittenbek nutzen

Hartmann: „Weil der Bus nicht vor der gesperrten Brücke wenden kann, war der teure Bau einer Wendeschleife im Gespräch gewesen. Von uns kam der Vorschlag, den Bus während der Sperrung für Kraftfahrzeuge jedes Mal nach Neuwittenbek hinein fahren zu lassen, wo es ja eine Wendeschleife gibt. Das hätte Kosten gespart und die Fahrzeit nur um wenige Minuten verlängert.“

Stattdessen weist der aktuelle „Baustellenfahrplan“ der 4810 nur die täglich drei Touren über Levensau aus, die auch regulär durch Neuwittenbek führen. Am Wochenende verkehrt gar kein Bus.

Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau reagiert noch nicht

Die Verantwortung für den gesamten Ersatzverkehr bezüglich Levensauer Hochbrücke liegt beim Bauherrn. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau hatte als örtliche Behörde die Kieler Firma Vineta damit beauftragt. Im WSA war am Freitag kein Ansprechpartner zu erreichen.

In einer Presseerklärung hatte die Behörde zuvor nur noch einmal auf das Ende des Ersatzverkehrs für Fußgänger und Radler, der gut angenommen worden sei, hingewiesen. 

Neuwittenbek gibt die Hoffnung nicht auf

„Der Shuttledienst war klasse“, betont Hartmann. „Wir kamen alle noch nie so häufig nach Kiel, ohne ins Auto zu steigen. Ein echter Gewinn. Es gab zwar anfangs Probleme mit den Fahrradträgern auf dem Anhänger und dem zu kleinen Bus."

"Aber in beiden Fällen hat man sofort nachgebessert", lobt er. "Auch die Busfahrer waren außerordentlich entgegenkommend. Daher hoffen wir jetzt sehr, dass das WSA uns erneut ernst nimmt und eine Regelung für Linie 4810 mit der Autokraft aushandelt.“

Den Kommentar zu dem Thema lesen Sie hier.

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Hier sehen Sie mehr Bilder zum Thema Nahverkehr über den Kanal.

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